Bergamotte: Seltene Zitrusfrucht

Bergamotte-Früchte sind nicht zum puren Verzehr geeignet. Begehrt ist das aus ihnen gewonnene Öl. Es verfeinert Tees und Konfitüren und ist Bestandteil von Parfums und Kosmetika

aktualisiert am 01.12.2014
Bergamotte

Die Bergamotte ist eine sehr seltene Zitrusfrucht


Inhaltsstoffe: Begehrtes ätherisches Öl

Die Bergamotte eignet sich nicht, um sie zu verzehren. Ihr grünliches, schwer von der Schale lösliches und fast kernloses Fruchtfleisch schmeckt zu sauer und zu bitter. Sie wird hauptsächlich wegen ihres ätherischen Öls angebaut. Ihr außergewöhnliches Aroma steckt in der Schale, aus der ihr Öl gewonnen wird. Das seltene, teure und begehrte Bergamotte-Öl wird für Parfums und Kosmetika verwendet und auch in der Aromatherapie eingesetzt.

Herkunft: Mischung aus Zitrone und Orange

Die Bergamotte entstand wahrscheinlich als Hybrid aus Zitronat-Zitrone und Bitterorange. Als Hybrid bezeichnet man Pflanzenmischlinge zwischen unterschiedlichen Arten und Unterarten. Die genaue Herkunft der Bergamotte ist ungewiss. Manche gehen davon aus, dass ihr Ursprung im Orient liegt und die Zitrusfrucht im Zuge der Kreuzzüge nach Europa gelangte. Andere wiederum meinen, Christoph Kolumbus habe die Bergamotte von den Kanaren mit nach Spanien gebracht, von wo aus sie sich im übrigen Europa verbreitete. Die italienische Stadt Bergamo in der Lombardei gilt jedenfalls als Namensgeber der seltenen Früchte. Ihre Besonderheit: Sie wird ausschließlich auf einem schmalen, etwa 100 Kilometer langen Küstenstreifen in Kalabrien (Italien) kultiviert, weil ihre Anbaubedingungen sehr speziell sind. Sehr vereinzelt wächst die Bergamotte auch an der Elfenbeinküste, in Argentinien und Brasilien.

Botanik: Verträgt keine Kälte, braucht viel Wasser

Die Bergamotte ist eine Zitrusfrucht. Sie wächst an immergrünen Bäumen, die bis zu vier Meter hoch werden. Citrus bergamia blüht im Frühjahr, nicht wie andere ihrer Art das ganze Jahr über. Ihre Blüten sind weiß. Die runden bis birnenförmigen Früchte mit einem Durchmesser von fünf bis sieben Zentimeter wiegen in reifem Zustand zwischen 100 und 200 Gramm. Ihre Schale ist glatt bis angeraut, oft auch leicht gerippt. Am unteren Ende der Frucht findet sich eine zitronenähnliche Ausstülpung. Während ihres Reifeprozesses wechselt die Schalenfarbe über sattgrün, bis gelbgrün zu blassgelb. Dann ähnelt sie in Form und Farbe der Zitrone. Die Frucht verträgt keine Kälte, muss oft gewässert werden und gedeiht am besten auf tonhaltigem Boden. Erntezeit ist von November bis März.

Saison: Rare Winterfrucht

Bergamotte-Früchte sind kaum wie anderes Obst im Geschäft erhältlich. Wenn man überhaupt welche findet, dann sehr vereinzelt in den Wintermonaten von November bis Februar. Die Früchte stammen dann aus Italien.

Lagerung: Kühl und dunkel

Bergamotte-Öl oder -Pulver kann man lange aufbewahren. Da Öl am besten kühl und dunkel lagern.

Verwendung von Bergamotte-Öl

Die Frucht eignet sich nicht zum Verzehr. Ihr Aroma steckt in der Schale. Man findet das Bergamotte-Öl als Aromabestandteil von Earl-Grey-Tee. Als besonders delikat gilt aus der Zitrusfrucht hergestellte Konfitüre. Ihr Aroma ist unverwechselbar speziell, leicht bitter, sauer und ätherisch. Auch findet sich Bergamotte-Öl in manchen türkischen und französischen Bonbons. Oder in einigen Curaçao-Likören. Die Haute Cuisine schätzt Bergamotte-Saft seit einiger Zeit als Aromaspender ähnlich wie Limettensaft. Achtung: Bergamotte-Öl erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut. Setzen Sie sich deshalb besser nicht der Sonne aus, wenn sie das Öl, Kosmetika oder Parfüms mit diesem Bestandteil auf die Haut aufgetragen haben.

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