Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Plötzliche, starke Schmerzen im Oberbauch können auf eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse hindeuten. Mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung
aktualisiert am 14.11.2017

Hier sitzt die Bauchspeicheldrüse (rot). Sie kann sich entzünden

Mauritius / Science Photo Library / PIXO LOGIC STUDIO

Was ist eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) liegt im Oberbauch. Sie gibt Verdauungssaft in den Dünndarm ab und produziert Hormone, die den Blutzucker regulieren.

Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis) ist häufig durch Alkoholkonsum oder Gallensteine verursacht. Die Krankheit kann leicht oder schwer verlaufen. Die schwere Form ist potenziell lebensbedrohlich.

Neben der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung gibt es auch eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Symptome: Wie äußert sich eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Folgende Beschwerden können Anzeichen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sein:

Erleichterung bringt häufig nur eine Schonhaltung mit angezogenen Knien im Sitzen oder Liegen. Die Bauchdecke ist gespannt, aber nicht ganz hart – Ärzte nennen das "Gummibauch". Druck von außen bereitet Schmerzen.

Wenn neben der Bauchspeicheldrüse auch der Gallengang beteiligt ist, entsteht eine Gelbsucht (Ikterus): Der Urin wird dunkel, der Stuhl entfärbt sich, die Haut und die Bindehäute der Augen färben sich gelb.

Je nach Schweregrad kann es zu niedrigem Blutdruck bis hin zum Kreislaufschock kommen.

Die Symptome können teils auch andere Ursachen haben, etwa einen Herzinfarkt.

Ursachen: Wie entsteht eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Hierzulande sind die beiden häufigsten Ursachen einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse:

1) Alkoholkonsum: Ob es zur akuten Bauchspeichendrüsenentzündung kommt, hängt nicht unbedingt von der Alkoholmenge ab. Bei manchen Menschen lösen bereits relativ geringe Dosen eine Entzündung des Organs aus.

2) Erkrankungen der Gallenwege: Ein Gallenstein kann gleichzeitig Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang verstopfen. Denn beide münden gemeinsam in den Dünndarm. Zum einen staut sich dann die Galle. Zum anderen entzündet sich die Bauchspeicheldrüse, weil der Verdauungssaft nicht abfließen kann.

Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang münden gemeinsam in den Dünndarm

Fotolia/Bilderzwerg

Seltenere Auslöser der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung:

  • Bestimmte Medikamente – zum Beispiel Diuretika, ACE-Hemmer, Fettsenker, manche Antibiotika, Zytostatika und Schmerzmittel
  • Störungen im Fettstoffwechsel (erhöhte Triglyceride)
  • Eine Überfunktion der Nebenschilddrüse
  • Eine Infektion mit Viren (zum Beispiel Mumps), Bakterien (zum Beispiel Salmonellen) oder Wurmbefall
  • Mechanische Hindernisse im Ausführungsgang der Drüse (wie Tumore)
  • Veränderungen in den Erbanlagen (zum Beispiel hereditäre Pankreatitis, Mukoviszidose, selten das Pankreas divisum)
  • Verletzungen wie ein Huftritt

Rauchen erhöht das Risiko für eine akute Pankreatitis. Bei einem Teil aller Betroffenen bleibt die Ursache für die Bauchspeicheldrüsenentzündung unbekannt.

Diagnose: Wie stellt der Arzt eine Pankreatitis fest?

In der Regel suchen Betroffene den Arzt wegen der plötzlichen starken Schmerzen auf. Der Arzt fragt nach den genauen Beschwerden und Begleitumständen sowie möglichen Vorerkrankungen. Dann wird er den Patienten körperlich untersuchen.

Blutwerte liefern Hinweise

Eine Blutuntersuchung kann erhöhte Enzymwerte ergeben. Aussagekräftig ist insbesondere der Lipase-Wert. Die Zahl weißer Blutkörperchen und weitere Entzündungszeichen können auffällig sein.

Sind die Blutwerte SGOT, Gamma-GT, Alkalische Phosphatase und Bilirubin erhöht, deutet das auf einen Gallestau hin. Das wiederum lässt vermuten, dass ein Stein in den Gallenwegen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung verursacht haben könnte.

Starke Abweichungen bei CRP, Blutzucker, Hämatokrit oder Kalzium sind möglich Zeichen eines schweren Verlaufs.

Auffälligkeiten bei einzelnen Laborwerten sind aber nur begrenzt aussagefähig. Sie müssen immer im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungsergebnissen beurteilt werden.

Bildgebende Untersuchungsverfahren

Mit einer Ultraschall-Untersuchung verschafft sich der Arzt einen Eindruck von der Struktur der Bauchspeicheldrüse. Manchmal kann er Gallensteine in den Gallenwegen entdecken, die als Ursache der Entzündung infrage kommen.

Einen genaueren Blick auf die Bauchspeicheldrüse liefert die Endosonografie. Dabei führt der Arzt den Ultraschallkopf über einen dünnen Schlauch (ein Endoskop) über die Speiseröhre besonders nahe an die Bauchspeicheldrüse heran.

Bilder liefern auch Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie, insbesondere die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP). Mit dieser Methode lassen sich die Gallen- und Pankreasgänge beurteilen.

ERC kann Gallensteine aufzeigen – und beseitigen

Vermutet der Arzt, dass Gallensteine Auslöser für die Bauchspeicheldrüsenentzündung sind, kann eine ERC (Endoskopisch retrograde Cholangiografie) genaueren Aufschluss bringen. Dabei wird ein Endoskop über die Speiseröhre bis zum Dünndarm vorgeschoben – bis zu der Stelle, an der Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang gemeinsam in den Darm münden.

Der Arzt spritzt Kontrastmittel in den Gallengang und beurteilt ihn auf dem Röntgenschirm. Engstellen oder Blockaden – zum Beispiel durch Steine – werden sichtbar. Der Mediziner kann Steine nun über besondere Instrumente in der gleichen Sitzung entfernen und damit den Auslöser der Pankreatitis beheben.

Funktionstests

Verschiedene Test dienen dazu, die Funktionsfähigkeit der Bauchspeicheldrüse zu überprüfen. Zum Beispiel kann die Menge des Enzyms Elastase aus der Bauchspeicheldrüse im Stuhl gemessen werden. Ist die Enzymmenge auffällig niedrig, kann das dafür sprechen, dass das Pankreas nicht mehr genug Verdauungsenzyme herstellt. Das ist aber nur nach einer sehr schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung oder bei der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung zu erwarten.

Behandlung: Was hilft bei akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung?

In der Regel muss eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung im Krankenhaus behandelt werden, in schweren Fällen auf der Intensivstation. Der Patient erhält Schmerzmittel. Außerdem bekommt er Flüssigkeit über die Venen.

Rund 80 Prozent der Patienten erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder. Bleibende Schäden entstehen nicht. Etwa 15 bis 20 Prozent erleiden jedoch einen schweren Verlauf. Teile der Bauchspeicheldrüse sterben ab. Die Therapie dauert dann oft wesentlich länger und ist aufwändiger. Das Risiko für ernste Komplikationen steigt. Ob die Krankheit schwer oder mild verlaufen wird, lässt sich zu Beginn nicht sicher beurteilen.

Wann darf man wieder essen?

Meist ist es ratsam, zunächst auf Nahrung zu verzichten. Bei einer leichten Erkrankung kann und sollte der Patient aber häufig schon nach ein bis zwei Tagen wieder etwas essen. Voraussetzung ist, dass die Entzündung und Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen nachgelassen haben. Die Speisen sollten anfangs leicht verdaulich und eher fettarm sein.

Hält die Entzündung längere Zeit an oder verläuft die Krankheit schwerer, muss eine künstliche Ernährung erfolgen. Das geschieht – wenn möglich – über einen dünnen Schlauch, eine sogenannte Sonde. Sie wird durch die Nase eingelegt und führt über die Speiseröhre in den Magen oder den Dünndarm. Über die Sonne erhält der Patient eine spezielle Flüssignahrung, die ihm alle wichtigen Nährstoffe liefert. Nur in seltenen Fällen ist es erforderlich, Nährstoffe direkt als Infusion über die Venen zu geben (parenterale Ernährung).

Weitere Therapiemaßnahmen

Sind Gallensteine Auslöser der Bauchspeicheldrüsenentzündung, können sie eventuell im Rahmen einer Spiegelung (ERC) entfernt werden.

Verläuft die Entzündung schwerer, können größere Flüssigkeitsansammlungen um die Bauchspeicheldrüse entstehen oder es stirbt Gewebe ab. Dort können sich Bakterien absiedeln, so dass sich Eiter bildet. Dann ist es eventuell nötig, sogenannte Spülkatheter – dünne Schläuche – von außen in den betroffenen Bereich zu legen, um die Entzündung einzudämmen. Zeigen sich Zeichen einer bakteriellen Infektion, erhält der Patient frühzeitig Antibiotika.

In manchen Fällen ist eine (minimalinvasive) Operation notwendig, um abgestorbenes Bauchspeicheldrüsengewebe sorgsamst zu entfernen. Die operativen Verfahren richten sich immer nach den Gegebenheiten. Hier spielt die Erfahrung des Chirurgen eine große Rolle.

Patienten können im Rahmen einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung eine Blutvergiftung (Sepsis) erleiden. Bei einem sehr schweren Verlauf können Herz, Lunge oder Niere versagen.

Im späteren Verlauf bilden sich eventuell Hohlräume in und um die Bauchspeicheldrüse, sogenannte Pseudozysten. In ihnen kann sich Verdauungssaft ansammeln, der nicht abfließen kann. Das verstärkt unter Umständen die Beschwerden des Patienten. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es ratsam, solche Pseudozysten zu entleeren. Dazu legen Ärzte zum Beispiel einen dünnen Verbindungsschlauch von der Pseudozyste zum Magen oder zum Dünndarm. So kann der Zysteninhalt abfließen.

Bauchspeicheldrüsenentzündung ausgeheilt – was gibt es zu beachten?

Wie lange Patienten mit akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung krankgeschrieben sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt stark vom individuellen Verlauf ab. In der Mehrzahl der Fälle heilt die Krankheit innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder aus.

Generell ist im Anschluss eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung, einer vielseitigen gesunden Ernährung zu empfehlen, wobei sich die Mahlzeiten auf mehrere kleinere Portionen verteilen sollten. Nach einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung haben Patienten manchmal viel Gewicht verloren und noch wenig Appetit. Dann kann eine Ernährungsberatung sinnvoll sein.

Wann kann man wieder Alkohol trinken?

War die Entzündung durch Alkohol verursacht, sollte der Betroffene künftig auf Alkohol verzichten oder zumindest deutlich weniger konsumieren. Manche Experten empfehlen, nach einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung grundsätzlich mindestens sechs bis zwölf Monate keinen Alkohol zu trinken.

Um weiteren Krankheitsschüben vorzubeugen, sollten die Auslöser – soweit möglich – beseitigt werden. Je nach Ursache heißt das zum Beispiel:

  • Gallensteine oder eine steinhaltige Gallenblase müssen entfernt werden
  • Störungen des Fettstoffwechsels oder der Nebenschilddrüsen sollten behandelt werden
  • Der Arzt kann ungeeignete Medikamente durch andere ersetzen

Mögliche Folgen der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung

Falls ausgedehnte Bereiche der Bauchspeicheldrüse erkrankt waren oder entfernt werden mussten, kann das Organ seine Funktion unter Umständen nicht mehr ausreichend erfüllen. Mögliche Folgen sind:

  • Verdauungsstörungen: Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme, treten Verdauungsstörungen auf – zum Beispiel Blähungen und Durchfälle. Fett wird nicht mehr richtig verdaut. Die Betroffenen nehmen ab, sie bekommen womöglich Mangelerscheinungen. In diesem Fall können Betroffene die fehlenden Verdauungsenzyme in Form eines Präparates zu den Mahlzeiten einnehmen. Die Dosierung muss individuell angepasst werden. Sie richtet sich nach der Restfunktion des Organs und nach dem jeweiligen Essen. Es kann außerdem erforderlich sein, fettlösliche Vitamine zuzuführen.
  • Diabetes: Produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug Insulin, kommt es zur Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus. Dann helfen – je nach Ausprägung – eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und Insulin, das gespritzt werden muss.

Prof. Dr. Markus W. Büchler

W&B/Bernard Limberger

Beratender Experte

Professor Dr. med. Markus W. Büchler ist seit 2001 Ärztlicher Direktor der Abteilung für Allgemeine, Viszerale und Transplantationschirurgie der Universität Heidelberg. Seine Schwerpunkte sind Pankreas-Chirurgie, außerdem Leber-, Transplantations-Chirurgie sowie Chirurgie des Gastrointestinaltrakts.

Mehr Informationen: https://www.europaeisches-pankreaszentrum.de/epz/

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Bildnachweis: Fotolia/Bilderzwerg, Mauritius / Science Photo Library / PIXO LOGIC STUDIO, W&B/Bernard Limberger

Bauchspeicheldrüse

Gallenblase Solarplexus Ganglion Bauchschlagader Nervenfasern Dünndarm Bauchspeicheldrüsengang Milz Dünndarm Linke Niere Läppchen Milz Milzschlagader Bauchspeicheldrüsengang Läppchen mit Drüsengewebe Bauchspeicheldrüsengang Hauptgallengang Bauchspeicheldrüsengang Vater'sche Papille

Wie alle inneren Organe erhält auch die Bauchspeicheldrüse neben chemischen, z.B. hormonellen Steuersignalen, solche des vegetativen, nicht willentlich steuerbaren Nervensystems. Die hier abgebildeten Nervenfasern gehören zum Sympathikus, der neben dem Parasympathikus, ein Teil des vegetativen Nervensystems ist. Die sympathischen Nervenfasern ziehen von der Wirbelsäule kommend an Arterien entlang zu den inneren Organen. Ihre Nervenknoten (Ganglien) liegen hier im Bereich des 1. Lendenwirbels kurz überhalb der Bauchspeicheldrüse um die Bauchschlagader (Aorta abdominalis) und die von ihr abgehenden Arterienäste. Sie sind untereinander über zahlreiche Nervenfasern verbunden. So bilden sie ein strahlenartiges Geflecht aus Nervenfasern und Ganglien, das man aufgrund seines Aussehens früher als Sonnengeflecht oder Solarplexus bezeichnete. Es ist als äußerst empfindliche Region bekannt. Ein Schlag auf den Solarplexus kann bei einem erwachsenen Menschen zur Bewusstlosigkeit führen.

Die Bauchspeicheldrüse ist aus vielen kleinen Läppchen zusammengesetzt. Der Hauptteil eines Läppchens besteht aus Drüsengewebe, das den Verdauungssaft produziert. Er enthält vor allem Verdauungsenzyme zur Spaltung von Eiweißen, Fetten und Zuckern, deren Menge angepasst an die jeweils gegessene Nahrung schwankt. Das Sekret fließt in zahlreiche kleine Gänge, die schließlich in den zentralen Bauchspeicheldrüsengang münden.

Die Pankreasläppchen, die reichlich mit Blutgefäßen und Nerven versorgt werden, bestehen hauptsächlich aus Drüsengewebe. Seine Zellen bilden das Bauchspeicheldrüsensekret mit Verdauungsenzymen. In das Drüsengewebe sind inselartig die hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse eingelagert. Diese Zellgruppen werden nach dem deutschen Arzt Paul Lagerhans (1847-1888), auch als Langerhans-Inseln bezeichnet. Sie kommen vor allem im Bereich von Pankreaskörper und -schwanz vor, kaum im Pankreaskopf.

Der Bauchspeicheldrüsengang (Ductus pancreaticus), der vom Schwanz zum Kopf durch die gesamte Bauchspeicheldrüse zieht, führt dem Darm das in den Pankreasläppchen gebildete Verdauungssekret mit Enzymen zu. Er mündet mit der so genannten Vater’schen Papille in den Dünndarm. Kurz vor der Mündung vereint er sich häufig mit dem Hauptgallengang, in dem das andere wichtige Verdauungssekret, die Galle aus der Leber, zum Darm fließt. Seltener führen beide Gänge getrennt in den Darm.

Der Hauptgallengang mündet mit einer kleinen Aufwerfung (Papille) der Darmschleimhaut in den Dünndarm. Diese Mündung wird nach dem deutschen Anatom Abraham Vater (1684 - 1751) als Vater'sche Papille bezeichnet. Hier ist der Gallengang von einem ringförmigen Schließmuskel umgeben, der dauerhaft zusammengezogen ist und so ein Ausfließen von Galle und Bauchspeicheldrüsensekret verhindert, wenn der Darm leer ist. Sobald der Speisebrei aus dem Magen den Dünndarm erreicht, bewirkt ein Hormon in der Darmwand die Öffnung des Schließmuskels und den Abfluss der Verdauungssäfte in den Darm.

Die Gesamtheit aller Langerhans-Inseln bezeichnet man häufig als Inselorgan. Jede Langerhans-Insel enthält etwa 3000 Inselzellen, die in A, B und D-Zellen unterschieden werden. Die meisten, etwa 75 bis 80 Prozent, sind vom B-Typ. Sie bilden das wichtige Stoffwechselhormon Insulin, das die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Körperzellen fördert. Die A-Zellen, deren Anteil etwa 20 Prozent beträgt, bilden Glukagon, den Gegenspieler zum Insulin. Glukagon unterstützt bei niedrigem Blutzuckerspiegel den Abbau von Energiereserven vor allem aus der Leber. Beide Hormone werden innerhalb der Läppchen direkt in Blutgefäße abgegeben, was als endokrine Drüsenfunktion bezeichnet wird (Pfeile). Etwa 5 bis 10 Prozent der Zellen sind vom D-Typ. Sie bilden das Hormon Somatostatin, das regulierend auf die A- und B-Zellen wirkt und deren Hormonproduktion dämpft.

Die exokrinen Drüsenzellen der Bauchspeicheldrüse sitzen in beerenförmigen Drüsenendstücken (Acini), aus denen die Läppchen aufgebaut sind. In jedem Endstück beginnt eine der kleinen Verzweigungen des Bauchspeicheldrüsenganges. Die Drüsen- oder auch Azinuszellen geben bei Bedarf das leicht basische Verdauungssekret mit den Verdauungsenzymen in den Ausführungsgang, also nicht in die Blutbahn oder direkt ins Gewebe ab (Pfeile). Dies wird als exokrine Drüsenfunktion bezeichnet. Die Produktion des Sekrets setzt bereits wenige Minuten nach der Nahrungsaufnahme ein und hält einige Stunden an. Angeregt wird sie durch Nervensignale und chemisch durch das Hormon Cholezystokinin aus der Darmschleimhaut, wenn Speisen den Magen bzw. den Darm erreichen.

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Zum Thema

Bauchschmerzen

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung »

Alkohol gilt als eine wichtige Ursache der chronischen Pankreatitis. Doch auch angeborene Faktoren spielen eine Rolle. Häufigstes Symptom: Schmerzen im Oberbauch »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages