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Coronavirus: Was jeder Einzelne tun kann

Wichtig ist, sich an bestimmte Hygieneregeln zu halten, um sich selbst und andere zu schützen und die Verbreitung des Virus zu stoppen. Welche Schutzmaßnahmen wichtig sind, haben wir für Sie zusammengestellt

von Marlen Schernbeck, aktualisiert am 02.03.2020

Das Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich immer weiter aus. Auch in Deutschland gibt es zunehmend neue Fälle. Laut Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Professor Lothar Wieler gilt es jetzt, Zeit zu gewinnen, also die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Denn aktuell gibt es kein Medikament, das nachweisbar gegen das Coronavirus wirkt. "Mit jedem gewonnenen Monat steigt die Chance, dass uns ein Therapeutikum zur Verfügung steht", sagte Wieler. Mit einem Impfstoff sei wegen der aufwändigen Verfahren in diesem Jahr jedoch voraussichtlich nicht mehr zu rechnen.

"Alle Möglichkeiten ausschöpfen"

Gerade für ältere Menschen besonders im Alter ab 80 Jahren sowie für Personen mit schweren Vorerkrankungen kann das Coronavirus gefährlich werden. Laut RKI-Präsident Wieler verlaufen mehr als 80 Prozent der Infektionen mild, rund 15 Prozent der Infizierten erkranken schwer, ein bis zwei Prozent der Fälle enden tödlich. Es müssten daher alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Erkrankungen zu verhindern.

Dazu kann jede einzelne Person etwas beitragen. Wichtig ist, sich an bestimmte Hygieneregeln zu halten, um sich selbst und andere zu schützen und die Verbreitung des Virus zu stoppen. Welche Schutzmaßnahmen wichtig sind, haben wir für Sie zusammengestellt:

In Taschentuch oder Armbeuge niesen

Das Coronavirus wird durch Tröpfchen übertragen. Beim Husten und Niesen gelangt Sekret aus den Atemwegen in Tröpfchenform in die Umgebung. Steht eine andere Person in der Nähe und atmet die Tröpfchen ein, kann sie sich mit den Erregern infizieren. Um Ansteckungen zu vermeiden, sollte man beim Husten und Niesen also dringend auf folgende Etikette achten:

  • Halten Sie mindestens einen Meter Abstand von einer Person und drehen Sie sich weg.
  • Niesen Sie nicht in die Hand. Denn: "Das Virus bleibt dort eine Zeit lang überlebensfähig", erklärte Wieler. So könne man es beim Händeschütteln weitergeben.
  • Niesen und husten Sie stattdessen in die Armbeuge oder am besten in ein Taschentuch. Entsorgen Sie es nach einmaligem Gebrauch in einem Mülleimer mit Deckel.

Hände waschen

Viele Infektionskrankheiten wie zum Beispiel die Grippe werden über die Hände übertragen. Wir berühren täglich unzählige Gegenstände, fassen uns an die Nase und kommen so ständig mit Keimen in Kontakt. Beim Händeschütteln geben wir sie dann an andere weiter. Ein wirksames Mittel, um diese Kette zu durchbrechen: regelmäßig die Hände zu waschen. Zum Beispiel nachdem man die Nase geputzt oder den Müll entsorgt hat sowie vor dem Kochen oder der Einnahme von Medikamenten. Damit schützen Sie sich und andere.

So geht es richtig: Die Hände mit Wasser befeuchten und gründlich mit Seife für etwa 20 bis 30 Sekunden einschäumen. Dabei Handinnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen berücksichtigen. Die Hände unter fließendem Wasser abspülen und anschließend sorgfältig abtrocknen. Zu Hause sollte jeder sein eigenes Handtuch benutzen. In öffentlichen Toiletten eignen sich Einmalhandtücher.

Nicht ins Gesicht fassen

Reibt man sich mit den Händen die Augen oder greift an Mund oder Nase, können die Keime an den Händen über die Schleimhäute in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen. Deshalb gilt: Möglichst nur mit gewaschenen Händen das Gesicht berühren!

Hände desinfizieren

Im privaten Bereich sind Desinfektionsmittel oft nicht nötig. "Gründliches Händewaschen reicht vollkommen aus, um sich zu schützen", sagt Professor Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Hat man jedoch keine Möglichkeit, seine Hände zu waschen, kann man auch ein Desinfektionsgel benutzen. Damit es  gegen das neuartige Coronavirus wirkt, achten Sie darauf, dass es laut Verpackungserklärung zumindest "begrenzt viruzid" ist. Eine Händedesinfektion sei zudem sinnvoll, wenn man mit Menschen zusammen ist, die bereits an dem Virus erkrankt sind, so Pfeifer.

Mundschutz

Wer gesund ist, braucht in der Öffentlichkeit keinen Mundschutz zu tragen. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege, dass dieser Krankheiten verhindert. "Ein Mundschutz ist für einen Gesunden nur dann sinnvoll, wenn er engen Kontakt zu einem infizierten Menschen hat", erklärt Pfeifer. Für Erkrankte sei es jedoch wichtig, einen Mundschutz zu tragen, damit sie andere Personen nicht anstecken. Er fängt Speicheltröpfchen ab, die man beim Niesen oder Sprechen versprüht.

Wichtig! Ein Mundschutz ist nur dann effektiv, wenn er eng anliegt, sodass die Keime nicht entweichen können. Außerdem sollte er spätestens dann gewechselt werden, sobald er durchfeuchtet ist. Mehr Informationen darüber, ob ein Mundschutz vor Viren schützt, finden Sie hier.

Menschenmassen meiden

Eine generelle Empfehlung, Großveranstaltungen zu meiden, gibt es nicht. Aber: "Menschen, deren Immunsystem aufgrund höheren Alters oder durch Vorerkrankungen geschwächt ist, raten wir, größere Menschenansammlungen derzeit nicht zu besuchen", sagt Michael Pfeifer. Dies schütze auch vor einer Ansteckung mit dem Grippe-Virus. Zu den Vorerkrankungen, die einen gefährlichen Krankheitsverlauf des Coronavirus begünstigen, zählen laut Pfeifer vor allem schwere Lungenerkrankungen wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sowie schwere Herzerkrankungen.

Wer sollte zu Hause bleiben?

Personen, die sich in einem vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben, sollten für 14 Tage nach der Rückreise möglichst nicht das Haus verlassen und unnötige Kontakte vermeiden. Bei Atemwegsbeschwerden sollten sie eine Arztpraxis telefonisch kontaktieren – und sich auf keinen Fall in ein volles Wartezimmer setzen.

Das RKI empfiehlt zudem für Reisende aus Nicht-Risikogebieten, in denen es dennoch Coronavirus-Fälle gibt, darauf zu achten, ob sie innerhalb von 14 Tagen nach der Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln. Falls ja, sollten sie sich telefonisch bei einer Arztpraxis melden und möglichst zu Hause bleiben.

Menschen, die persönlichen Kontakt zu einer nachgewiesenermaßen mit SARS-CoV-2 infizierten Person hatten, sollten ebenfalls zu Hause bleiben und sich sofort an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden, rät das RKI. Auch dann, wenn sie keine Symptome zeigen.

Mehr Informationen über das neuartige Coronavirus finden Sie zum Beispiel auf der Seite der Robert-Koch-Instituts unter www.rki.de/covid-19 sowie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.infektionsschutz.de.