Chronische Bronchitis / COPD: Folgeerkrankungen

Die chronische Bronchitis kann schwere Folgen haben, unter anderem ein Lungenemphysem („Blählunge“) oder eine Rechtsherzinsuffizienz (Schwäche der rechten Herzkammer)

aktualisiert am 17.08.2016

Bei Verdacht auf chronische Bronchitis unbedingt zum Arzt gehen!


Bei einer fortgeschrittenen chronischen Bronchitis beziehungsweise einer schwereren COPD können Begleiterkrankungen entstehen:

Lungenemphysem (Lungenblähung, Blählunge)

Der Begriff Lungenemphysem bedeutet, dass die Lungenbläschen – auch Alveolen genannt – zu immer größeren Blasen verschmelzen und immer mehr Luft in der Lunge gefangen bleibt. Dieser Zustand geht mit Veränderungen der Lungenstruktur (Verlust an Elastizität und Abbau von Alveolarwänden) einher und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Die Lungenbläschen sind für den normalen Gasaustausch unverzichtbar: Über sie wird der eingeatmete Sauerstoff in das Blut aufgenommen und das Stoffwechselprodukt Kohlendioxid aus dem Blut entfernt und abgeatmet.

Entscheidend ist die riesige innere Oberfläche der Lunge von zirka 150 Quadratmetern, die durch den Abbau von Alveolarwänden und Entstehung von immer größeren Blasen (sogenannte Bullae) immer weiter abnimmt. Hierdurch wird der Gasaustausch in der Lunge zunehmend eingeschränkt, die Sauerstoffaufnahme nimmt ab und gleichzeitig steigt die Beanspruchung der Atemmuskulatur. Durch dieses Ungleichgewicht zwischen zu leistender Atemarbeit und ungenügendem Gasaustausch entsteht das Gefühl der Atemnot oder Kurzatmigkeit.

Cor pulmonale (Lungenherz)

Als Cor pulmonale bezeichnen Ärzte die Vergrößerung der rechten Herzkammer. Es entsteht, wenn bei einem Emphysem durch die Ausbildung von immer mehr Emphysemblasen Blutgefäße abgebaut werden und dauerhaft verengt sind. Nun muss das Blut durch immer weniger und engere Gefäße fließen, was nur durch einen erhöhten Druck ermöglicht werden kann, sodass ein Lungenhochdruck vorliegt. In der Folge muss die rechte Kammer des Herzens mehr Kraft aufbringen, um Blut in die Lunge zu pumpen. Um mehr leisten zu können, wird das Herz größer und seine Muskelmasse nimmt zu. Mit der Zeit schädigen die Veränderungen das Herz so stark, dass es nicht mehr effizient arbeiten kann. Es entsteht eine Rechtsherzinsuffizienz. Das Cor pulmonale geht mit Symptomen wie Atemnot, Brustschmerzen und geschwollenen Beinen einher.