Knoten in der Brust: Krebs vorbeugen, gesund leben

Eine gesunde Lebensweise hilft Stoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Mit der Krebs-Prävention ist es etwas komplizierter. Rauchverzicht, sehr wenig Alkohol und Normalgewicht sind aber auch hier förderlich

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 26.06.2017
Obst und Gemüse

Gesundheitsformel 2014: Viel Obst, Gemüse, Bewegung, wenig Alkohol und rotes Fleisch


Gesunde Ernährung lohnt sich auf jeden Fall

Die Zusammenhänge zwischen Krebs und Ernährung sind neueren Untersuchungsergebnissen zufolge vielfach eher unklar als klar. Anders in Sachen Herz- und Gefäßgesundheit: Was Ernährungswissenschaftler schon seit längerem empfehlen, nämlich fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag ("5-am-Tag-Regel"), hat erst einmal Bestand. Auch die sogenannte Mittelmeerküche kommt dem nahe, da sie viele pflanzliche Bestandteile enthält.

Produkte aus tierischen Quellen liefern unter anderem Fette, die in ihrer Zusammensetzung – nicht zuletzt im Hinblick auf den Cholesterinspiegel – ungünstiger sind als bestimmte pflanzliche Öle, etwa kalt gepresstes, natives Olivenöl aus erster Pressung, aber beispielsweise auch qualitätvolles Lein-, Sesam- oder Walnussöl.

Fleisch, insbesondere rotes, Käse und Aufschnitt, daneben auch Süßigkeiten und Schokolade, Gebäck und salzige Snacks sollten oft gegen frisches Gemüse und Obst sowie Meeresfisch ausgetauscht werden. Wichtig ist dabei, sich abwechslungsreich zu ernähren und Übergewicht (siehe unten) zu vermeiden.

Ausreichend Flüssigkeit

Oft zu wenig beachtet: Der Körper braucht ausreichend Flüssigkeit – sofern keine medizinischen Einschränkungen bei der Trinkmenge vorgegeben sind. Wasser, Tees aller Arten und Aromen sind durchaus auch geeignet, den Flüssigkeitsbedarf auf gesunde Weise zu decken. Dabei ist eventuell zu beachten, dass schwarzer, grüner oder "weißer" Tee unter anderem Tein enthält. Es entspricht Koffein und gehört zu den sogenannten Methylxantinen, die auch Bestandteile in Kakao und Cola sind: ihnen wird teilweise eine mögliche Rolle im Zusammenhang mit der Entwicklung einer fibrozystischen Mastopathie der Brust zugeschrieben (siehe dazu Kapitel "Ursachen: Zyklusabhängig" im Beitrag "Schmerzende Brüste (Mastodynie)").

Milch, idealerweise fettarm, und Fruchtsäfte – bei Zuckerzusatz am besten mit Wasser verdünnt getrunken – eignen sich ebenfalls als Flüssigkeitsspender.

Alkohol dagegen nicht. Vielmehr ist er ein Genuss- und Rauschmittel, und er erhöht das Brustkrebsrisiko. Daher sollte er nur sehr maßvoll genossen werden. Gegen ein gelegentliches Glas guten Weines ist aber normalerweise nichts einzuwenden.

Dass nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch Rauchen das Brustkrebsrisiko fördert, überrrascht eigentlich kaum, da vielfältige gesundheitsschädliche und krebsfördernde Wirkungen der Schadstoffe im Rauch seit langem bekannt sind.

Normalgewicht: Gute Chancen für ein langes Leben

Zu den Zielen einer gesunden Lebensweise gehört ganz wesentlich, ein normales Gewicht einzuhalten. Daberi hilft regelmäßige körperliche Bewegung. Zwischen Fettgewebe und Tumorwachstum könnten zum Beispiel unter bestimmten Voraussetzungen, etwa Körperfett im Übermaß, gewisse Zusammenhänge bestehen. Dass viele überschüssige Pfunde auch den Stoffwechsel, Herz und Kreislauf sowie die Gelenke belasten, ist ohnehin außer Zweifel. Also besser in Richtung Normalgewicht abspecken. Dazu noch ein paar Maße und Zahlen:

Der Body-Mass-Index (BMI) beispielsweise ist eine Formel zur Berechnung der Körpermasse. Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm (kg) durch das Quadrat der Körperlänge in Metern zum Quadrat geteilt. Der BMI liefert einen Anhaltspunkt dafür, in welchem Gewichtsbereich man persönlich liegt. Die aus dem Index abgeleitete normale Bandbreite für Normalgewicht liegt bei Werten ab 18,5 bis 24,9 (für Frauen durchschnittlich bei 19 bis 24, für Männer bei 20 bis 25). Oberhalb von 25 beginnt im Durchschnitt der übergewichtige Bereich. Außer dem Geschlecht beeinflussen auch das Alter und die Muskelmasse die Proportionen.

Direkt und problemlos zu messen ist der Taillenumfang, ein Maßband genügt. Bei Männern gelten hinsichtlich der Grenze, ab der Übergewicht beginnt, Taillen bis 94, bei Frauen bis 80 Zentimeter als normal und gesundheitlich unbedenklich.

Körperliche Bewegung

Pro Woche sollte man sich mindestens dreimal dreißig Minuten lang aktiv bewegen. Ehrgeiziger noch ist die Empfehlung von drei bis fünf Stunden schnellen Spazierengehens oder einer anderen körperlichen Aktivität mit vergleichbarem Energieverbrauch pro Woche. Lassen Sie sich dazu auch von Ihrem Arzt beraten.

Günstig sind Ausdauersportarten, etwa Walking, Fahrradfahren, Joggen, Schwimmen. Wer einen Teil des Aktivprogramms mit Krafttraining bestreitet, ist im Allgemeinen ebenfalls auf dem richtigen Weg.

! Achtung: Neu- oder Wiedereinsteiger über 35 Jahren sollten sicherheitshalber vorab Herz und Kreislauf beim Arzt checken lassen. Der "Check-up 35", der von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, umfasst im Zweijahresrhythmus eine körperliche Untersuchung einschließlich Puls- und Blutdruckmessung, die Bestimmung von Blutzucker und Gesamt-Cholesterin sowie einen orientierenden Urinstreifentest auf Nieren- und Blasenerkrankungen sowie Diabetes.

Wer sich genauer über die Risikofaktoren von Brustkrebs informieren möchte, findet dazu unter "Brustkrebsk-apotheken-umschau" title="Brustkrebs (Mammakarzinom): Überblick">Brustkrebs" im Kapitel "Ursachen und Risikofaktoren" weitere Informationen.