Netzhautablösung: Ursachen und Risikofaktoren

Meist führen natürliche Alterungsprozesse im Auge zu einer Netzhautablösung. Es gibt jedoch Faktoren, die das Risiko für diese Augenkrankheit erhöhen

aktualisiert am 16.01.2014
Seniorinnen mit Brille

Natürliche Alterungsprozesse im Auge, die sich im Laufe des Lebens entwickeln, können zu einer Netzhautablösung führen


Rhegmatogene Netzhautablösung

Die häufigste Ursache für eine abgelöste Netzhaut (Retina) ist ein Riss. Diese Form nennt sich rhegmatogene Netzhautablösung. Meist reißt die Retina ein, weil der Glaskörper im Laufe des Lebens schrumpft. Der Glaskörper kleidet den Augapfel innen aus. Er besteht aus einer gallertartigen Masse, die viel Wasser enthält. Schrumpft der Glaskörper (hintere Glaskörperabhebung), zieht er an den Stellen der Netzhaut, an denen er an ihr haften kann. In Folge kann die Netzhaut einreißen. Es bilden sich Löcher, durch die Flüssigkeit aus dem Glaskörper hindurchtreten kann. Diese reichert sich zwischen der Netzhaut und dem darunterliegenden Pigmentepithel an, wodurch sich die Retina ablöst.

Es gibt Risikofaktoren die eine rhegmatogene Netzhautablösung begünstigen können. Neben dem Alter gehört dazu eine stark ausgeprägte Kurzsichtigkeit. Auch Menschen, die wegen einem grauen Star (Katarakt) operiert werden mussten oder die einen Schlag auf das Auge bekommen haben, tragen ein höheres Risiko.

Exsudative Netzhautablösung

Eine weitere Form ist die sogenannte exsudative Netzhautablösung. Hierbei löst sich die Retina, weil Flüssigkeit aus Gefäßen der Aderhaut austritt und sich zwischen Netzhaut und Pigmentepithel ansammelt. Als Ursache kommen hierfür Entzündungen im Auge in Betracht, selten auch ein Tumor – zum Beispiel das Aderhautmelanom.

Traktive Netzhautablösung

Die dritte Form wird als traktive Netzhautablösung bezeichnet. Sie entsteht, wenn Glaskörpergewebe und/oder Netzhautschichten vernarben. Der Bereich um die Narbe verkürzt sich und baut eine Zugwirkung auf. Auslöser ist häufig eine diabetische Retinopathie, also Schäden an der Netzhaut, die in Folge eines langjährigen Diabetes mellitus auftreten. Auch als späte Folge einer sogenannten Frühgeborenen-Retinopathie kann sich die Netzhaut in dieser Form ablösen.

Insgesamt ist die Gefahr einer Netzhautablösung für Menschen größer, bei denen ein Familienmitglied bereits daran erkrankt ist.