Bänderriss am Sprunggelenk: Therapie

Ein einfacher Riss des Außenbandes kann meist ohne Operation behandelt werden. Komplizierte Verletzungen bei Sportlern mit erhöhtem Belastungsanspruch sind häufiger ein Grund für eine Operation

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 15.03.2017

Ein Bänderriss muss manchmal operiert werden. Häufiger ist jedoch eine Therapie ohne Operation möglich


In den ersten Tagen besteht die Therapie bei einem Bänderriss vor allem in Entlasten, Hochlagern und Kühlen mit Eis oder Eiswasserbandagen. Vorsicht: Eis nicht direkt auf die Haut legen, sonst drohen Erfrierungen! Unterstützend kann man auch kühlende Salben und Wickel anwenden. Durch diese Maßnahmen nimmt die Schwellung des Gelenkes ab und die Schmerzen lassen nach.

Wie sieht die konservative Behandlung bei einem Bänderriss aus?

In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung der Verletzung gut möglich – also eine Therapie ohne Operation. Der Patient bekommt eine spezielle Gehschiene (Orthese). Sie ermöglicht eine sogenannte frühfunktionelle Behandlung – ein normales Abrollen des Fußes beim Gehen. Gleichzeitig verhindert sie zuverlässig, dass der Fuß erneut umknickt. Diese Therapie vermeidet Muskel-Abbau und Verklebungen in der Heilungsphase. Die Schiene muss üblicherweise für die Dauer von sechs Wochen Tag und Nacht getragen werden.

Je nach Fall erlaubt der Arzt schon früh einfache sportliche Aktivitäten. Nach Rücksprache mit dem Arzt kann der Patient sein Training vorsichtig steigern, um die Muskulatur weiter aufzubauen. Manchmal ist auch eine krankengymnastische Behandlung sinnvoll.

Langfristig stärken zum Beispiel Balance-Übungen auf einem Therapie-Kreisel (Balance-Board) die Muskeln rund um das Sprunggelenk und verbessern ihr Zusammenspiel. Das stabilisiert letztlich auch das Gelenk.

Wann sollte ein Bänderriss operiert werden?

Bei der konservativen Behandlung eines Bänderrisses muss das betroffene Gelenk über viele Wochen geschont werden. Wenn mehrere Bänder gerissen sind und das Gelenk sehr instabil ist, rät der Arzt häufiger zur Operation. Sie kann – wie jede Operation – Risiken bergen, beispielsweise Infektionen oder Wundheilungsstörungen. Der Arzt informiert den Patienten im Vorfeld über die möglichen Nachteile.

Knochen oder Knorpelverletzungen am Sprunggelenk sind auch ein Grund für eine operative Versorgung. Das gilt vor allem für Patienten mit einem erhöhten Belastungsanspruch – zum Beispiel Berufssportler.

Auch wenn das Gelenk nach mehrwöchiger konservativer Therapie nicht stabil wird, wenn also der Betroffene trotz Krankengymnastik immer wieder umknickt, ist unter Umständen eine Operation angebracht. Das ist aber selten der Fall.

Bei unkomplizierten Bänderrissen sind die Langzeitergebnisse nach einer konservativen Behandlung vergleichbar mit denen nach einer Operation.

Wie wird ein Bänderriss operiert?

Mit dem Band mitabgerissene Knochen- oder Knorpelteile werden mit unterschiedlichen Materialien befestigt. Bänder werden genäht. Sind sie sehr stark beschädigt, können körpereigene Sehnen an ihre Stelle verpflanzt werden (Bandrekonstruktion). Auch nach einer Operation wird das Gelenk für vier bis sechs Wochen ruhiggestellt.