CA 19-9: Zur Überwachung von Tumoren

Die Substanz CA 19-9 wird von Schleimhautzellen des Körpers produziert. Da auch Tumorzellen CA 19-9 bilden können, erhöht sich die Konzentration bei manchen Krebserkrankungen, insbesondere bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Doch auch etliche andere Ursachen lassen CA-19-9-Werte ansteigen
von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 23.05.2014

Manche Tumorzellen stellen CA 19-9 her (im Bild eine Krebszelle). Erhöhte Konzentrationen an CA 19-9 können aber viele Ursachen haben

Mauritius/SciencePictureCo

Kurz gesagt:

Sogenannte Tumormarker sind biochemische Stoffe, die normalerweise nur in geringen Mengen oder gar nicht im Blutserum nachweisbar sind. Liegen sie in erhöhter Konzentration vor, kann das eine gut- oder bösartige Krankheitsentwicklung anzeigen. Das Vorhandensein eines Tumormarkers ist also nicht immer gleichbedeutend mit Krebs. Außerdem bilden nicht alle Tumoren Marker. Der Arzt nutzt die Werte zum Beispiel, um den Verlauf einer Krebserkrankung zu beurteilen, gelegentlich auch zur Diagnose. CA 19-9 kommt unter anderem bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und anderen Tumoren des Magen-Darm-Traktes vor.

Was ist CA 19-9?

CA 19-9 ist ein Eiweißstoff, der in den Schleimhautzellen des Menschen gebildet wird und im Blut nachgewiesen werden kann. Erhöhte Werte im Blut können – müssen aber nicht – auf einen Tumor hinweisen.

CA 19-9 ist ein "Kohlenhydrat-Antigen". In englischer Sprache hat es den komplizierten Namen "Carbohydrate antigen sialyl Lewis a". Die Substanz spielt wohl eine Rolle im Immunsystem, jedoch ist ihre Funktion noch nicht vollständig geklärt. Es kommt nach der Geburt in Schleimhautzellen vor – jedoch nicht bei allen Menschen: Etwa drei bis sieben Prozent fehlt das Blutgruppenmerkmal "Lewis a/b". Sie bilden kein CA 19-9.

Auch Tumorzellen können CA 19-9 herstellen, was zum Beispiel bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) oder anderen Tumoren des Magen-Darm-Traktes der Fall sein kann. Erhöhte CA-19-9-Werte im Serum sind jedoch kein Hinweis für einen speziellen Tumor, denn verschiedene Tumore und auch gesunde Körperzellen bilden CA 19-9. Daher wird CA 19-9 in der Regel auch nicht zur Diagnostik eingesetzt. Der Wert liefert jedoch wertvolle Hinweise bei der Verlaufskontrolle von Krebstherapien. Fällt der Wert unter einer Therapie ab, ist dies ein gutes Zeichen, steigt er wieder an, muss man an ein Rezidiv, ein Wiederauftreten des Tumors, denken.

Welcher Wert ist normal?

Die normale Konzentration von CA 19-9 ist abhängig vom verwendeten Testsystem und beträgt bei Erwachsenen üblicherweise bis zu 37 U/ml.

Wann steigt der Wert?

Erhöhte CA-19-9-Werte können ganz unterschiedliche Gründe haben. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und beim Gallengangskarzinom sind die CA-19-9-Werte typischerweise erhöht. Doch auch andere Ursachen lassen die CA-19-9-Konzentration im Blut ansteigen – dazu gehören:

  • Gallenstau (Cholestase)

Außerdem finden sich erhöhte Mengen an CA 19-9 während der Regelblutung oder in der Schwangerschaft. Menschen, denen das Blutgruppenmerkmal "Lewis a/b" fehlt, bilden demgegenüber kein CA 19-9, sodass dieses dann auch bei großen Tumoren praktisch nicht nachweisbar ist.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Eine niedrige Konzentration von CA 19-9 im Blut deutet nicht auf eine Krankheit hin.    

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


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