Chorioretinitis

Die Chorioretinitis ist eine Entzündung der Aderhaut (Chorioidea) und der Netzhaut (Retina) des Auges. Diese beiden anatomischen Strukturen liegen dicht beieinander, sodass sich eine Entzündung meist in beide Bereiche ausbreitet

von Dr. med. H. Becker, aktualisiert am 13.04.2017

Ursachen: Chorioretinitis tritt bei Infektionen mit Viren (Herpes, Röteln, HIV), Bakterien (Borreliose, Syphilis,Tuberkulose), Pilzen (Histoplasmose) oder Parasiten (Toxoplasmose) auf. Aber auch nicht-infektiöse Entzündungen der Blutgefäße oder Autoimmunerkrankungen wie eine Sarkoidose kommen als Ursache in Frage.

Symptome: Da die Aderhaut nicht schmerzempfindlich ist, nimmt der Patient die Erkrankung oft gar nicht wahr. Die Entzündung wird dann zufällig beim Augenarzt entdeckt. Wenn Entzündungszellen in den Glaskörper eindringen, leidet das Sehvermögen. Schleierbildung und ein "trüber Blick" sind typische Symptome.

Eine Entzündung der Makula, des zentralen Bereichs der Netzhaut mit der höchsten Dichte von Fotorezeptoren, kann hochgradige Sehstörungen hervorrufen.

Therapie: Unabhängig von der Ursache wird die Chorioretinis oft mit Cortison behandelt, um die Narbenbildung zu begrenzen. Zusätzlich muss die auslösende Grunderkrankung festgestellt und zielgerichtet bekämpft werden. Bei einer bakteriellen Infektion verordnet der Arzt beispielsweise ein Antibiotikum.

Beratender Experte: Professor Dr. Klaus G. Riedel, Facharzt für Augenheilkunde

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.