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Auswärtsgedrehtes Lid (Ektropium): Diagnose

Augenärzte stellen das Ektropium auf den ersten Blick fest. Weitere Untersuchungen geben Aufschluss über Art und Ausprägung der Lidfehlstellung und über mögliche Folgeschäden

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 01.07.2015
Sehtest

Sehprobentafel zur Sehschärfenprüfung


Das Ektropium zieht häufig weitere Augenbeschwerden nach sich

Beschwerden wie ein tränendes, rotes, eventuell auch trockenes Auge sollte der Augenarzt stets abklären. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Lid nicht wie normal am Augapfel anliegt, sondern nach außen gewendet und abgesunken ist. Die Abweichung stellt der Augenarzt sofort fest. Dennoch sind Angaben des Patienten zu den Beschwerden und zur Krankengeschichte (Anamnese) stets hilfreich.

Bei einem Ektropium untersucht der Augenarzt immer auch die Augen genauer. So überprüft er ihre Beschaffenheit und Beweglichkeit, die Verhältnisse an den Lidern, die Pupillenweite und -reaktion, die Schmerzempfindlichkeit der Hornhaut. Spezielle klinische Tests erlauben eine Einschätzung möglicher Schwachpunkte am Lid, die zur Auswärtsdrehung geführt haben.

Mittels einer Lichtquelle, die an ein Untersuchungsmikroskop gekoppelt ist (sogenannte Spaltlampe), lenkt der Augenarzt einen gebündelten Lichtstrahl ins Auge des Patienten und betrachtet durch das Mikroskop die beleuchteten vorderen Augenabschnitte von der Bindehaut und Hornhaut bis zur Linse.

Durch die Vergrößerung lassen sich zum Beispiel krankhafte Veränderungen an der frei liegenden Bindehaut und Hornhaut wie etwa Entzündungen, Geschwüre, Narben – mögliche Folgen des Ektropiums – genau erkennen. Immer schließt sich auch eine Sehschärfenprüfung an.

Ektropium mit Gesichtslähmung: Viele Ursachen – verschiedene Fachärzte

Vorab wichtig: Bei einer plötzlich aufgetretenen Fazialisparese sollten Sie immer auch an einen Schlaganfall (Hirninfarkt) denken und bei Bedarf unverzüglich den Notarzt rufen (Notrufnummer 112).

Recht typisch für einen Hirninfarkt ist, dass die Betroffenen zwar Mund und Auge nicht mehr richtig bewegen, die Stirn aber noch runzeln können. Die zentrale Lähmung erfasst häufig jedoch weitere Bereiche der gleichseitigen Körperhälfte. Auch können Sehstörungen, Sprachprobleme, andere Störungen, etwa Verlust der Blasenkontrolle, Kopfschmerzen oder Benommenheit vorhanden sein. Patienten mit einem akuten Schlaganfall müssen so schnell wie möglich in einer entsprechenden Klinik behandelt werden.

Eine idiopathische Fazialislähmung (siehe Kapitel "Ursachen") tritt ebenfalls "aus heiterem Himmel" auf. Meist fühlen sich die Betroffenen hier insgesamt wenig beeinträchtigt, was aber einen Schlaganfall keineswegs ausschließt.

Mann beim Arzt

Wegen der bei einer Gesichtslähmung zahlreichen infrage kommenden Ursachen sind Ärzte mehrerer Fachbereiche in abgestimmter Weise in die Diagnostik einbezogen – etwa Internisten, Neurologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Sie veranlassen falls notwendig weiterführende Untersuchungen.

Diese reichen von neurologischen Tests oder Untersuchungen des Ohres über unterschiedliche Laboranalysen, eventuell auch eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Lumbal- oder Liquorpunktion) bis hin zu bildgebenden Techniken wie Ultraschalluntersuchung, Magnetresonanztomografie oder Computertomografie.