Harnröhrenentzündung: Ursachen

Eine Harnröhrenentzündung kann durch mechanische oder chemische Reizung oder eine Allergie entstehen. Die häufigste Ursache ist jedoch eine Infektion

aktualisiert am 15.09.2014

Beim ungeschützten Sex können Krankheitserreger wie Chlamydien übertragen werden. Sie zählen zu den häufigen Auslösern der Harnröhrenentzündung


Grundsätzlich lassen sich infektiöse von nicht-infektiösen Ursachen unterscheiden. Die Infektion ist mit Abstand der häufigste Grund für eine Urethritis. Dabei stehen Bakterien an erster Stelle. Chlamydien, Gonokokken ("Tripper"), Mykoplasmen, Ureaplasmen oder aber auch Darmbakterien sind in der Lage, eine Entzündung der Harnröhre hervorzurufen. Diese werden vornehmlich bei ungeschütztem sexuellen Kontakt übertragen.

Doch auch im Zuge von Schmierinfektionen können beispielsweise Bakterien durch falsches Abwischen von der Analregion einfacher in die Harnröhre gelangen. Seltener sind Viren (Herpes simplex), Einzeller (Trichomonaden) oder Pilze – bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem – Auslöser der Urethritis.

Die Harnröhre kann aber auch auf anderem Wege gereizt werden. Fremdkörper wie Harnblasenkatheter sind bei dauerhafter Benutzung potenzielle Auslöser. Ebenso können bestimmte Techniken der Selbstbefriedigung zu Schäden der Harnröhre führen. Unverträglichkeiten gegen chemische Substanzen wie Verhütungsmittel (Spermizide) oder Gleitmittel sind weitere mögliche Ursachen für eine Urethtritis.

In seltenen Fällen tritt mit zeitlicher Verzögerung nach Infektionen der Harnwege oder des Darmes die Urethritis gemeinsam mit Beschwerden an Gelenken und den Augen auf ("Reiter-Syndrom"). Man beobachtet die Urethritis manchmal auch im Rahmen von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus.