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Örtlicher Rückfall

Manchmal kommt es nach einer Brustkrebs-Therapie dazu, dass der Krebs erneut auftritt. Lesen Sie mehr zur Behandlung solcher Rezidive

aktualisiert am 18.12.2019

Bei fünf bis zehn Prozent der brusterhaltend behandelten Frauen tritt der Tumor innerhalb von zehn Jahren in der Brust, der Brustwand, ihrer Haut oder der Achselhöhle erneut auf. Das bezeichnet Mediziner als Lokalrezidiv oder lokoregionäres Rezidiv. Auch bei solchen örtlich begrenzten Rezidiven ist eine Heilung möglich. Wie lang das krankheitsfreie Zeitfenster gewesen ist, spielt eine Rolle für die Prognose: Je größer, desto besser stehen die Chancen.

 

Um zu prüfen, ob sich der Krebs auf andere Organe ausgebreitet hat, wird die Patientin zunächst nochmals genauer mit bildgebenden Verfahren – Mammografie, Röntgen der Lungen, Ultraschall der Oberbauchorgane, Szintigrafie des Skeletts – untersucht.

Operation bei einem Brustkrebsrückfall

Bei einem Rezidiv in der Brust muss diese häufig abgenommen werden. In ausgewählten Einzelfällen, zum Beispiel bei einem langen rezidivfreien Intervall oder bei einem DCIS, kann eventuell eine erneute brusterhaltende Therapie möglich sein. Allerdings sehen Ärzte dieses Vorgehen nur in wenigen Fällen als empfehlenswert an, weil dann das Risiko für einen erneuten örtlichen Rückfall erhöht ist.

Bei einem Rückfall in der Achselhöhle wird diese operiert. Ziel ist immer, das Tumorgewebe komplett zu entfernen (R0-Resektion).

Das gilt genauso für einen Tumor, der nach Abnahme der Brust wiedergekehrt ist – sei es an der Brustwand, in der Achselhöhle oder im weiteren Umfeld, auch im Bereich von Narben: Er sollte nach Möglichkeit vollständig entfernt werden.

Bestrahlung bei einem Rezidiv

Eine zum zweiten Mal operierte Brust, eine Brustwand nach Entfernung der Brust oder ein erkranktes Lymphabflussgebiet der Brust werden – wenn möglich – erneut bestrahlt, eventuell mit einer Teilbrustbestrahlung.

Zusätzlich erhalten die Betroffenen in der Regel eine systemische Therapie, die an die (neo-)adjuvante Behandlung bei erstmalig auftretendem Brustkrebs angelehnt ist.

 

Anti-hormonelle Therapie bei Brustkrebs-Rezidiv

Der Pathologe nimmt jeweils ein Grading und eine Rezeptoren-Bestimmung (Hormon- und HER2-Rezeptoren) der Tumorzellen vor. Bei Hormonempfindlichkeit des Gewebes kann erneut eine Hormontherapie erfolgen oder aber der Arzt stellt eine laufende Hormontherapie um.

Chemotherapie bei einem Rezidiv

Anhand der individuellen Situation der Patientin prüft er außerdem, ob nach der Rezidiv-Operation auch eine Chemotherapie erfolgen sollte. Das kommt zum Beispiel für Patientinnen mit einem erhöhten Risiko infrage, etwa in jungem Alter oder wenn bestimmte Tumormerkmale wie Hormonrezeptor-Negativität vorliegen. Bei der Entscheidung müssen allerdings Vortherapien berücksichtigt werden.

Zielgerichtete Antikörper-Therapie bei einem Brustkrebsrückfall

Ist der Tumor HER2-positiv, kann zusätzlich eine gegen HER2 gerichtete Therapie, zum Beispiel mit dem Antikörper Trastuzumab eingesetzt werden, insbesondere dann, wenn die Betroffene früher noch nicht damit behandelt worden ist.