Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose)

Als Gonarthose oder Kniegelenksarthrose bezeichnen Mediziner den Gelenkverschleiß des Knies. Was gegen die Beschwerden hilft und welche operativen Möglichkeiten es gibt

aktualisiert am 05.04.2018

Kniearthrose: Das Gelenk schmerzt


Definition: Was ist eine Gonarthrose?

Die Arthrose des Kniegelenks, Gonarthrose genannt, gehört zu den häufigsten Abnutzungserscheinungen der Gelenke. Der fortschreitende Gelenkverschleiß führt dazu, dass der Knorpel im Kniegelenk zerstört wird.

Schließlich kann der Patient das Gelenk nicht mehr schmerzfrei bewegen, im Extremfall versteift es sogar. Bei einer fortgeschrittenen Kniearthrose sind daher oft eine Operation und ein künstliches Gelenk erforderlich, um die Beweglichkeit zu erhalten.

Anhaltende Schmerzen im Knie und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks sind also Symptome, die auf jeden Fall zum Arzt führen sollten. Denn bei frühzeitiger Therapie lässt sich das Voranschreiten der Arthrose oftmals verhindern.

Ursachen

Arthrose ist nicht nur altersbedingt. Denn während bei manchem Siebzigjährigen die Gelenke noch prima in Schuss sind, zeigen sie bei anderen bereits mit 30 deutliche Verschleißerscheinungen. Viele verschiedene Ursachen können die Entstehung einer Gonarthrose begünstigen. Zunächst werden zwei verschiedene Formen unterschieden:

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Primäre Arthrose

Dabei handelt es sich um Arthrose, die ohne ersichtlichen Grund auftritt. Die genauen Ursachen sind noch nicht ausreichend erforscht. Die Wissenschaft vermutet eine erbliche Veranlagung. Deshalb wird intensiv nach Genen geforscht, die hinter der Krankheit Arthrose stecken könnten. Klar ist inzwischen jedenfalls, dass eine genetische Vorbelastung nicht zwangsläufig zum Verschleiß der Gelenke führen muss: Auch wer eine entsprechende Veranlagung besitzt, kann ein Leben lang gesunde Gelenke haben.

Sekundäre Arthrose

Sind äußere Faktoren an der Entstehung des Gelenkverschleißes beteiligt, sprechen Mediziner von einer sekundären Arthrose. Meist steht eine Kombination aus mehreren Ursachen hinter dem Krankheitsgeschehen. Diese sollten möglichst genau identifiziert werden, um gezielt in den Abbauprozess eingreifen zu können.

Mögliche Ursachen einer sekundären Arthrose:

  • Verletzungen und Unfälle

Viele Kniearthrosen treten in Folge von Unfällen und Verletzungen auf – mitunter erst nach Jahren.

  • Anhaltende Überlastung

Werden bestimmte Bewegungen Tag für Tag und über Jahre hinweg ausgeführt, kann dies zur Überlastung der betreffenden Gelenke führen. Berufsbedingte Arthrosen sind keine Seltenheit. So entwickeln beispielsweise Fliesenleger häufig eine Kniegelenksarthrose.

  • Fehlstellungen

Manche Menschen entwickeln in der Jugend eine Fehlstellung des Kniegelenks, zum Beispiel in Form von O-Beinen. Dies führt zu einer ungünstigen Mehrbelastung und kann den Abbau des Knorpels beschleunigen.

Überflüssige Pfunde sind Gift für die Gelenke. Besonders für jene, die am schwersten an der Leibesfülle zu tragen haben – die Hüft- und vor allem die Kniegelenke.

  • Gelenkentzündungen

Entzündliche Gelenkerkrankungen, zum Beispiel aus dem rheumatischen Formenkreis, können den Knorpel schädigen und eine Arthrose begünstigen.

Video: Was passiert bei einer Arthrose?

Stadien der Arthrose

Arthrose ereilt keinen von heute auf morgen. Der Verschleiß der Kniegelenke zieht sich über viele Jahre hin. Zu Beginn sind die Beschwerden noch so harmlos, dass sie meist nicht wahrgenommen werden. Bis schließlich jede Belastung des Gelenks Schmerzen verursacht, ist es ein weiter Weg. Nicht umsonst wird Arthrose oft erst erkannt, wenn sie schon fortgeschritten ist. Das kann ungünstig sein, denn eine frühe Therapie kann den Verlauf in einigen Fällen positiv beeinflussen. Daher ist es so wichtig, die Warnsignale einer Arthrose zu kennen und vom Arzt abklären zu lassen.

  • Frühstadium


Ausgangspunkt jeder Arthrose ist ein Defekt im Knorpelüberzug, der sogenannte "Knorpelschaden". Er ist zunächst meist nur auf kleine Flächen begrenzt, aber keineswegs harmlos: Selbst durch kleine Knorpelschäden kann es zu Veränderungen im Kniegelenk kommen. Auf einigen Abschnitten des Gelenks liegt dann eine zusätzliche Last, dort wird zunächst der Knorpel und auf Dauer auch der darunter liegende Knochen angegriffen.

  • Zwischenstadium


Viele Patienten befinden sich in einem Zwischenstadium. Wie lange sich dieses hinzieht, ist individuell verschieden und davon abhängig, wie stark das geschädigte Kniegelenk strapaziert wird und zwar nicht nur durch das Körpergewicht, sondern auch durch Verdrehbewegungen oder Sportarten mit rascher Beschleunigung oder starken Bremsmanövern.

Je mehr sich der Knorpel abnutzt, desto höher wird der Druck auf den darunter liegenden Knochen. Das einzige Mittel, ihn auszugleichen, ist, ihn besser zu verteilen: Die Gelenkfläche vergrößert daher und bildet dazu knöcherne Ausziehungen, Osteophyten genannt. Diese Auswüchse sind in einigen Fällen tastbar und manchmal sogar zu sehen. Die Veränderungen machen das betroffene Kniegelenk immer unbeweglicher und der Knorpelschaden breitet sich weiter aus. Die Knochen der beiden Gelenkflächen rücken dadurch immer näher zusammen: Nach und nach verengt sich der Gelenkspalt.

  • Spätstadium

Die Knorpelschicht ist allmählich abgebaut. Die darunter liegenden Knochen liegen nun quasi ohne Schutz auf den Knochen der Gegenseite. Die Struktur der Knochen im Röntgenbild hat sich verändert: Es zeigen sich Verdichtungen und Verhärtungen des Knochens, die der Mediziner "subchondrale Sklerosierung" nennt. Ist der Gelenkspalt vollkommen verschwunden, kann das betroffene Kniegelenk steif werden.

Symptome der Gonarthrose

Zu den typischen Anzeichen einer Kniegelenksarthrose zählen:

  • Schmerzen im Knie beim Treppensteigen sowie beim Gehen auf unebenem Gelände
  • Die Schmerzen sind zu Beginn der Bewegung stark (Anlaufschmerz), lassen dann langsam nach, tauchen aber nach anhaltender Belastung wieder auf (Belastungsschmerz)
  • Durch Tragen von schweren Gegenständen verstärken sich die Beschwerden
  • Nach langem Sitzen treten Schmerzen hinter der Kniescheibe auf
  • Knirschende und knackende Geräusche beim Bewegen des Knies
  • Empfindlichkeit gegenüber feucht-kaltem Wetter

Je weiter die Beeinträchtigung des Kniegelenks fortgeschritten ist, desto intensiver die Symptome: Die Schmerzen werden häufiger und treten alsbald auch in Ruhe und nachts auf. Die Bewegungsfähigkeit des Knies nimmt immer mehr ab.

Diagnose

Anamnese

Am Beginn des Arztbesuches steht in der Regel eine ausführliche Befragung des Patienten: Der Arzt ermittelt Eckdaten wie Krankheitsvorgeschichte und bisher erfolgte Therapien. Er erkundigt sich nach Einschränkungen im Alltag oder im Beruf. Der Mediziner wird auch nach etwaigen vorangegangenen Unfällen oder Verletzungen fragen.

Untersuchung

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Dabei prüft der Arzt zunächst Gang und Haltung, um mögliche Fehlstellungen wie einen Beckenschiefstand, Muskelschwächen oder Schonhaltungen zu erkennen. Im Rahmen der sogenannten Palpation tastet er mit den Händen die Gelenke ab und untersucht, ob und welche davon druckempfindlich oder geschwollen sind. Nach der Palpation wird die Beweglichkeit der Gelenke überprüft. So lässt sich eingrenzen, ob und inwieweit die Arthrose bereits zu Beeinträchtigungen führt. Schließlicht überprüft er die Stabilität der Bänder des Kniegelenks und testet die Menisken.

Röntgenuntersuchung

Hat sich der Verdacht auf eine Arthrose des Kniegelenks erhärtet, wird der Arzt ein Röntgenbild des Kniegelenks veranlassen. Ist der Abstand zwischen den Gelenkflächen verschmälert, ist das ein typisches Zeichen für den Verschleiß des Knorpels. Je kleiner der Gelenkspalt, desto ausgeprägter die Arthrose. Sind die Knorpelschäden allerdings noch gering, können sie im Röntgenbild meist nicht erkannt werden.

Ultraschalluntersuchungen

Eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) kann eine Ergänzung zur Röntgenuntersuchung sein, da sich mit Ultraschall die Weichteile wie Muskeln und Kapsel gut darstellen lassen. Anders als beim Röntgen sind also nicht nur knöcherne Strukturen zu erkennen. Eine Sonografie ist damit zum Beispiel optimal dafür geeignet, um einen Kniegelenkserguss zu erkennen.

Magnetresonanztomografie

Bei Beschwerden am Kniegelenk wird häufig auch eine Magnetresonanztomografie durchgeführt, da mit dieser Technik Schäden an Bändern, Sehnen oder Menisken des Knies optimal darzustellen sind. Liegt aber eindeutig eine Gonarthrose vor, ist diese Untersuchung meist nicht mehr erforderlich.

Gelenkpunktion

Liegt ein Gelenkerguss vor, kann mit einer Punktion die angesammelte Gelenkflüssigkeit entfernt werden. Die Untersuchung der Flüssigkeit liefert auch Hinweise auf mögliche Krankheitserreger und entzündlich-rheumatische Zustände, falls ein dahingehender Verdacht besteht. Darüber hinaus hat die Punktion therapeutische Effekte: Sinkt der Druck im Inneren des Kniegelenks, wirkt das entlastend und schmerzlindernd.

Allerdings bildet sich ein Gelenkserguss bei Arthrose bald wieder nach. Eine Punktion ist also unter Umständen zur Klärung der Ursache des Ergusses sinnvoll. Ständige Punktionen machen dagegen keinen Sinn, sondern erhöhen das Infektionsrisiko.

Therapie: Was hilft bei Kniearthrose?

Eine Behandlung, die an den Ursachen ansetzt und diese beseitigt, gibt es bislang nicht. Deshalb beschränken sich die Maßnahmen darauf, die Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit und Gehleistung zu steigern sowie darauf, das Fortschreiten der Arthrose zu bremsen. Doch obwohl Arthrose nicht heilbar ist, stellt sie keinen Schicksalsschlag dar, dem man sich beugen muss. Im Gegenteil, man kann sehr viel selbst dazu beitragen, um den Abbau des Knorpels zu verlangsamen und die Symptome zu lindern, insbesondere durch Kräftigung der Muskeln und bestimmte Verhaltensweisen.

Medikamente

Das Ziel der Behandlung mit Medikamenten ist es, die Symptome der Kniegelenksarthrose zu beseitigen: Schmerzen zu lindern, die Entzündungen zu hemmen und so die Beweglichkeit wieder herzustellen, beziehungsweise zu verbessern. Schließlich sollen Bewegungen so bald als möglich wieder schmerzfrei oder zumindest weniger schmerzhaft auszuführen sein.

  • Nichtsteroidale Antirheumatika

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind Medikamente, welche die Schmerzen lindern und Entzündungsprozesse hemmen können. Sie enthalten kein Kortison, daher ihr Name: Mit der Bezeichnung "nichtsteroidal" grenzt man sie von den kortisonhaltigen Präparaten ab. Typische Vertreter dieser Arzneigruppe sind zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Ketoprofen. Sie alle kommen bei schmerzhaften Gelenkbeschwerden zum Einsatz und sind bis auf wenige Ausnahmen ohne Rezept erhältlich. NSAR können entweder als Salbe auf die Knieregion aufgebracht werden oder aber falls das nicht genügt, beispielsweise als Tablette eingnommen werden. NSAR sollten nur kurzzeitig und in möglichst geringer Dosierung angewendet werden: Sie sollen akute Beschwerden lindern.

  • Andere Schmerzmittel

Manchmal werden bei Kniegelenksarthrose auch andere Schmerzmittel, ohne den entzündungshemmenden Effekt der NSAR eingesetzt. Sie dienen ausschließlich der Linderung der Beschwerden.

  • Kortisoninjektionen

Die heute übliche Anwendung von Kortison in der Arthrosetherapie ist die Injektion: Dabei wird ein Glukokortikoid, das dem körpereigenen Kortikoid verwandt ist, in das Kniegelenk gespritzt, oft kombiniert mit einem lokalen Betäubungsmittel. Gegenüber Kortikoiden in Tablettenform hat das den Vorteil, dass der Stoff ausschließlich dort wirkt, wo er auch gebraucht wird. Kortikoide wirken entzündungshemmend. Injektionen mit diesen Arzneimitteln können daher bei einer aktivierten Arthrose, bei der anderen Therapiemaßnahmen nicht greifen, kurzfristig sinnvoll sein. Eine Injektion sollte unter möglichst keimfreien (sterilen) Bedingungen erfolgen.

  • Hyaluronsäureinjektionen

Bei Patienten, bei denen NSAR nicht ausreichend wirken oder aufgrund von Gegenanzeigen nicht verabreicht werden können, kommen Spritzen mit Hyaluronsäure, die in das Kniegelenk verabreicht werden, als Behandlungsmöglichkeit infrage. Die Studienlage zur Wirkung dieser Präparate ist jedoch sehr widersprüchlich.

  • Glucosamin und Chondroitinsulfat

Auch zu den als Nahrungsergänzungsmittel oder als Arznei eingesetzten Wirkstoffen Chondroitinsulfat und Glucosamin ist die Studienlage widersprüchlich. Ein Nutzen ist also nicht sicher belegt.

Nichtmedikamentöse Behandlung

Dabei kommen Physiotherapie, physikalische Behandlungen, wie unter anderem Wasseranwendungen, sowie orthopädische Verfahren zum Einsatz. Sind diese Optionen ausgeschöpft, werden operative Maßnahmen herangezogen, um eine Besserung der Beschwerden zu erreichen.

  • Physiotherapie

Krankengymnastische Übungen erhalten und verbessern die Beweglichkeit der Kniegelenke, zugleich wirken sie muskelstärkend und schmerzlindernd.
 Eine gute und regelmäßige Krankengymnastik kann im Frühstadium der Arthrose ausreichend sein, um die Beschwerden zu bessern. Sofern die Übungen richtig ausgeführt werden – weshalb Krankengymnastik auch unter Aufsicht geschulter Therapeuten erfolgen muss. Dabei lernen die Patienten auch, wie sie ihre Gymnastik zu Hause durchführen sollen. Traktionsbehandlung kommt ebenfalls infrage.

  • Wärmetherapie

Vielen Patienten mit Arthrose tut Wärme gut. Bei einer aktivierten Arthrose, bei der zusätzlich eine Entzündung des Gelenkes dazu kommt, kann es aber auch genau umgekehrt sein: Statt Wärme empfinden die Patienten Kälte als angenehm.

  • Kältebehandlung

Patienten mit einer akuten Reizung oder Entzündung des Kniegelenks können von Kälteanwendungen profitieren. Dazu gehören unter anderem kalte Moorpackungen und Kaltluft. Auch bei Umschlägen mit essigsaurer Tonerde oder Quark werden Kältereize genutzt.

  • Elektrotherapie und elektrophysikalische Therapie

Elektrische Ströme verhindern oder verlangsamen die Weiterleitung von Schmerzsignalen, regen die Regeneration des Gewebes an und verbessern die Durchblutung. Eines der bekanntesten Verfahren aus diesem Bereich ist die TENS-Therapie, die Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation. Dabei kommen kleine tragbare Geräte zum Einsatz, die über Batterien gespeist niederfrequente Ströme erzeugen. Diese werden durch Elektrodenplättchen übertragen, die mit einer Kontaktpaste versehen am Kniegelenk auf die Haut geklebt werden.

  • Akupunktur

Akupunktur kann bei Patienten mit Kniearthrose die Schmerzen lindern. Dies ergab 2005 eine Studie an der Charité in Berlin.

  • Stoßwellentherapie

Stoßwellentherapie kann die Schmerzen bei Gonarthrose reduzieren.

  • Lasertherapie

In Kombination mit einer Bewegungsbehandlung kann auch Lasertherapie bei Kniearthrose hilfreich sein.

  • Spezial-Schuhe und Einlagen

Speziell gefertigtes Schuhwerk oder Einlagen können das Gehen beschwerdefreier machen und die Gelenke vor weiteren (Fehl-)belastungen schützen. Beraten Sie sich gegebenenfalls mit Ihrem Arzt, ob solche Maßnahmen auch bei Ihnen sinnvoll erscheinen!

Operative Maßnahmen

  • Arthroskopische Eingriffe

Eingriffe in Schlüssellochtechnologie haben keinen langfristigen Effekt, daher gilt die Arthroskopie bei reiner Arthrose als überholt. Bei akuten Meniskusschäden kann die Arthroskopie aber auch bei Gonarthrose eine sinnvolle Therapie sein.

  • Osteotomien

Bei einer O- oder X-Bein-Fehlstellung kommt es zu einer vermehrten Belastung der Innen- oder Außenseite des Kniegelenks. Dies kann zu einer verfrühten Arthrose auf der betroffenen Seite des Knies führen. Durch eine Knochenumstellung, auch Osteotomie genannt, können die Beine wieder gerade gestellt und die Belastung wieder auf das gesamte Knie verteilt werden. Dadurch schreitet die Arthrose in dem betroffenen Knieteil nicht mehr voran. 

  • Gelenkersatz

Erst wenn anhaltende Schmerzen bei Belastung auftreten, ständig Schmerzmedikamente nötig sind oder die Nachtruhe gestört ist, ist ein künstlicher Gelenkersatz ratsam. Die Operationsmethoden wie auch die Implantate haben sich in den letzten Jahren entscheidend verbessert, so dass die Erfolgsausichten dieser Maßnahme inzwischen sehr gut sind. Welche Prothese und Operationsmethode sich am besten eignet, ist von Patient zu Patient verschieden. Die Wahl ist abhängig vom Zustand des Knochens rund um das zu ersetzende Gelenk, vom Körpergewicht und weiteren individuell unterschiedlichen Faktoren.

Sport mit Kniearthrose

Verursacht das Bewegen des Kniegelenks Schmerzen, nimmt man unwillkürlich eine Schonhaltung ein. Verständlich, schließlich will man die Beschwerden so weit es geht reduzieren. Doch das ist der Beginn einer schädlichen Spirale: Beim Versuch, das Gelenk zu schonen, fügt man diesem noch mehr Schaden zu. Denn durch das Meiden bestimmter Bewegungsabläufe kommt es zu Verspannungen der Muskeln am Kniegelenk. Nach einer Weile beginnt der überbeanspruchte Muskel, sich zu verkürzen und im Verlauf dann auch die Kapsel.

 

Viel bewegen, aber wenig belasten sollte daher das Motto sein. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) empfiehlt bei Kniegelenksarthrose folgende Sportarten, sofern keine anderen gesundheitlichen Gründe individuell dagegen sprechen:

  • Gymnastik
  • Radfahren
  • Walking
  • Kraulschwimmen
  • Aqua-Jogging

Wichtig: Menschen, die bereits eine Kniearthrose oder Knieschmerzen haben, chronisch Kranke, Senioren und Personen, die schon länger keinen Sport mehr getrieben haben, sollten sich unbedingt bei einem Arzt beraten lassen, bevor sie aktiv werden.

Beratender Experte

Privatdozent Dr. med. Patrick Weber ist Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern. Er leitet die Hüftendoprothetik und ist stellvertretender Leiter der Knieendoprothetik. Patrick Weber studierte Medizin in Luxemburg, München und Dublin. Von 2004 bis 2007 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Klinik und Poliklinik für Orthopädie am Klinikum Großhadern tätig. 2006 promovierte er am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Von 2007 bis 2009 arbeitete er im Klinikum München Perlach, bevor er 2009 nach Großhadern zurückkehrte. Seit 2011 ist er Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Seine Habilitation erfolgte 2014.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Quellen:

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC): Gonarthrose, Leitlinie 01/18. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-004l_S2k_Gonarthrose_2018-01_1.pdf (Abgerufen am 05.04.2018)