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Corona-Tagebuch aus Berlin 28. April

In Berlin hat die neue Normalität längst begonnen. Tierpark und Zoo öffnen heute ihre Tore. Tina Haase überlegt, ob das eine gute Idee ist

von Tina Haase, 28.04.2020
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Volkspark Wilmersdorf, Berlin. Die Polizei kontrolliert, ob die Menschen die Abstandsregeln einhalten


Ab in den Zoo?

Heute öffnen Zoo und Tierpark in Berlin. Nach sechs Wochen Corona-Pause. Ich spreche mit einem Freund aus München darüber: "Na Ihr dürft ja alles in Berlin", sagt er. "Ich habe in der Zeitung Bilder vom Wochenende aus einem Berliner Park gesehen. Na da war vielleicht ein Gedränge", sagt er. Ich fühle mich, als ob ich die Hauptstadt jetzt ein wenig verteidigen müsste: "Ähm und wie war es bei euch an der Isar?", frage ich.

Ich weiß, dass da normalerweise an schönen Frühlingstagen mächtig was los ist. Ich gebe heimlich "Wochenende Isar München" in die Suchmaschine am PC ein und siehe da: ein Foto von Sonntag. Darauf zu sehen: Menschen, die dicht gedrängt an der Isar sitzen. Die Überschrift dazu auf focus.de: ",Wo soll man sonst hingehen?’ Münchner strömen trotz Corona an die Isar". Ich weiß natürlich: das ist nur eine Momentaufnahme. Generell sind die Regeln in Bayern strenger als in Berlin.

Der Freund lenkt ein: "Isar? Da war sicher auch was los." Ich behalte für mich, dass ich mir längst selbst einen flüchtigen Einblick verschafft habe. "Und geht ihr in den Zoo?", fragt er. "Ich weiß es nicht", sage ich. "Muss ja nicht unbedingt sein. Vielleicht noch zu früh. Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln gelten ja weiterhin. Wäre aber schon eine tolle Abwechslung für die Kinder", stammele ich.

Nach dem Telefonat schaue ich mir die Internetseiten von Zoo und Tierpark an. Besuche sind derzeit nur unter Einschränkungen möglich. Aquarium, Tierhäuser und Spielplätze in den Anlagen sind weiterhin geschlossen. Es finden keine kommentierten Fütterungen und keine Flugshows statt. Die Tierpark-Bahn fährt nicht und es gibt keinen Bollerwagen-Verleih. Eingeschränktes Programm also. Da ist Berlin vorsichtig. "Auch für uns ist dies eine ungewöhnliche Situation, doch steht die Gesundheit unserer Besucher, Mitarbeiter und Tiere für uns stets an oberster Stelle", steht auf der Website des Zoos. Gut!

Die Tickets muss man online kaufen und man darf nur im gebuchten Zeitfenster hinein. So wollen die Zoomitarbeiter die Kontrolle über die Besucher behalten. Viele Menschen auf einem Haufen soll es nämlich nicht geben. Zudem gibt es natürlich Verhaltensregeln. Das muss ich meinem Münchner Freund nachher noch sagen: Nur Personen eines Haushalts dürfen zusammen in Zoo oder Tierpark gehen. Grundsätzlich ist von anderen Personen ein Abstand von etwa zwei Metern zu halten. Das Verweilen an einem Ort ist nur kurzzeitig gestattet. Glasscheiben oder andere Oberflächen sollte man nicht berühren. Klingt fast nach bayerischer Strenge!

Der Zoo, mitten im ehemaligen Westberlin, ist der älteste Tiergarten Deutschlands und zugleich der artenreichste der Welt, erfahre ich auf der Internetseite. Gut 20.000 Tiere aus knapp 1.200 Arten leben hier auf 33 Hektar. Der Tierpark, im Osten der Stadt gelegen, ist mit 160 Hektar fast fünfmal so groß. Hier leben 9.000 Tiere in einer weitläufigen Parklandschaft. Wenn wir gehen, dann wohl in den Tierpark, denke ich. Da ist die Gefahr für Gedrängel sicher noch geringer.

Aber wir warten noch ein wenig, wie sich die Zahlen der Corona-Pandemie entwickeln. Die Reproduktionsrate ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts wieder auf 1,0 gestiegen. Das bedeutet, dass jede infizierte Person im Durchschnitt einen weiteren Menschen ansteckt. Die Pandemie flaut nicht ab. Eigentlich müsste die Ansteckungsrate nach unten gehen.


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