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Was hinter trockenen Augen steckt

Die Ursache der unangenehmen Symptome ist ein gestörter Tränenfilm. Er reagiert sensibel auf unterschiedliche Einflüsse

von Christian Krumm, 22.01.2019
Auge

Als wäre es ausgedörrte aufreißende Wandfarbe – so können sich trockene Augen anfühlen


Geschwollene Augenlider, Rötungen, schmerzhaftes Brennen, Kratzen oder ein Fremdkörpergefühl – die Symptome des trockenen Auges sind rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland bekannt. Dabei handelt es sich um eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Die Tränenflüssigkeit dient dazu, sie regelmäßig zu befeuchten, glatt und geschmeidig zu halten. Sie tötet Keime ab, schwemmt Fremdkörper aus, transportiert Stoffwechselprodukte ab. Außerdem versorgt sie die Hornhaut mit wichtigen Nährstoffen.

All das funktioniert beim trockenen Auge nicht mehr optimal. Dabei führt der Begriff mitunter in die Irre. Nicht immer ist die Tränenbildung reduziert. Manche Patienten leiden sogar unter verstärktem Tränenfluss, weil die Flüssigkeit auf der Augenoberfläche zu schnell verdunstet. "Allerdings bleibt der Tränenfilm nicht haften, beispielsweise weil die Zusammensetzung gestört ist", sagt Dr. Andrea Höck, Augenärztin an der Uniklinik Bonn. Der Film reißt auf und zieht entzündliche Prozesse nach sich

Fast immer lassen sich trockene Augen mit Tränenersatzmitteln behandeln, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Trotzdem gilt: Wer erstmals unter den Beschwerden leidet, sollte einen Augenarzt aufsuchen, um andere Erkrankungen auszuschließen. Neben dem Lebensalter können viele weitere Faktoren dazu beitragen, dass sich eine Benetzungsstörung entwickelt. Oft seien es mehrere, die letztendlich Beschwerden hervorrufen, meint Höck. Die wichtigsten Ursachen im Überblick und was Sie dagegen tun können:

Ursachen für trockene Augen

Diese Arzneien helfen

  • Tropfen enthalten Wirkstoffe, die den Tränenfilm stabilisieren. Sie werden mehrmals täglich, am besten stündlich angewendet. Greifen Sie auf Präparate ohne Konservierungsmittel zurück, um allergische Reaktionen zu vermeiden.
  • Gele haften besser. Allerdings ist das Sehen unmittelbar nach der Anwendung vorübergehend etwas eingeschränkt, wie Köppl betont.
  • Salben behindern das Sehen über einen längeren Zeitraum. "Daher eignen sie sich vor allem für die Nacht", so Köppl. Sie wirken pflegend und entzündungshemmend. In schweren Fällen verschreibt der Arzt Medikamente wie Cyclosporin A oder örtlich anzuwendende Kortikoide.

Lidrandhygiene

Verstopfte Drüsen an den Lidrändern verhindern einen stabilen Tränenfilm. Höck rät zu einer regelmäßigen Reinigung der Lidränder:

Wärme (Kompressen oder Rotlichtlampe) hilft, das Sekret in den Drüsen zu verflüssigen. Massieren Sie danach mithilfe eines frischen Wattestäbchens vorsichtig die Lider von oben nach unten (Oberlid) bzw. von unten nach oben (Unterlid).