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Oberlidstraffung: OP bei Schlupflidern

Die Oberlidstraffung ist ein häufiger Eingriff am Auge. Dabei geht es nicht immer nur um das Aussehen

von Dr. Christian Heinrich, 23.09.2019
90 Prozent der Patienten empfinden schlaffe Haut um die Augen herum als unschön. Eine Straffung der Augenlider gehört deshalb in der Schönheitschirurgie zu den häufigsten Eingriffen

90 Prozent der Patienten empfinden schlaffe Haut um die Augen herum als unschön. Eine Straffung der Augenlider gehört deshalb in der Schönheitschirurgie zu den häufigsten Eingriffen


Falten. Sie gehören zum Altern dazu. Und Lachfalten machen oft sogar sympathisch. Manche Menschen sehen das anders. Falten stören, sind ein Makel. Mitunter ­können Falten auch gesundheitliche Probleme bereiten. Bei Schlupflidern kommt alles zusammen.
Im Lauf der Jahre lässt die Spannkraft der Haut und der Muskeln im Stirnbereich nach.

Folge: Die Brauen sinken nach unten, am Oberlid ­entsteht ein Hautüberschuss. "Zu den häufigsten Eingriffen in der ästhetisch-plastischen Chirurgie zählen sogenannte Lidplastiken. Dabei wird Hautüberschuss entfernt und das Lid gestrafft", sagt Dr. Torsten Kantelhardt, Präsident der Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie.

Betroffene klagen über schwere Lider und verringertes Sichtfeld

Knapp 90 Prozent der Patienten kämen aus ästhetischen Gründen zur OP, berichtet der Experte. Sie empfinden die schlaffer gewordene Haut im Bereich der Augenlider als unschön. Viele haben das Gefühl, ständig müde auszusehen. Frauen können die Augen nicht mehr richtig schminken.

Bei etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen gibt es medizinische Gründe für eine Lidkorrektur. Dr. Christina Butsch ist Ärztin an der Augen- und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz und betreut Patienten mit Lidproblemen. Deren Beschwerden sind unterschiedlich: "Das kann ein ständiges Gefühl von schweren Lidern sein. Oder eine Gesichtsfeldminderung, bei der etwa der Seitenblick im Straßenverkehr als eingeschränkt empfunden wird."

Darüber hinaus könne ein ständiges Stirnrunzeln, um das herunterhängende Oberlid wieder nach oben zu ziehen, zu Spannungskopfschmerzen führen. Auch Kopffehlhaltungen und Lidhautentzündungen sieht Butsch in ihrer Sprechstunde.

Laser oder Skalpell?

"Medizinisch ist eine Operation an­geraten, wenn es zu relevanten Folgebeschwerden durch den Hautüberschuss kommt", so die Ärztin. Zuvor sollten aber andere mögliche Ursachen ausgeschlossen werden, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Nierenfunktionsstörung.

Sind die Beschwerden ausgeprägt und mit Leidensdruck verbunden, übernehmen in manchen Fällen dann auch die Krankenkassen die Kosten für die Operation. Der Eingriff kostet rund 2000 Euro. Am besten vorher bei der Kasse nachfragen.

Bei einer Oberlidkorrektur entfernt der Arzt überschüssige Haut, strafft den das Auge umgebenden Ringmuskel und beseitigt überstehendes Fettgewebe hinter dem Auge. Die Lid­umschlagfalte wird dadurch wieder sichtbar, das Auge wirkt größer. Schneiden kann der Chirurg mit Laser und Skalpell. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile.

Schlupflid-OP

Eine Oberlidplastik ist heute ein Routine-Eingriff. Überschüssige Haut am Oberlid wird entfernt und das Gewebe so zusammengenäht, dass ­keine Narben entstehen.

Beim Lasern wird die Haut mit Hitze­energie durchtrennt. Auf diese Weise verschließen sich behandelte Gefäße sofort wieder, in der Fachsprache Koagulieren genannt. Auf diese Weise blutet das operierte Gewebe während des Eingriffs nicht so stark.

"Allerdings ist die Wundheilung nach der Operation eine Spur weniger gut als beim klassischen Skalpell." Es entstehe nämlich eine Verbrennung, und die für eine Regeneration wichtigen Botenstoffe aus dem Blut seien vermindert, erläutert Kantelhardt.

Beim Skalpell-Verfahren (siehe Bildgalerie oben) blutet es während des Schnitts etwas mehr. Dafür heilt im Anschluss die Wunde am Auge etwas besser.

Ärzte müssen Routine haben

Generell ist die Oberlidplastik ein vergleichsweise sicherer Eingriff mit guter Wirkung. Nicht immer wird sie allerdings von einem Facharzt mit ausreichender Erfahrung angeboten. Vor allem dann kommt es manchmal zu unerwünschten Nebenwirkungen.

Wird zum Beispiel zu viel Haut entfernt, kann es zu einer sogenannten Lidschlussstörung kommen. Die Patienten können ihr Auge dann nicht mehr richtig schließen. Zu den weiteren Risiken gehören Asymmetrien, Schwellungen, vermehrte Blutungen oder unschöne Narben.

"Um die Wahrscheinlichkeit solcher Komplikationen gering zu halten, ist es wichtig, dass der Operateur erfahren ist und den Eingriff öfter durchführt", betont Augenärztin Butsch. Kantelhardt liefert dafür eine Hausnummer: "25 bis 30 Lid-Operationen im Jahr sollte der Arzt schon machen, um eine gewissen Routine zu haben. Das ist das absolute Minimum."


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