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Strahlentherapie bei Brustkrebs

Nach der brusterhaltenden Operation eines Mammakarzinoms folgt üblicherweise eine Bestrahlung der operierten Brust. Möglicherweise noch verbliebene Krebszellen sollen damit vernichtet werden. Erwiesen ist, dass dadurch das Risiko für das örtliche Wiederauftreten des Tumors gesenkt und so die Überlebenschancen verbessert werden können

aktualisiert am 18.12.2019

Die Bestrahlung (Radiatio oder Radiotherapie) bei Brustkrebs hat zum Ziel, mittels hochenergetischer Strahlen Krebszellen zu zerstören. Die Strahlen werden so gezielt wie möglich eingesetzt, um umgebendes Gewebe und benachbarte Organe so weit wie möglich zu schonen.

 

Eine Bestrahlung ist bei Brustkrebs vor allem dann notwendig, wenn

  • brusterhaltend behandelt wurde
  • nach Mastektomie bei großen Tumoren im Stadium T3 oder T4 und bei weiteren Risikofaktoren
  • das Tumorgewebe nicht vollständig entfernt werden konnte
  • eine Operation nicht möglich ist

Nach einer brusterhaltenden Operation folgt üblicherweise eine adjuvante Radiotherapie. Eventuell noch verbliebene Krebszellen sollen damit vernichtet werden. Erwiesen ist, dass dadurch das Risiko für das örtliche Wiederauftreten des Tumors gesenkt und so die Überlebenschancen verbessert werden können.

Ablauf der Bestrahlung

Die Strahlentherapie beginnt in der Regel einige Wochen nach der Operation, wenn die Operationswunde gut verheilt ist, oder aber im Anschluss an eine adjuvante Chemotherapie. Über den optimalen Ablauf berät der Arzt die Betroffenen. Er wird die Bestrahlung erst dann beginnen, wenn es ohne Risiko für örtliche Komplikationen an der Brust geht.

Eine Anti-Hormontherapie wie auch die Behandlung mit dem HER2-Antikörper Trastuzumab (siehe weiter unten) kann gleichzeitig mit der Strahlentherapie erfolgen. Ist eine Chemotherapie geplant, so findet die Bestrahlung meist erst danach statt.

Nach brusterhaltender Therapie wird in der Regel die gesamte Brust bestrahlt. Die Standard-Dosis beträgt 40 Gray (Gy). Zusätzlich wird das "Tumorbett" häufig noch extra bestrahlt (engl. boost, Schub). In der Summe lässt sich so das örtliche Rückfallrisiko deutlich senken.

Hypofraktionierte Bestrahlung

Ist keine gezielte Bestrahlung der Lymphabflusswege notwendig, empfehlen Strahlenmediziner und -medizinerinnen heute nach brusterhaltender Operation meist eine hypofraktionierte Bestrahlung der operierten Brust. Pro Bestrahlungstermin werden dabei etwas höhere Einzeldosen (über zwei Gray) verabreicht, so dass sich die Gesamtdauer der Strahlentherapie verkürzt. Die Gesamtstrahlendosis ist mit etwa 40 Gray (Gy) insgesamt etwa niedriger als bei der früher üblichen konventionell fraktionierten Strahlentherapie. Zusätzlich wird das "Tumorbett", also die Stelle an der der Tumor saß, häufig noch gezielt bestrahlt ("Boost -Bestrahlung").

Konventionelle fraktionierte ("normofraktionierte") Bestrahlung

Nach Entfernung der ganzen Brust (Mastektomie) wird die Brustwand in der Regel mit Einzeldosen von 1,8 bis 2,0 Gy bis zu einer Gesamtdosis von rund 50 Gy bestrahlt (konventionell fraktionierte Bestrahlung). Eine gezielte Bestrahlung der Operationsnarbe kann in bestimmten Fällen ebenfalls sinnvoll sein ("Narben-Boost").

Intraoperative Bestrahlung

Möglich ist die Bestrahlung aber auch schon während der Operation: Gleich nachdem der Tumor entfernt worden ist, wird eine Strahlenquelle in die Wundhöhle gelegt. Sie gibt, je nach eingesetzter Technik, über bis zu 30 Minuten Strahlung ab. Die intraoperative Strahlentherapie kann die postoperative Boost-Bestrahlung nach brusterhaltender Therapie vorwegnehmen, wodurch sich die Therapiedauer insgesamt verkürzt. Als alleinige Strahlentherapie gilt die intraoperative Strahlentherapie in den meisten Fällen nicht als ausreichend.

Teilbestrahlung der Brust

Bei der Teilbestrahlung der Brust (Partialbrustbestrahlung) wird nicht die ganze Brust bestrahlt, sondern nur die Region in der der Tumor lag. Sie kommt vor allem bei Frauen mit einem sehr niedrigen Rückfallrisiko infrage oder dann, wenn andere Gründe gegen eine Bestrahlung der kompletten Brust sprechen.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie kann verschiedene Nebenwirkungen haben. So wird nicht nur das kranke, sondern auch das gesunde Gewebe durch die Strahlen beschädigt. Im Strahlenfeld liegende Organe, wie zum Beispiel Lungen und Herz, werden bei der Bestrahlung so gut es geht geschützt, um Schädigungen wie etwa Gewebeverhärtungen (Fibrosierungen) zu vermeiden. An der Haut kann es zu Reizungen und Verfärbungen kommen. Durch Bestrahlung der Achselhöhle kann dort beispielsweise Haarausfall auftreten. Manche Patientinnen leiden auch unter ständiger Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue).