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Wie Apotheken bei Krebs helfen

Kompetente Begleitung: Pharmazeuten sind wichtige Ansprechpartner während einer Krebstherapie. Sie helfen bei Nebenwirkungen und auch bei Spätfolgen

von Konstanze Faßbinder, 19.03.2019
Kundin in der Apotheke

Beratung, zum Beispiel zur Ernährung, spielt bei Brustkrebs-Patientinnen eine wichtige Rolle


"Brustkrebs-Patientinnen haben das Gefühl, ihnen wird der Boden unter den Füßen weggezogen, wenn sie die Diagnose erfahren", sagt Stefanie Heindel. Die Münsteraner Apothekerin ist spezialisiert auf die Betreuung von Krebspatientinnen und beobachtet: Die Frauen wollen die Erkrankung nicht nur überleben, sondern während und nach der meist langen, anstrengenden Therapie auch ihre Lebensqualität erhalten.

"Wir sind wohnortnaher Ansprechpartner und beraten zu allen auf­kom­­menden Fragen", erläutert Heindel. Je mehr die Patientin wisse und im Selbst­management gefördert werde, desto eher baue sie Ängste ab.

Oft vergessen Patientinnen Einzelheiten, über die sie mit dem Arzt geredet haben, weiß Heindel. Zudem komme im Gespräch mit dem Onkologen oft nicht alles zur Sprache. "Wenn er über den Tumor informiert, verschweigt die Patientin vielleicht Hautverän­de­rungen durch die Chemotherapie." Hier könnte die Apotheke unterstützen und Pflegekräfte entlasten.

Nebenwirkungen mildern

Überhaupt seien viele betroffene Frauen sehr schicksalsergeben in Sachen Nebenwirkungen. "Wir können sie ermutigen, diese zu mildern oder ihnen vorzubeugen." Dies sei etwa wichtig für Frauen, die über viele Jahre Antihormone einnehmen müssen. Belastende Nebenwirkungen zu lindern unterstützt diese Betroffenen, ihre Therapie durchzuhalten.

Nura Demir, PTA aus Gütersloh, betreut Patientinnen während der Chemotherapie, etwa wenn sie Probleme mit der Mundschleimhaut haben. Ihr Rat lautet dann: schon vorab mehr auf die Mundhygiene achten. "Meiden Sie harte Bürsten, benutzen Sie milde Pasten und Spülungen."

Das Ziel ist laut Heindel eine intensive Betreuung in Zusammenarbeit mit den Ärzten. "Dadurch können wir vermeiden, dass Frauen un­sicher sind und bei auftretenden Problemen ins Krankenhaus gehen." Ein wichtiges Thema stellen dabei Wechselwirkungen mit anderen Arzneien dar. Heindel: "Manchmal schicken Onkologen eine Liste mit Medikamenten und fragen: Verträgt sich das mit der geplanten Chemo?"

Auf die Ernährung achten

Nicht nur Grapefruit und Multi­vitaminpräparate, sondern auch der Einnahmezeitpunkt von Krebsmedikamenten mit Nahrung kann Nebenwirkungen verstärken. Ernährungsberatung ist wichtig, sagen Heindel und Demir – vor allem auch, damit die Patientin während der Therapie kein Gewicht verliert.

"Auch dem Wunsch vieler Patientinnen, mit komplementären Maßnahmen die Nebenwirkungen zu senken oder Heilungschancen zu verbessern, müsse man auf Augenhöhe und mit der nötigen Kompetenz begegnen", sagt Heindel. Alles müsse auf Unbedenklichkeit geprüft werden.

Hier bekommen Sie außerdem Infos

  • Krebsinformationsdienst, www.krebsinformationsdienst.de
  • Deutsche Krebsgesellschaft, www.krebsgesellschaft.de
  • Brustkrebs-Deutschland, www.brustkrebsdeutschland.de
  • Mamazone, www.mamazone.de
  • Zertifizierte Krebszentren, www.oncomap.de