{{suggest}}


Generationswechsel bei der Gesundheitskarte

Benötigen Sie eine neue Karte? Lesen Sie hier, welche Modelle bereits nicht mehr gültig sind, welche Ende des Jahres ungültig werden und welche gültig bleiben

von Konstanze Fassbinder, 03.12.2018
Gesundheitskarte G2 Foto

Kleine Zahl, große Wirkung: Das Kürzel rechts oben bestimmt darüber, ob die Karte gültig ist


Abgewiesen wird in der Regel niemand. Trotzdem ist es ärgerlich, wenn es beim Arzt zu Verzögerungen kommt, weil das Lesegerät die Versichertenkarte nicht mehr entziffern kann. Der Grund: Die Karten der ersten Generation G1 sind nicht mehr gültig. Bei den neueren Modellen enthalten die eingebauten Chips mehr Funktionen und können zum Beispiel Notfalldaten und den elektronischen Medikationsplan speichern.

"Das ist durchaus im Interesse der Versicherten, weil es Vorteile für die Behandlung hat", sagt Monika Schindler. Sie leitet bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) im Strategischen Geschäftsbereich das Themenfeld Digitalisierung.

Gültig oder unglültig?

Welcher Generation eine Karte angehört, ist rechts oben unter dem Schriftzug "Gesundheitskarte" aufgedruckt: das Kürzel "G1" bei solchen der ersten, "G2" bei solchen der zweiten Gene­ra­tion. Schwierig wird es, weil sich auch noch "G1+"-Modelle im Umlauf be­finden. Sie ­gelten noch, unterscheiden sich optisch aber nicht von G1. Lediglich die G2-Karten lassen sich also eindeutig identifizieren.

"Die Krankenversicherungen haben uns zwar bestätigt, dass sie allen Ver­­sicherten neue Karten zugeschickt haben", sagt Schindler. Trotzdem kämen täglich Patienten mit ungültiger Karte in die Praxen. Sie haben Schindler zufolge in den meisten Fällen schlicht die falsche eingesteckt.

"Manchmal will auch jeder Elternteil eine eigene Karte für das Kind haben. Einer behält dann die alte." Das sei aber nicht möglich. Aus Sicherheitsgründen dürfe es für jeden Versicherten nur maximal eine gültige Karte geben.

Infos auf einen Blick

  • Karten der Generation G1 sind seit Oktober 2017 ungültig.
  • Karten der Generation G1+ verlieren Ende 2018 ihre Gültigkeit.
  • Tauschen Sie sofort Ihre bis­herige Karte aus, wenn Sie von ­Ihrer Versicherung eine neue zugeschickt bekommen haben.

Auf der Rückseite der deutschen Chip­karte befindet sich die europäische Krankenversicherungskarte. Das Ablauf­datum dort bezieht sich nur auf die Gültigkeit in anderen EU-Ländern und einigen weiteren Ländern Europas.

Karte kann nachgereicht werden

"In der Regel behandeln die Ärzte ihre Patienten auch ohne gültige Karte", sagt Schindler. Sie bitten dann nur ­darum, die zum Zeitpunkt der Behandlung gültige Karte innerhalb des lau­fenden Quartals nachzureichen. Laut Claudia Widmaier, Pressereferentin des GKV-­Spitzenverbands, kann der Arzt aber auch frühestens zehn Tage nach der Behandlung eine Privatrechnung ausstellen. Legt der Patient bis zum ­Ende des aktuellen Quartals seine gül­tige Karte oder einen Anspruchsnachweis seiner Krankenkasse vor, müsse er die geleistete Privatvergütung zurück­erhalten.

Karte selbst überprüfen

So oder so bedeutet die falsche Ver­sicherungskarte für Patienten und Praxen mehr Aufwand. Monika Schindler rät deshalb jedem, seine Karte zu prüfen – und sich nicht nur bis Ende des Jahres gegebenenfalls eine G2 schicken zu lassen, sondern zudem das alte, ­ungültige Modell zu entsorgen. Denn auch die derzeit noch gültigen Karten der G1-Nachfolgegeneration G1+ dürfen nur noch bis Ende 2018 eingesetzt werden – selbst wenn das rückseitige Datum über den 1.1.2019 hinausgeht (siehe Kasten).

"Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand dürften inzwischen – wenn überhaupt – nur noch Restbestände nicht ausgetauscht und bis Ende des Jahres alle Versicherten mit G2-Karten ausgestattet sein", sagt Widmaier. Wer also einen Blick in seine Geldbörse wirft, vermeidet Unannehmlichkeiten – für sich selbst und den Arzt.