Harnröhrenstriktur: Diagnose

Wichtig für die Diagnose einer Harnröhrenstriktur ist die Druck-Fluss-Messung des Harnstrahls beim Wasserlassen. Ultraschall-, Röntgen- und weitere Untersuchungen ergänzen die Diagnostik

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 03.07.2014
Senior beim Arzt

Termin beim Arzt: Beschwerden beim Wasserlassen sollten abgeklärt werden


Dem Arzt stehen verschiedene Diagnosemethoden zur Verfügung, um eine Harnröhrenstriktur festzustellen. Zusätzlich sind Untersuchungen von Urin und Blut wichtig, um Harnwegsinfekte oder eine Nierenschädigung zu erkennen und das Ausmaß möglicher Spätfolgen einzuschätzen.

Welche technischen Untersuchungen können eine Harnröhrenstriktur nachweisen?

Druck-Fluss-Messung: Wegweisend ist die Druck-Fluss-Messung des Harnstrahles (Uroflow-Messung). Das Untersuchungsergebnis erlaubt Rückschlüsse auf die Ursache der Beschwerden – zum Beispiel eine Harnröhrenstriktur oder aber eine gutartige Prostatavergrößerung. Bei einer Harnröhrenenge zeigt sich der Harnstrahl in dieser Untersuchung immer gleich schwach.

Ultraschall: Mit Hilfe einer Ultraschall-Untersuchung des Unterbauchs erkennt der Arzt, ob nach dem Wasserlassen Urin in der Blase zurückbleibt, und wie viel zurückbleibt. Unter Umständen zeigt sich ein verdickter Blasenmuskel (eine Blasenwandhypertrophie). Ein geübter Untersucher kann mit Hilfe des Ultraschalls auch die Harnröhre direkt beurteilen und etwaige Engstellen sehen.

Röntgen: Haben die ersten Untersuchungen den Verdacht auf eine Harnröhrenenge bestätigt, folgen meistens Röntgenaufnahmen. Der Arzt bringt Röntgenkontrastmittel von außen in die Harnröhre ein (sogenannte retrograde Urethrografie). So macht er die Hohlräume der Blase und der Harnröhre sichtbar. Mit Hilfe dieser Untersuchung kann der Arzt das Ausmaß der Harnröhrenenge und deren Länge feststellen.

Manche Veränderungen werden vom Druck in der Blase beeinflusst – zum Beispiel das Ausmaß der Harnröhren-Erweiterung vor der Engstelle. Auf einer retrograden Urethrografie sind solche Veränderungen oft gar nicht erkennbar. Eine höhere Aussagekraft haben daher Röntgenaufnahmen, bei denen Blase und Harnröhre während des Wasserlassens dargestellt werden (Miktionszysturethrogramm). Solche dynamischen (bewegten) Aufnahmen dienen vor allem zur Operationsplanung.

Spiegelung (Endoskopie): Bei einer Blasen- und Harnröhrenspiegelung hat der Arzt unmittelbare Sicht auf die Engstelle – über ein ganz dünnes Röhrchen, das Endoskop. Es wird unter örtlicher Betäubung in die Harnröhre geführt (flexible Urethroskopie). Dieses Verfahren ist in der Regel nur dann notwendig, wenn die übrigen, nicht invasiven Untersuchungsmethoden kein eindeutiges Ergebnis bringen.