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Zwischenruf: Mit Herz und Verstand Weihnachten feiern

Die Bund-Länder-Runde will zu Weihnachten die Coronaregeln lockern. Das ist riskant. Es liegt an uns selbst, verantwortungsvoll durch die Festtage zu kommen, sagt Hauptstadtkorrespondentin Tina Haase im Video

von Apotheken Umschau, 25.11.2020

Deutlich entspanntere Corona-Regeln für Weihnachten. Darauf haben sich Bundes- und Landespolitiker heute geeinigt. Das Fest ist den Deutschen heilig. Es soll gefeiert werden können – mit zehn beliebigen Personen plus Kindern. Klingt wie eine Entschädigung für die Einschnitte, die die Pandemie dieses Jahr mit sich gebracht hat.

Weihnachten feiern – wie immer. Ja, das wünschen sich viele. Und wären die Beschränkungen am Fest strenger, würden sich sicher einige darüber hinwegsetzen. So wie die Regelung jetzt aussieht, werden aber auch viele, die Weihnachten aus Vernunftgründen  eigentlich nur in Kernfamilie oder mit ein/zwei Freunden feiern wollten, unvorsichtig. Schließlich gibt es jetzt eine staatlich festgelegte Obergrenze. Die kann man ja ausreizen. Und Eltern und Großeltern wollen vielleicht nicht verstehen, warum sie Kinder und Enkelkinder an Weihnachten nicht sehen sollen dürfen.

Aber das Coronavirus kennt keine Feiertage. Kommt es dann zu unzähligen größeren Familienfeiern, zahlen wir im neuen Jahr den Preis dafür: Die Coronazahlen dürften wieder in die Höhe schnellen. Um das zu ahnen, muss man kein Virologe sein. Die Intensivstationen werden an Kapazitätsgrenzen stoßen. Es wird mehr Todesfälle geben. Der Erfolg wäre verspielt. Ist es uns das wert?

Letztendlich hat es jeder selbst in der Hand. Es nicht übertreiben. Andere schützen – etwa durch eine Vor-Quarantäne. Das sollte die Devise für dieses Weihnachten sein. Auch mit einer weiteren Person oder in Kernfamilie ist man nicht allein und kann besinnlich feiern. Nicht wie sonst. Aber wir befinden uns nun einmal mitten in einer Pandemie. Es liegt jetzt an jedem selbst, die Nächsten und Liebsten zu schützen.