{{suggest}}


Fehlsichtig: Brille oder Kontaktlinsen?

Wer eine neue Sehhilfe braucht, steht vor dieser Frage. Zwei Optiker klären über die Vor- und Nachteile der Augengläser auf

von Ute Essig, 16.10.2019
Brillen und Kontaktlinsen

Der richtige Rahmen vs. klein und unsichtbar? Brillen gibt es in vielen Formen und Farben, Kontaktlinsen nehmen Mitmenschen kaum wahr


Eine Brille schützt die Augen vor äußeren Einflüssen …

… zum Beispiel vor Wind oder Staubpartikeln. Spezielle Sportbrillen tun das besonders gut, weil sie der Gesichtsform angepasst sind und auch seitlich abschirmen. Sie beugen mitunter sogar Verletzungen vor. So kann kein Ball das Auge direkt treffen, etwa beim Golfspielen oder Squash. Sportbrillen können in der individuellen Sehstärke angefertigt oder zusätzlich zu Kontaktlinsen getragen werden. Eine Schwimmbrille schützt die Augen vor Reizungen durch Chlor und Bakterien.

In die Ferne blicken oder lesen? Der Wechsel fällt mit Brille leicht

Brille auf, Brille ab. Das Modell für die Computerarbeit lässt sich rasch und einfach gegen die Gleitsichtbrille tauschen. Anders als bei Kontaktlinsen geht das ganz ohne Vorbereitung – und außerdem ohne Spiegel.

Nicht nur Sehhilfe, sondern auch modisches Accessoire

Viele Menschen bevorzugen eine Brille, weil sie damit ein modisches Statement setzen können. Auffallen durch eine markante Brille? Das geht sehr gut. Derzeit angesagt sind Cateye-Brillen im Stil der 60er-Jahre oder Panto-Brillen – Modelle mit großen, rundlichen Gläsern.

Die Pflege einer Brille ist schnell erledigt

Es reichen Spülmittel, Wasser, Mikrofasertuch. Sind die Gläser einmal nicht ganz so sauber, sieht man zwar schlecher – aber fürs Auge besteht keine Gefahr. Kontaktlinsen dagegen muss man regelmäßig reinigen und desinfizieren. "In der Tränenflüssigkeit sind Stoffe, die sich in den Linsen ab­­lagern", sagt Eva Geisler, Optikerin aus München.

Auch Kontaktlinsen-Fans brauchen Brillen-Tage

Brille und Kontaktlinsen sind ein gutes Team. Etwa Linse mit Sehstärke und Sonnenbrille. Da die Augen Sauerstoff benötigen, ist eine Brille auch für Linsenträger wichtig. "Das gilt vor allem in Allergiephasen, bei einem roten Auge oder starker Erkältung", rät Dr. Stefan Bandlitz, Dozent an der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln.

Kontaktlinsen fühlen sich nicht immer gut an

Sie sind zunächst ein Fremdkörper auf dem Auge – trotz optimaler Anpassung. Trockene Augen erzeugen ein unangenehmes Gefühl und schränken die maximale Tragedauer von Linsen erheblich ein. Wer betroffen ist, sollte bei Bedarf zur Brille wechseln und unterstützend befeuch­tende Augentropfen aus der Apotheke verwenden.

Keine dicken Gläser, keine veränderten Augen

Linsen lassen die Augen weder kleiner noch größer erscheinen. Auch bei diversen anatomischen Besonderheiten sind sie die bessere Wahl – etwa wenn die Vorderfläche des Auges kegelförmig verändert ist (Keratokonus). "Die Kontaktlinse liegt direkt auf dem Auge. Dadurch gelingt ein schärferes Sehen als mit der bestmöglich angepassten Brille", sagt Eva Geisler.

Die Sehschwäche bleibt unbemerkt

Manchen Menschen ist es wichtig, dass ihre Sehschwäche niemandem auffällt. Oder sie glauben, eine Brille würde ihnen nicht stehen. In beiden Fällen sind Kontaktlinsen eine gute Lösung.

Spart das Reinigungsritual: Tageslinsen als praktische Alternative

Für all jene, die Kontaktlinsen tragen, aber nicht akribisch Hygiene betreiben wollen, eignen sich Tageslinsen. Sie müssen weder gereinigt noch desinfiziert werden. "Das hat den Vorteil, dass immer eine frische Linse auf dem Auge ist", sagt Geisler.

Diese Modelle dürfen nur einmal und nur für die empfohlene Stundenzahl getragen werden, weil sie aus dünnerem und offenporigem Material bestehen. Eines ist laut Bandlitz aber auch bei Tageslinsen unabdingbar: "Vor dem Auf- und Absetzen unbedingt die Hände waschen."

Regelmäßig zum Check

Sowohl Brillen- als auch Kontaktlinsenträger sollten ihre Sehstärke und die Sehhilfen regel­mäßig von einem Spezialisten überprüfen lassen.

Trägt jemand eine Brille oder Kontaktlinsen, die nicht (mehr) geeignet sind, können sogenannte asthenopische Beschwerden entstehen. Das sind Anstrengungsprobleme wie Augenbrennen, ­­Ermüdungserscheinungen, Kopfschmerzen oder auch eine erhöhte Lichtempfindlichkeit.