Harnröhrenstriktur: Symptome

Eine Harnröhrenstriktur macht zu Beginn oft keine eindeutigen Beschwerden. Im Verlauf können Harnwegsinfekte (zum Beispiel Blasenentzündungen) auftreten. Ohne Therapie drohen bleibende Schäden

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 03.07.2014

Probleme auf dem stillen Örtchen? Symptome wie schwacher Harnstrahl, Nachtröpfeln, Schmerzen beim Wasserlassen können Zeichen einer Harnröhrenstriktur sein


Häufig zeigt sich eine Harnröhrenenge zunächst nur in einem abgeschwächten Harnstrahl. Je nachdem wo die Enge sitzt, kann der Harnstrahl auch geteilt oder gießkannenartig verformt sein.

Wenn sich hinter der Engstelle eine Erweiterung der Harnröhre gebildet hat, kommt es zum "Nachtröpfeln" von Harn nach dem Wasserlassen. Probleme bereitet die Harnröhrenenge, wenn sie die vollständige Entleerung der Blase verhindert.

Wann verursacht eine Harnröhrenstriktur Schmerzen?

Der Rückstau des Urins bedingt unter Umständen beim Wasserlassen Schmerzen am Damm oder am Penis.

Entleert sich die Blase nur unvollständig, bleibt immer eine gewisse Menge an Urin zurück (Restharn). Im Restharn können sich Bakterien ansiedeln und vermehren. Es entsteht eine Blasenentzündung. Sie macht sich durch schmerzhaftes Wasserlassen, häufigen auch nächtlichen Harndrang und manchmal eine sichtbare Rotfärbung des Urins bemerkbar.

Je nachdem wie weit sich der Harn zurückstaut, breitet sich die Infektion in die höher gelegenen Teile der Harnwege aus – in die Harnleiter, die die Nieren mit der Blase verbinden, oder bis in das Nierenbecken. Dann treten zusätzliche Flankenschmerzen auf.

Ein Rückstau von Harn im Bereich der Prostata kann auch zu einer schmerzhaften Entzündung der Prostata und des Nebenhodens führen.

Was sind Spätfolgen oder Komplikationen einer Harnröhrenstriktur?

Je nachdem wie ausgeprägt die Abflussbehinderung ist, droht ein kompletter Harnverhalt mit einer akuten Überdehnung der Blase und massiven Bauchschmerzen. Das ist ein Notfall, der umgehend durch eine Entlastung der Blase behandelt werden muss. Bei einer Harnröhrenstriktur gelingt das am besten mit Hilfe eines Katheters über die Bauchdecke (suprapubischer Blasenkatheter).

Daneben kann es auch zur chronischen Überdehnung der Blase mit bleibender Schädigung der Blasenmuskulatur kommen. In einer solchen sogenannten schlaffen Blase bleibt wiederum Restharn stehen und führt, wie beschrieben, zu Harnwegsinfekten.

Bleibt ein Harnwegsinfekt unbemerkt, droht schlimmstenfalls eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Urosepsis). Mögliche Anzeichen sind unter anderem hohes Fieber, zunehmende Verwirrtheit und schließlich das Versagen von Atmung, Kreislauf und anderen Organen (Mulitorganversagen).

Kommt es häufig zu Infekten und staut sich ständig Harn in Harnwege und Nierenbecken zurück, schädigt das womöglich die Nieren. Ein Nierenversagen kann die Folge sein. Dann ist eine regelmäßige Dialyse (Blutwäsche) notwendig.