Bauchspeicheldrüsenkrebs: Therapie

Wenn der Tumor auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt ist und durch einen operativen Eingriff komplett entfernt werden kann, ist eine Heilung möglich. Meist haben sich die Krebszellen jedoch schon weiter ausgebreitet

08.08.2013
Operation

Die Operation ist eine Therapieoption. Sie kommt jedoch nicht immer infrage


Eine Operation bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist abhängig davon, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und welcher Teil des Pankreas davon betroffen ist. Dementsprechend werden entweder Bauchspeicheldrüse und gegebenenfalls angrenzende Organe (wie Magen und Gallenblase) teilweise oder vollständig entfernt. Folgende Eingriffe sind möglich:

• Geht der Tumor vom Pankreaskörper aus, werden Pankreaskörper und -schwanz fast vollständig entfernt. Manchmal ist eine komplette Entfernung der Bauchspeicheldrüse mitsamt des Zwölffingerdarms (totale Duodenopankreatektomie) erforderlich

• Befindet sich das Karzinom im linken Teil der Bauchspeicheldrüse (Pankreasschwanz), so wird eine Pankreaslinksresektion (Pankreasteilresektion) durchgeführt oder die Operation wird - wenn notwendig - auf weitere Bereiche der Bauchspeicheldrüse und angrenzende Strukturen (zum Beispiel die Milz) erweitert

• Liegt ein Befall des Pankreaskopfes vor (Pankreaskopfkarzinom), müssen mehrere Organe ganz oder teilweise entfernt werden (partielle Duodenopankreatektomie): Zwölffingerdarm (Duodenum), Gallenblase, Bauchspeicheldrüse (eventuell mit Erhalt der anderen Seite, des Pankreasschwanzes) und der untere Teil des Magens (etwa 66 Prozent). Dabei wird häufig die klassische Whipple-Operation durch ein weniger radikales Verfahren ersetzt, welches den Schließmuskel des Magens erhält. Dieser Muskel besteht aus einer ringförmig angeordneten Muskulatur, die sich zwischen Magen und Zwölffingerdarm befindet und den Nahrungstransport vom Magen in den Darm reguliert

Für Patienten, die sich in gutem Allgemeinzustand befinden und nicht operiert werden können, wird der zelltötende Wirkstoff Gemcitabin empfohlen – ein Chemotherapeutikum. Es hat sich gezeigt, dass sich hiermit  – im Vergleich zur alleinigen beschwerdelindernden Therapie – die Überlebenszeit verlängern lässt. Auch nach einer Operation unterstützend eingesetzt, verbessert eine Chemotherapie den Behandlungserfolg.

Die Nebenwirkungen der Chemotherapie sind akzeptabel und in der Regel gut beherrschbar. Es kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen – überwiegend in leichterer Form. Auch Schwäche oder Schleimhautentzündungen sind als Nebenwirkungen bekannt. Schwerer Haarausfall tritt praktisch nicht auf.

Eine Strahlentherapie wird bei Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Regel nur dann durchgeführt, wenn es durch Absiedlung von Tumorzellen in andere Organe (vor allem Knochen, Gehirn) gekommen ist und diese Beschwerden machen. Beim örtlich fortgeschrittenen, nicht operablen Bauchspeicheldrüsenkrebs kann möglicherweise anstelle einer alleinigen Chemotherapie eine Strahlentherapie in Kombination mit einer Chemotherapie erwogen werden.

Eines der wichtigsten Ziele bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist, Schmerzfreiheit oder zumindest maximale Schmerzlinderung zu erreichen. Während einer Schmerztherapie werden bestimmte Medikamente entsprechend der WHO Empfehlung (WHO-Stufenschema) gegen die Tumorschmerzen verabreicht.

Nach einer erfolgreichen operativen Entfernung des Tumors, aber auch, wenn keine OP erfolgte, sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Hierbei gilt es in erster Linie, Krankheits- und Therapiefolgen zu erkennen und zu behandeln. Insbesondere für Patienten, die nicht operiert werden konnten, ist eine optimale Schmerztherapie sehr wichtig. Auch eine Ernährungsberatung ist oftmals sinnvoll.

Wenn der Tumor auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt ist und durch einen operativen Eingriff komplett entfernt werden kann, ist eine Heilung möglich. Meist haben sich die Krebszellen zum Zeitpunkt der Diagnose jedoch schon über die Bauchspeicheldrüse hinaus ausgebreitet oder sind in andere Organe wie beispielsweise Leber oder Lunge eingedrungen. Dann ist eine Heilung nicht mehr möglich. In solchen Fällen zielt die Therapie darauf ab, das Tumorwachstum zu verlangsamen und bestmögliche Beschwerdefreiheit zu erzielen.