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Coronavirus: So schützen Sie sich vor der Ansteckung

Um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen, können Sie selbst viel tun. Die besten Tipps und Verhaltensregeln, damit Sie sich und andere nicht anstecken

von Konstanze Faßbinder, aktualisiert am 13.03.2020

Das Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich immer weiter in Deutschland aus. Experten vermuten, dass die warme Witterung die Vermehrung der Viren nicht aufhalten wird, so dass sich in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich viele Menschen infizieren werden. Bei den meisten Menschen verläuft die Infektion zum Glück ohne schwere Erkrankung.

Dennoch ist es gerade jetzt sehr wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Damit kann vor allem verhindert werden, dass in kurzer Zeit sehr viele gefährdete Menschen (siehe unten) an Corona erkranken - denn dies ist nicht nur für die Betroffenen sehr gefährlich, sondern kann auch zu einer Überlastung unseres Gesundheitssystems führen.

Die wichtigsten Hygieneregeln und Maßnahmen um sich selbst und andere zu schützen:

 

Richtig Händewaschen

  • Nach dem Naseputzen, Müllentsorgen oder Nachhausekommen, vor dem Kochen oder der Einnahme von Medikamenten Hände waschen
  • So geht es richtig: Die Hände mit Wasser befeuchten und gründlich mit Seife für etwa 20 bis 30 Sekunden einschäumen. Dabei Handinnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen berücksichtigen. Die Hände unter fließendem Wasser abspülen
  • Anschließend sorgfältig abtrocknen. Zu Hause sollte jeder sein eigenes Handtuch benutzen. In öffentlichen Toiletten eignen sich Einmalhandtücher
  • Desinfektionsgel im Privaten nur benutzen, wenn es keine Möglichkeiten zum Händewaschen gibt oder wenn man in Kontakt mit Personen ist, die bereits an Covid-19 erkrankt sind
  • Möglichst nicht ins Gesicht fassen (oder nur mitgewaschenen Händen): Über Mund, Nase oder Augen kann das Virus in den Körper gelangen
Kostenloser Download

Auf unserem leicht verständlichen Plakat werden die wichtigsten Fakten zum Coronavirus erklärt: Vom richtigen Händewaschen bis wie wird der Erreger übertragen

Das Plakat steht als A4 download kostenlos zur Verfügung und eignet sich für Betriebe, Schulen oder Veranstaltungsräume.
Das Plakat gibt es auch in Englisch, Türkisch und Arabisch.

 

Nies-Etikette beachten

  • Beim Niesen mindestens ein bis zwei Meter Abstand von anderen Menschen halten und wegdrehen
  • Nicht in die Hand niesen. Dort kann das Virus eine zeitlang überleben – und per Händeschütteln weitergegeben werden. Stattdessen in die Armbeuge niesen und husten oder am besten in ein Taschentuch
  • Taschentuch nach einmaligem Gebrauch in einem Mülleimer mit Deckel entsorgen

Mundschutz nur in Ausnahmefällen benutzen

  • Erkrankte sollten Mundschutz tragen um andere Personen nicht anzustecken. Er fängt Speicheltröpfchen ab, die man beim Niesen oder Sprechen versprüht
  • Wichtig! Ein Mundschutz schützt nur, wenn er richtig anliegt, sodass die Keime nicht entweichen können. Außerdem muss er gewechselt werden, sobald er durchfeuchtet ist

Ansteckungssituationen vermeiden

  • Abstand zu anderen halten, nicht Händeschütteln
  • Großveranstaltungen und Menschenansammlungen meiden. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt aktuell, Veranstaltungen ab 1000 Personen abzusagen
  • Öffentliche Verkehrsmittel meiden, lieber das Auto nehmen, Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen
  • Wenn möglich im Home Office arbeiten
  • Auf vermeidbare Freizeitveranstaltungen wie Konzertbesuche verzichten

Infektionsketten unterbrechen

  • Auf keinen Fall unangemeldet zum Arzt gehen, um dort nicht gefährdete Patienten anzustecken. Erst anrufen!

Wer ist besonders gefährdet für schwere Verläufe?

Vor allem Menschen im Alter über 65 Jahren – ganz besonders Senioren über 80 Jahre – und Menschen jeden Alters mit Erkrankungen, die das Abwehrsystem schwächen. Dazu zählen etwa Patienten, die wegen einer aktuellen Krebserkrankung eine Chemo- oder Strahlentherapie bekommen oder Menschen, die wegen dauerhafter Erkrankungen (z.B. Rheuma, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Lungenleiden wie Asthma oder COPD, schlecht eingestellte oder langjährige Zuckerkrankheit) behandelt werden.

Bislang scheint es so, dass Schwangere kein höheres Risiko für schwere Verläufe einer Corona-Infektion haben. Auch Kinder erkranken nach derzeitigem Kenntnisstand offenbar kaum, können das Virus aber weitergeben.

 

Sich als Risikopatient schützen:

  • Kontakte mit möglichen Überträgern vermeiden. Auch wenn das heißt: Die Enkelkinder erstmal nicht mehr betreuen, wie der Virologe Professor Christian Drosten von der Berliner Charité im NDR-Podcast betont
  • Wenn möglich notwendige Erledigungen wie Einkäufe an Freunde oder Familienmitglieder abgeben
  • Impfungen gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken wahrnehmen. Für die Grippeimpfung ist es zwar in dieser Saison fast schon zu spät - doch auch in der nächsten Grippesaison ab Herbst wird das Corona-Virus im Umlauf sein. Pneumokokken sind Bakterien, die wir im Rachen tragen und die vor allem bei einer Grippeerkrankung - womöglich aber auch bei einer Corona-Erkrankung - in die Lunge wandern und dort zu einer Lungenentzündung führen können