Harnröhrenstriktur: Ursachen

Häufigste Ursache der Harnröhrenstriktur sind Verletzungen oder ärztliche Maßnahmen im Bereich der Harnröhre. Zu den selteneren Auslösern zählen Infektionen oder angeborene Fehlbildungen
von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 03.07.2014

Harnwege beim Mann: Die Harnröhre (rot) leitet den Urin aus der Blase nach außen (Für die komplette Grafik bitte auf die Lupe oben links klicken!)

W&B/Szczesny

Die Ursache von narbigen Verengungen der Harnröhre sind Verletzungen oder eine Schädigung der Harnröhren-Schleimhaut. Das kann bei offenen Verletzungen im Bereich des Penis oder des Damms oder bei Beckenbrüchen passieren.

Auch durch ärztliche Eingriffe im Bereich der Harnröhre sind sogenannte Mikroverletzungen ("Kleinstverletzungen") der Schleimhaut möglich, die zu einer Narbenbildung führen. Entzündungen der Schleimhaut (beispielsweise durch Gonorrhoe) können ebenfalls Narben hinterlassen.

Wie entsteht eine Harnröhrenstriktur?

Nach Verletzungen oder Schädigungen verschiedener Art kommt es zu Veränderungen in der Struktur der Schleimhaut. Sie wird ganz oder teilweise durch Bindegewebe (Narbengewebe) ersetzt. An der Stelle, an der die Narbe sich bildet, schrumpft die Harnröhre. Je nachdem wie ausgedehnt die Verletzung war und wie die Heilung verläuft, engt das die Harnröhre mehr oder weniger stark ein.

Welche Auslöser schädigen die Schleimhaut der Harnröhre?

Schleimhaut-Schäden entstehen durch mechanische Verletzungen – wie sie bei Beckenbrüchen oder Verletzungen in der Dammregion vorkommen, beispielsweise durch einen Sturz auf die Fahrradstange. Auch bei Untersuchungen der Harnröhre mit dem Endoskop, einem dünnen schlauchartigen Gerät, können Mikroverletzungen entstehen.

Die Schleimhaut leidet manchmal auch, wenn ein Blasenkatheter gelegt werden muss – das ist ein feines Kunststoffröhrchen, das von außen über die Harnröhre in die Blase vorgeschoben wird und den Urin ableitet.

Länger liegende Blasenverweilkatheter sind zum Beispiel für größere und langdauernde Operationen und deren Nachbehandlung notwendig. Solche Blasenverweilkatheter können auf die Schleimhaut der Harnröhre drücken und auf diese Weise ihre die Durchblutung stören. Bei latexhaltigen Verweilkathetern vermutet man, dass sie zusätzlich gewebeschädigende Stoffe abgeben. In den letzten Jahren werden in der Harnröhre liegende (transurethrale Blasenkatheter) zunehmend durch suprapubische Katheter ersetzt: Solche Katheter leiten den Harn über einen kleinen Schlauch durch die Bauchdecke ab. Dadurch vermeidet man Harnröhrenstrikturen.

Auch eine Infektion durch bestimmte Keime kann die Schleimhaut der Harnröhre schädigen und eine Harnröhrenstriktur verursachen. Dazu gehört die Gonorrhoe (Tripper), die aber heutzutage eher selten geworden ist.

Daneben gibt es, ebenfalls vergleichsweise selten, Fehlbildungen im Bereich der Geschlechtsorgane, die mit einer Einengung der Harnröhre einhergehen – zum Beispiel eine Harnröhrenspalte (Hypospadie).


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