Bänderriss am Sprunggelenk: Diagnose

Meistens erkennt der Arzt einen Riss des Außenbandes durch die Untersuchung des Gelenkes. Röntgenaufnahmen schließen begleitende Knochenverletzungen aus
von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 15.03.2017

Der Arzt untersucht das verletzte Gelenk – oft reicht das, um die Diagnose Bänderriss stellen zu können

Your Photo Today/Phanie

In den meisten Fällen kann der Arzt die Diagnose Bänderriss durch die Untersuchung des Gelenkes stellen. Manchmal gibt der Ort oder das Ausmaß eines begleitenden Blutergusses Hinweise auf die Art der Verletzung. Entscheidend ist jedoch die veränderte Beweglichkeit im Gelenk.

Wie stellt der Arzt einen Riss am Außenband des Sprunggelenkes fest?

Beim sogenannten Schubladentest überprüft der Arzt, ob sich das Sprungbein nach vorne gegen das Schienbein verschieben lässt: Der Patient liegt auf dem Rücken, der Arzt hält mit einer Hand die Ferse fest und drückt mit der anderen Hand langsam gegen das Schienbein. Diese Untersuchung tut in der Regel nicht weh. Bei einer Zerrung ist keine Schubladenbewegung möglich. Ist der vordere Anteil des Außenbandes gerissen, kann das Sprunggelenk spürbar nach vorne geschoben werden.

Bei einem Riss des mittleren Bandanteiles ist das Gelenk auch seitlich aufzuklappen. Da jedoch der vordere Bandanteil der schwächste ist und isolierte Verletzungen der hinteren Bandanteile sehr unwahrscheinlich sind, ist diese eher schmerzhaftere Untersuchung meistens nicht nötig.

Nachdem die normale Beweglichkeit im Kapselband-Apparat bei jedem Menschen unterschiedlich ist, untersucht der Arzt zum Vergleich immer die unverletzte Seite mit.

Experten gehen davon aus, dass der Arzt mit dieser Untersuchung in über 90 Prozent der Fälle die Diagnose richtig stellen kann.

Die Grenzen des Verfahrens liegen vor allem bei Verletzungen, die älter sind als 48 Stunden. Nach dieser Zeit haben sich bei einem Riss erste Verklebungen der Bänder ausgebildet. Sie könnten durch die Untersuchung wieder aufreißen und zu einer gestörten Narbenbildung mit dauerhafter Instabilität führen. In so einem Fall wird der Arzt im Zweifel von einem Riss ausgehen und entsprechend behandeln. Auch sehr ausgeprägte Schwellungen können die Aussagekraft der Untersuchung einschränken.

Sind zur Diagnose eines Bänderrisses technische Untersuchungen notwendig?

Früher wurden bei Verdacht auf eine Bandverletzung routinemäßig sogenannte gehaltene Röntgenaufnahmen angefertigt. Diese Untersuchung ist heute meist nur noch in Ausnahmefällen nötig.

Einfache Röntgenaufnahmen dienen dazu, Verletzungen des Knochens auszuschließen. Ultraschalluntersuchungen können mithelfen, das Ausmaß der Verletzung einzuschätzen. Mit Hilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) kann man die Bandstrukturen und Begleitverletzungen genau darstellen. Entscheidend für die Behandlung ist, ob überhaupt ein Bänderriss vorhanden ist – weniger wie er genau aussieht.


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