Farbsehstörungen / Farbenblindheit: Ursachen und Risikofaktoren

Farbenblindheit und Farbsehstörungen sind meistens angeboren. In erster Linie betrifft dies Männer

05.12.2011

Auf der Netzhaut liegen die Sinneszellen, über die ein Mensch farbig sieht


Normalerweise sieht ein Mensch durch bestimmte Sinneszellen, die sogenannten Zapfen, farbig. Es existieren drei verschiedene Sorten von Zapfen: Rot-, Grün- und Blauzapfen. Jede dieser drei Sorten reagiert auf einen eigenen Farbbereich empfindlich – entweder Rot, Grün oder Blau. Werden die Zapfen durch Licht einer bestimmten Wellenlänge angeregt, wandeln sie diesen Reiz in elektrische Impulse um. Die gelangen in das Gehirn, wo die eigentliche Farbempfindung stattfindet.

Liegt eine angeborene Farbsehschwäche oder teilweise Farbenblindheit vor, handelt es sich meist um eine Rot-Grünstörung. Die Gene für die Rot- und Grünzapfen liegen auf dem X-Chromosom (dem weiblichen Geschlechtschromosom). Da Männer nur ein X-Chromosom besitzen, tritt bei Ihnen eine Farbsinnstörung auf, wenn eines der "Farbgene" auf dem betreffenden Chromosom nicht funktioniert. Frauen haben dagegen zwei X-Chromosome. Ist bei ihnen nur eines der Gene defekt, dann sehen sie – aufgrund des zweiten gesunden Gens auf dem anderen X-Chromosom –  trotzdem normal farbig.

Deshalb treten bei Männern häufiger Probleme mit dem Farbsehen auf als bei Frauen. Zirka acht Prozent aller Männer, aber nur 0,4 Prozent der Frauen sind betroffen.

Wie werden Farbsehstörungen weitervererbt? Der Sohn eines betroffenen Vaters sieht alle Farben ganz normal. Denn er hat vom Vater das unbeteiligte Y-Gen bekommen. Alle Töchter des Vaters tragen dagegen den Gendefekt in sich – obwohl sie selbst meist die Farben normal erkennen. Bekommt die Tochter nun Nachwuchs, haben die Söhne dieser Frau aber in 50 Prozent der Fälle eine Farbsehschwäche oder Farbblindheit. Je nachdem, ob sie das veränderte oder das gesunde X-Chromosom von der Mutter erhalten haben.

Ganz selten kommt eine angeborene Blau-Gelbsinnstörung (Tritan-Störung) vor.

Zu den Auslösern einer erworbenen Farbsehstörung zählen zum Beispiel Krankheiten der Netzhaut (Retina) oder des Sehnervs (Nervus opticus). Auch ein grauer Star (Katarakt) kann das Farbsehen abschwächen, insbesondere das der Farbe Blau. Patienten erkennen diese Farbe erst, wenn es sich um ein deutliches kräftigeres Blau handelt.