Nachtblindheit: Ursachen und Risikofaktoren

Der Nachtblindheit liegt meist eine Augenkrankheit zugrunde

17.12.2012

Gehen die Sinneszellen der Netzhaut zugrunde, kann es zu Nachtblindheit kommen


Die Nachtblindheit kann angeboren sein. Meist liegt dann die sogenannte Retinopathia pigmentosa vor, bei der bestimmte Sinneszellen der Netzhaut (Retina) – in diesem Fall die Stäbchen – mit der Zeit zerstört werden. Durch die Stäbchen können Menschen zwischen Hell und Dunkel unterscheiden und sich in der Dämmerung sowie nachts besser orientieren.

Grauer Star, auch Katarakt genannt, führt zu Symptomen, die Patienten häufig als Nachtblindheit interpretieren. Sie sehen nachts schlechter und fühlen sich durch Lichtquellen, zum Beispiel Autoscheinwerfer, stark geblendet. Das Auge passt sich zudem schlechter an Wechsel zwischen Hell und Dunkel an. Grauer Star macht jedoch nicht nachtblind, lediglich die Beschwerden ähneln der Nachtblindheit etwas.

Stoffwechselkrankheiten wie ein Diabetes mellitus können das Risiko für Nachtblindheit erhöhen. Durch die "Zuckerkrankheit" kann es zu Netzhautschäden kommen, die häufig auch die Sinnneszellen der Netzhaut (Zapfen, Stäbchen) in Mitleidenschaft ziehen. Mediziner sprechen dabei von einer diabetischen Retinopathie, die bis zum Erblinden führen kann. Um dem entgegenzuwirken, kommt für Diabetiker eine Laserbehandlung infrage. Da diese Therapie ebenfalls das Sehen bei Nacht beeinträchtigen kann, sollte der Patient vorher im Gespräch mit dem Arzt Nutzen und Risiken abwägen.

Ebenso können Menschen mit Leberschäden oder Magen-Darm-Erkrankungen manchmal eine Nachtblindheit entwickeln.

Ein Mangel an Vitamin A wird häufig als Ursache für Nachtblindheit vermutet, kommt in Westeuropa jedoch praktisch nicht vor. Vitamin A ist ein essenzieller Bestandteil von Rhodopsin, dem Sehpurpur. Dieses Molekül befindet sich in den Stäbchen sowie in den Zapfen und ist am Sehprozess beteiligt.