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Corona: Sorge um Blutspende-Engpässe

Nach der Ferienzeit haben Krankenhäuser und Rettungsdienste ohnehin teils mit Engpässen bei der Blutversorgung zu kämpfen. Auch Corona hemmt am Spenden

von dpa, aktualisiert am 16.09.2020

Transfusionsmediziner warnen in der Corona-Krise vor Engpässen bei Blutprodukten. Die Blutspenden seien bereits zu Beginn der Pandemie zurückgegangen, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) zu ihrer 53. Jahrestagung am Montag, 14. September, in einer Online-Pressekonferenz. Viele Spender seien aus Angst vor Ansteckung ferngeblieben, sagte der DGTI-Vorsitzende Hermann Eichler. Zugleich seien manche Blutprodukte nur sehr begrenzt haltbar, teils nur einige Tage.

Strengere Hygieneauflagen bei der Blutspende

"Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir die Lager regelmäßig mit neuen Blutspenden auffüllen können, um den Bedarf zu decken", sagte Eichler. Im Sommer gehe die Zahl der Spender ohnehin zurück. Bei der Spende herrsche keine Infektionsgefahr. Die Blutspendedienste hätten ihre ohnehin strengen Hygienestandards weiter erhöht. Patienten wiederum müssten sich nicht sorgen, sich über Blutprodukte mit dem Corona-Virus anzustecken. "Bislang ist kein Fall bekannt, bei dem das Corona-Virus über gespendetes Blut übertragen wurde."

Mit Blick auf die Behandlung von Coronakranken sagte Tagungspräsident Hubert Schrezenmeier: Als aussichtsreich habe sich die Verabreichung von Immunplasma von Genesenen erwiesen. "Es gab Berichte, die vielversprechend waren", sagte der zweite Vorsitzende der DGTI. Viele Genesene seien zur Spende bereit, um schwer Erkrankten zu helfen. Allerdings gebe es hier genaue Kriterien, so dass nicht alle zugelassen werden könnten.

Eine passive Immunisierung durch Plasma mit antiviralen Antikörpern sei schon bei anderen viralen Erkrankungen eingesetzt worden, etwa Sars, Mers oder Influenza. Studien ergaben Hinweise auf eine Reduktion der Viruslast, eine Verkürzung des Klinikaufenthaltes und eine geringere Sterblichkeit. Die Wirkung sei aber nicht abschließend belegt, da es keine randomisierten Studien mit Kontrollgruppen gab.

Um Versorgungsengpässe zu vermeiden, werden permanent Blut- und Plasmaspenden benötigt - das gilt gerade auch in Corona-Zeiten. Drei Fragen, die sich viele Menschen stellen.

Sind die Blutspenden momentan sicher?

Es sei nicht von einer erhöhten Infektionsgefahr bei Spendeterminen auszugehen, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrem Portal Blutspenden.de. Die Blutspendedienste achten demnach auf die Einhaltung behördlicher Empfehlungen im Umgang mit Corona - auf den Mindestabstand von 1,5 Meter zum Beispiel. Während der Blutspende muss man einen Mund-Nasen-Schutz tragen. 

Wer darf spenden?

Laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) darf jeder Mensch spenden, der fit und gesund ist - also grundsätzlich alle Menschen, die keine Krankheitssymptome haben.

Wer aber etwa Halskratzen, Schüttelfrost oder Husten hat, darf eine gewisse Zeit lang nicht spenden. Das gilt auch für Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren oder Kontakt mit Infizierten hatten.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Gründe für eine zeitweilige Rückstellung, Tätowierungen oder bestimmte Impfungen zum Beispiel. Spenden sind zudem nur bis zu einem gewissen Alter möglich - wann genau Schluss ist, legen die jeweiligen Dienste selbst fest.

Auf was sollte man am Spendetag achten?

Die meisten Menschen kommen mit einer Blutspende gut zurecht, im Sommer auch an heißen Tagen, erläutert die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI). Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr sollten sie aber auch darauf achten, nicht allzu schwer zu essen und auf anstrengendes Training zu verzichten.


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