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Corona: Die Ansteckungsgefahr minimieren

Viele unterschiedliche Informationen geistern dazu durch das Internet. Das beruhigt nicht, sondern verwirrt und verunsichert. Welche Quelle ist verlässlich und was ist nun wirklich wichtig in Zeiten des Corona Virus?

von Sabine Schulz, 26.03.2020
Zur Lage auf der Intensivstation Schutzmasken

Das Gebot der Stunde: Abstand halten!


Dr. Béatrice Grabein, die Leitung der Klinischen Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am LMU Klinikum erklärt, wie man sich jetzt im Alltag am besten schützt.

Warum ist die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 bis 2 Metern so entscheidend?

"Das Corona Virus wird hauptsächlich über Tröpfchen übertragen. Beim Singen, Sprechen, Niesen und Husten werden Tröpfchen ausgestoßen und können eine gewisse Strecke durch die Luft fliegen", sagt Hygiene-Expertin Béatrice Grabein. "Im Normalfall ist das ungefährlich. Ist jemand mit Corona oder Grippeviren infiziert, ist das Virus in den verschleuderten Tröpfchen enthalten. Wird dann eine andere Person von so einem Tröpfchen getroffen und dies gelangt an die Schleimhaut, kann es zu einer Ansteckung kommen." Wenn man den Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern einhält und in ein Taschentuch hustet oder niest, kann man das Risiko einer Ansteckung reduzieren.

Weiß man, wie lange das Virus auf Oberflächen überleben kann?

Es gibt Studien zur Dauer der Infektionsfähigkeit des Corona-Virus auf verschiedenen Oberflächen wie beispielsweise Metall und Plastik. "Leider können die Ergebnisse dieser Studien keine verlässlichen Aussagen für den Alltag liefern, da sie unter Labor-Bedingungen stattgefunden haben", gibt Grabein zu bedenken. Unter realen Bedingungen ist das Virus auf Oberflächen zwar vermutlich nicht lange haltbar. Trotzdem ist es im Einzelfall durchaus möglich, dass man sich darüber ansteckt – eine ordentliche Handhygiene ist darum wichtig.

Was muss ich beim Einkaufen beachten?

"Einige Lebensmittelgeschäfte sind bereits dazu übergegangen, die Griffe der Einkaufswagen regelmäßig zu desinfizieren.  Diese Maßnahme ist  vermutlich nicht nötig, so die Expertin. Wenn man darauf achtet, beim Husten und Niesen ein Taschentuch vor den Mund zu halten bzw. die Ellenbeuge zu benutzen und wenn man den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einhält, kann fast normal eingekauft werden. An der Kasse gilt der Mindestabstand natürlich genauso wie überall."

Sprechen wir über Geld: Warum ist es gerade jetzt sinnvoll, bargeldlos zu bezahlen?

"Ob das Virus auf Münzen überhaupt lange  ansteckend ist, wissen wir noch nicht.  Aber bei der Geldübergabe kann eine Übertragung durch den Handkontakt stattfinden. Dies wird beim Bezahlen mit der Karte ausgeschlossen", sagt die Hygiene-Expertin.

Sollen Hände nur mit Seife oder mit Desinfektionsmittel gewaschen werden?

"Zuhause innerhalb einer gesunden Familie ist ein Händedesinfektionsmittel nicht nötig", sagt Grabein. Es reicht aus, wenn man die Hände gründlich mit einer Seife für 30 Sekunden wäscht. "Denken Sie aber auch an die Pflege Ihrer Hände: Häufiges Waschen belastet die Haut." Sie wird durch das häufige Waschen immer empfindlicher – auch für Keime.

Was, wenn sich ein Corona-Erkrankter im eigenen Haushalt befindet?

"Halten Sie den Mindestabstand ein, wenn der Patient nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist. Wenn möglich, sollte er in einem getrennten Raum schlafen, essen und sich waschen", sagt Grabein. "Ist das nicht  möglich,  ist ein Mund-Nasen-Schutz für den Kranken sinnvoll, um die gesunden Familienmitglieder zu schützen." Wer keinen Mundschutz hat, kann sich ein Tuch oder Schal vor den Mund binden – das verringert den Tröpfchenflug. Zudem sollte man versuchen, bei der Pflege nur durch die Nase zu atmen und nicht zu sprechen. In solchen Fällen kann im Einzelfall auch Händedesinfektion sinnvoll sein. Da die Mittel derzeit jedoch oft ausverkauft sind, ist die sorgfältige und regelmäßige Handhygiene besonders wichtig. Geschirr und Besteck sollten bei über 60 Grad im Geschirrspüler oder von Hand mit viel Spülmittel gespült werden.


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