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Brustkrebs (Mammakarzinom): Nachsorge

Nach der Behandlung von Brustkrebs werden die Betroffenen regelmäßig nachuntersucht, um eine wiederkehrende oder neue Krebserkrankung frühestmöglich zu erkennen

aktualisiert am 26.06.2017
Sprechstunde

Kontrolle und Sicherheit durch Nachsorge – in den ersten fünf Jahren ist sie in halbjährlichen Abständen vorgesehen


Brustkrebs: Nachsorge nach Plan

Die Nachsorge zielt vor allem darauf ab, einen möglichen Rückfall rechtzeitig zu entdecken. Zum Beispiel kann der Tumor, wenn er an der ursprünglichen Stelle wieder auftritt, sehr effektiv behandelt werden (siehe Kapitel "Therapie", Abschnitt: Und wenn der Krebs wiederkehrt?").

Zudem sollen mögliche Nebenwirkungen der Tumortherapie festgestellt und behandelt werden.

Dabei geht es zum Beispiel um Probleme wie klimakterische Beschwerden, Osteoporose oder ein Lymphödem des Armes. Anzeichen eines Müdigkeitssyndroms (Tumor-Fatigue, siehe jeweils Kapitel "Therapie") sollten Sie nicht versuchen, wegzustecken, sondern beim Arzt ansprechen.

Außerdem können Rehabilitationsmaßnahmen und psychosoziale Hilfestellungen zum Zeitpunkt der abgeschlossenen Erstbehandlung im Rahmen der Nachsorge vorangetrieben und koordiniert werden.

Infomieren Sie Ihren Arzt daher auch unabhängig von den vorgesehenen Kontrollterminen bei ungewöhnlichen Beschwerden oder wenn Sie Auffälligkeiten an der Brust oder am Brustkorb feststellen.

Die Kontrolluntersuchungen erfolgen in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Brustkrebsbehandlung im Abstand von drei Monaten.

Bis zum fünften Jahr finden die Kontrollen alle sechs Monate statt, danach jährlich.

Im Mittelpunkt der Termine steht das Gespräch mit dem Arzt – im Allgemeinen ist das der behandelnde Gynäkologe –, der die Frau ausführlich nach ihrem körperlichen und seelischen Befinden fragt, und die körperliche Untersuchung. Dazu gehört, dass der Arzt auch die Unterleibsorgane überprüft.

Technische Nachsorge-Untersuchungen bei Frauen

Nach brusterhaltender Therapie wird die behandelte Brust in den ersten drei Jahren außerdem mindestens einmal jährlich mammografiert und sonografiert, ab dem vierten Jahr einmal jährlich.

Falls die operierte Brust mit diesen Verfahren schwer beurteilbar ist, erfolgt eine Magnetresonanztomografie. Die gesunde Brust wird einmal jährlich mammografiert, gegebenenfalls auch sonografiert.

Auch nach Entfernung der Brust ist einmal jährlich eine Mammografie der anderen Brust vorgesehen. Die operierte Seite untersucht der Arzt außerdem mindestens einmal jährlich mit Ultraschall.

Weitere Diagnosemaßnahmen sind meistens besonderen Fragestellungen vorbehalten, etwa bei Verdacht auf einen Rückfall, Metastasen oder natürlich auch eine andere Erkrankung.

Wenn der Arzt bestimmte Untersuchungen für notwendig hält, werden die Kosten dafür, von wenigen, speziellen Ausnahmen abgesehen, auch von den Krankenkassen übernommen.

Einmal pro Monat sollten die Betroffenen an die Selbstuntersuchung der Brust denken.

Brustkrebs-Nachsorge bei Männern

Auch für Männer sind nach der Erstbehandlung von Brustkrebs (weitere Informationen dazu im Kapitel "Besondere Situationen", Abschnitt "Brustkrebs bei Männern", und im Kapitel "Beratender Experte, Fachliteratur"; siehe auch unten, KID) regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen vorgesehen. Ebenfalls möglich sind Rehabilitationsmaßnahmen – stationär wie ambulant. Selbsthilfeorganisationen bieten weitere Unterstützung.

Leben Sie gut und gesund

Die wichtigsten Empfehlungen hierzu lassen sich in wenige Worte fassen: Gesund essen, sich so oft wie möglich bewegen, normales Gewicht beibehalten – das ist die beste Methode, um fit zu bleiben und sich wohl zu fühlen. Normalgewicht und Bewegung, eventuell auch eine gesunde Ernährung können sehr wahrscheinlich das Brustkrebs-Rückfallrisiko senken.

Konkret bedeutet das beispielsweise, bei der Ernährung einen ausreichenden Anteil von frischem Obst, Gemüse, Salaten und Vollkornprodukten zu verwenden. Außer Vitaminen und Mineralstoffen liefern sie auch andere wertvolle Komponenten wie zum Beispiel Ballaststoffe.

Süßigkeiten sowie fettreiche Nahrungsmittel aus tierischen Quellen, etwa Fleisch und Aufschnitt, sowie Alkohol und Nikotin sind dagegen ungünstiger und sollten hintanstehen.

Wenn Sie pro Woche mindestens drei Stunden körperlich aktiv sind, so steigert dies erfahrungsgemäß das Wohlbefinden und ist der Gesundheit förderlich. Dabei können Sie sich Ihrer Leistungsgrenze ruhig annähern, um einen Trainingseffekt zu erzielen

Psychische Bewältigung der Brustkrebserkrankung

Viele Betroffene stellen ihr Leben nach einer Brustkrebsbehandlung um, leben bewusster, achten mehr auf den Körper und lassen den eigenen Bedürfnissen Raum. Die körperliche Fitness ist oft sogar besser als vorher.

Schwerer zu fassen und schon gar nicht in wenigen Worten abzuhandeln ist die psychische Seite der Erkrankung.

Die Konfrontation mit der Diagnose "Krebs", der "Sturz aus der Normalität", Tage voller Angst und Verzweiflung, das Gefühl, sich nicht mehr auf den eigenen Körper verlassen zu können, nervenaufreibendes Warten auf medizinische Befunde, Strapazen und Leiden der Therapie – das alles hinterlässt tiefe Spuren.

Viele Betroffene fühlen sich noch über lange Zeit unterschwellig "alarmiert". Es ist auch nicht immer einfach, das richtige Maß zwischen zu wenig und zu viel Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper zu finden.

Gelingende Krankheitsverarbeitung braucht Zeit und verständnisvolle Begleitung im privaten und beruflichen Umfeld. Eine Betroffene kann sich auch extern Rat und Hilfe suchen.

Kompetente Ansprechpartner in Brustzentren sind Psychoonkologen, die schwerpunktmäßig Krebspatienten psychologisch betreuen.

Auch psychosoziale Krebsberatungsstellen und ambulant tätige Psychoonkologen bieten professionelle psychologische Hilfe an.

Adressen und Links finden Sie beim Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (Kontaktdaten siehe Kapitel "Beratender Experte", "Psychosoziale Hilfen", zum Beispiel "KID-Wegweiser". Sie finden dort auch Informationen über Selbsthilfegruppen).

Eine positive Lebenseinstellung, erfüllende Aufgaben und Interessen, das Gespräch in der Familie, mit dem Partner und mit Freunden, der Austausch mit anderen Betroffenen, eventuell auch in einer Selbsthilfegruppe vor Ort, Erleben von Solidarität und Hilfe, schließlich die Erfahrung der zurückgewonnen Körperkraft – alles dies stärkt auch die Psyche und hilft, die Krankheit zu akzeptieren und zu bewältigen.