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Aufbau der Brust – und was sich unter Hormoneinfluss im Gewebe verändert

Unter Hormoneinfluss verändert sich die Brust. Wie das im Laufe des Lebens passiert und was die Diagnose Mastopathie bedeutet

aktualisiert am 18.12.2019

Anatomie: So ist die Brust aufgebaut

Die weibliche Brust (lateinisch "Mamma") besteht aus Drüsen-, Fett-, Bindegewebe und Haut. Zudem verfügt sie über Nerven, Blut- und Lymphgefäße.

Die Brustdrüse selbst setzt sich aus etwa 15 bis 20 verzweigten, unterschiedlich großen Drüsen (Drüsenlappen) zusammen. Sie sind jeweils von Binde- und Stützgewebe umgeben. Jeder dieser Drüsenlappen besteht aus mehreren Drüsenläppchen.

Brust-Querschnitt (Schematische Darstellung, Sagittalschnitt)

Dort nehmen jeweils die kleinen Milchgänge ihren Ausgang. Auf dem Weg zur Brustwarze vereinigen sie sich zu größeren Gängen (siehe Zeichnung).

Was die weiblichen Hormone an der Brust bewirken

In der fruchtbaren Lebensphase unterliegt das Brustdrüsengewebe dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone, Östrogen und Progesteron.

Nach dem Eisprung in der Zyklusmitte weiten sich die Milchgänge leicht und die Drüsenläppchen vergrößern sich vorübergehend. Das Bindegewebe nimmt mehr Flüssigkeit auf, die Brust wird größer, fester, spannt womöglich etwas.

 

Sinn des Ganzen: Vorbereitung auf die Milchproduktion und das Stillen, die eigentlichen Aufgaben der Brust. Stellen, die sich etwas uneben, höckrig oder gar knotig anfühlen, können in der zweiten Zyklushälfte zunehmen und schmerzempfindlich sein.

Mit dem Einsetzen der Monatsblutung gehen diese zyklisch bedingten Beschwerden, auch der etwas knotige Charakter des Gewebes, wieder zurück.

Mastopathie: Gutartiger Umbau

Bei vielen Frauen ist der Grund für die weiter oben beschriebenen knotigen Veränderungen, die zyklusabhängig Beschwerden machen können, eine sogenannte Mastopathie. Darunter versteht man bestimmte Umbauvorgänge des Brustgewebes.

Sie sind oft an die Ungleichgewichte der Sexualhormone im Rahmen des weiblichen Zyklus gebunden. Auch Wechselwirkungen mit anderen Hormonen spielen vermutlich eine Rolle.

Nach der Menopause entwickelt sich das Drüsen- und Bindegewebe zurück, die Formfestigkeit der Brust lässt nach. Häufig schwächen sich dann die mastopathischen Veränderungen ebenfalls ab. Mitunter führt aber auch die Rückbildung des Brustgewebes im Alter zu mastopathischen Befunden. Eine Mastopathie kann somit über das ganze Erwachsenenalter der Frau auftreten.

Mögliche Symptome, vor allem in der gebärfähigen Zeit, sind Schmerzen, Austritt von Sekret aus der Brustwarze und Knoten in der Brust. Selten zeigen sich Entzündungszeichen. Alles in allem kann sich eine Mastopathie in ihrem Verlauf sehr unterschiedlich darstellen.

Wichtig: In den allermeisten Fällen sind die Umbauvorgänge gutartig. Dennoch sollten Sie Knoten in der Brust und Austritt von Sekret aus der Brustwarze vom Frauenarzt oder der Frauenärztin abklären lassen, auch wenn damit keine weiteren Beschwerden einhergehen.

Kommt es im Rahmen der Mastopathie zu krankhaften Veränderungen, dann werden sie den gutartigen Brusterkrankungen zugeordnet.

Es gibt drei Ausprägungsgrade der Mastopathie (I, II und III). Bei Grad III ist das Brustkrebsrisiko etwas erhöht. Gewissheit über die Art einer Gewebeveränderung kann nur eine feingeweblich untersuchte Gewebeprobe geben. Bei verdächtigen Befunden wird der Arzt oder die Ärztin daher eine Biopsie veranlassen.

 

Mammakarzinom: Bösartiges Wachstum

Bei einem bösartigen Tumor der Brust verändern sich Zellen im Drüsengewebe grundlegend und können unkontrolliert und zerstörerisch in das umgebende Gewebe einwachsen. Ausgangspunkt sind Schäden im Erbgut dieser Zellen.

Ausgangspunkt sind entweder Zellen im Bereich eines Läppchens (lobulär) oder – häufiger – in einem Milchgang (duktal). Die weiblichen Geschlechtshormone – insbesondere Östrogene  – können auch das Wachstum von hormonempfindlichen Brustkrebszellen fördern.

Die Geschwulst wächst heran und kann als Knoten tastbar werden. Bösartige Zellen können über das Lymph- und Blutgefäßsystem auswandern, in andere Organe gelangen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.