Chronische Bronchitis / COPD: Therapie

Die wirksamste Maßnahme bei einer chronischen Bronchitis ist: Mit dem Rauchen aufhören. Die Beschwerden lassen sich mit Medikamenten behandeln
aktualisiert am 17.08.2016

Sprays, die bronchienerweiternde Medikamente enthalten, helfen bei einer COPD

Panthermedia/Katie Neudert

Rauchstopp

Die einzige "Therapie", die das Fortschreiten einer chronischen Bronchitis / COPD verlangsamt, ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Bereits drei Tage, nachdem Sie die letzte Zigarette geraucht haben, verbessert sich die Lungenfunktion wieder. Im Laufe der Zeit lässt der Husten nach, die Bronchien bilden weniger Schleim und Sie bekommen besser Luft. Experten sagen: Es ist nie zu spät, das Rauchen aufzugeben. Und auch das Lungenkrebsrisiko reduziert sich deutlich, wenn der Glimmstängel aus bleibt. Raucherentwöhnungsprogramme können Rauchern helfen, vom Tabakkonsum loszukommen.

Wer anderen Schadstoffen in der Luft ausgesetzt ist, sollte versuchen, sie künftig zu meiden.

Medikamente bei COPD

Medikamente bekämpfen nicht die Ursache der chronischen Bronchitis. Aber sie können die Symptome lindern und das Wohlbefinden verbessern. Die genaue Therapie hängt unter anderem vom Schweregrad der COPD ab (siehe Kapitel Symptome).

Bei einem geringen Schweregrad verschreibt der Arzt kurz-wirksame bronchialerweiterende Medikamente (Beta-Sympathikomimetika oder Anticholinergika). Der Patient kann sie bei Bedarf nehmen, wenn er Luftnot verspürt. Schreitet die COPD weiter voran, kommen meist langwirksame bronchialerweiternde Sprays hinzu, die der Erkrankte regelmäßig anwendet. Zusätzlich kann der Arzt ein Kortison als Spray oder Tablette verschreiben. Kortison wirkt entzündungshemmend und kann eine Exazerbation (siehe Kapitel Symptome) abmildern.

Bei einer schweren COPD wird unter Umständen eine Sauerstoffbehandlung nötig.

Weitere Maßnahmen

Atemphysiotherapie: Eine Atemphysiotherapie ist sehr wichtig, um trotz eingeschränkter Lungenfunktion die Belastbarkeit und Lebensqualität zu erhalten. Spezielle Atemtechniken und eine Körperhaltung, welche die Atmung erleichtert, können Patienten hier unter anderem erlernen.

Bewegung / Sport: Körperliches Training ist ein zentraler Bestandteil der Therapie. Wer angepassten Sport treibt – zum Beispiel in einer Lungensportgruppe – kann die Belastbarkeit und Funktionsfähigkeit seines Körpers bestmöglich erhalten. Regelmäßige körperliche Aktivität verringert außerdem das Risiko für eine Exazerbation, also eine plötzliche Verschlechterung der Bronchitis-Beschwerden. Der Sport sollte unter ärztlicher Anleitung stattfinden, damit sich der Patient nicht überfordert.

Ernährung: Übergewicht beeinflusst den Verlauf einer COPD ebenso wie Untergewicht. Vor allem letzteres geht mit einer ungünstigen  Prognose einher. Eine angepasste Ernährung sollte in Zusammenarbeit mit einem Ernährungsexperten erfolgen.

Heilungschancen: Eine chronische Bronchitis kann sich im Anfangsstadium völlig zurückbilden und ist damit grundsätzlich heilbar. Wichtig ist, dass Betroffene das Rauchen aufgeben. Sind die Bronchien schon lädiert (=verengt), lässt sich eine COPD nicht mehr vollständig heilen. Der Verlauf und die Lebenserwartung können jedoch sehr wohl positiv beeinflusst werden – durch eine konsequente Therapie.

Empfohlene Schutzimpfungen: Die Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie rät COPD-Patienten, sich gegen die echte Grippe (Influenza) und gegen Pneumokokken impfen zu lassen.


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