Senkt Olivenöl das Brustkrebsrisiko?

Eine Studie weist darauf hin, dass Frauen ihr Brustkrebsrisiko mit einer mediterranen Ernährung senken könnten. Olivenöl ist ein Hauptbestandteil der Mittelmeerkost
von Valerie Till, aktualisiert am 14.10.2015

Olivenöl: Pflanzliches Fett mit positivem Einfluss auf die Gesundheit

istock/dulezidar

Die klassische Mittelmeerküche mit reichlich Obst und Gemüse, pflanzlichen Fetten, viel Fisch und wenig Fleisch ist gesund. Sie mindert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da beispielsweise Olivenöl pflanzliche Fette beinhaltet, die positive Folgen auf die Blutfettwerte haben. Auch wirken die vielen Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe aus Obst und Gemüse positiv auf unseren Körper. Neue Studienergebnisse ergaben nun, dass eine Mittelmeerdiät mit reichlich Olivenöl möglicherweise sogar das Brustkrebsrisiko senkt.

Olivenöl wirkt sich möglicherweise positiv aus

Das Fachmagazin JAMA Internal Medicine veröffentlichte eine spanische Studie, an der 4.282 Frauen im Alter von 60 bis 80 Jahren teilnahmen. Sie wiesen alle ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Das Hauptziel der Studie war, aufzuzeigen, wie mediterrane Ernährung dieses Risiko beeinflusst. Für die Untersuchung wurden die Teilnehmerinnen in drei Gruppen unterteilt. Zwei erhielten eine intensive Ernährungsberatung und folgten der Mittelmeerdiät – eine erhielt zusätzlich täglich eine große Menge an Nüssen, die andere wöchentlich eine Flasche natives Olivenöl. Der dritten Gruppe wurde nahe gelegt, die Aufnahme von Nahrungsfetten zu reduzieren.

Nach Beendigung der Studie erkrankten 35 Teilnehmerinnen an Brustkrebs. Die Forscher stellten fest, dass das Erkrankungsrisiko bei Frauen, die eine Mittelmeerkost mit Olivenöl zu sich nahmen, um rund zwei Drittel niedriger war, als bei denen, die sich fettarm ernährten. Insgesamt fiel das Ergebnis der Erkrankten sehr niedrig aus: Bei den Teilnehmerinnen, die der Mittelmeerküche folgten, bekam eine von 1.000 Frauen pro Jahr Brustkrebs. In der Gruppe, die sich fettarm ernährten, erkrankten drei von 1.000 Frauen pro Jahr.

Weitere Studien erforderlich

Das Ergebnis der Studie muss allerdings mit Vorsicht gesehen werden, da das Hauptziel der Studie nicht das Thema Brustkrebs war und die Fallzahl von 35 Frauen mit Brustkrebs sehr gering und somit wenig aussagekräftig ist. Bereits eine erkrankte Frau mehr hätte das Ergebnis stark beeinflussen können. Auch wurde im Vorfeld nicht untersucht, ob die Teilnehmerinnen regelmäßig eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nahmen. Unsicher ist auch, ob tatsächlich das Olivenöl für die geringe Erkrankungsquote ausschlaggebend war oder ob generell mediterranes Essen zu diesem Ergebnis führte. Um das zu beweisen, sind weitere Studien mit mehr Menschen nötig.


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