Hüftarthrose: Ursachen

Übergewicht, Fehlstellungen, Verletzungen oder entzündliche Gelenkerkrankungen: Viele Faktoren können die Entstehung einer Arthrose des Hüftgelenks begünstigen

aktualisiert am 20.10.2017
Übergewichtige Frau trägt schwere Tüten

Nicht optimal: Hier hat die Hüfte viel zu schleppen


Letztendlich liegt bei einer Arthrose immer ein Verschleiß des Gelenkknorpels vor. Die Ursachen für seine Entstehung können jedoch sehr unterschiedlich sein. Faktoren, die den Abbau des Gelenkknorpels begünstigen:

  • Verletzungen: Viele Hüftarthrosen treten in Folge von Verletzungen auf – mitunter erst viele Jahre nach dem schädigenden Ereignis. Bei der Heilung der Verletzung kann es zu Veränderungen im Gelenkbereich kommen, welche die Belastungssituation verschieben und die Entstehung einer Arthrose begünstigen können.
  • Hüftdysplasie: Manche Menschen haben eine angeborene Fehlstellung des Hüftgelenks, eine sogenannte Hüftdysplasie. Dabei ist die Hüftpfanne nicht richtig ausgebildet und bietet dem Hüftkopf nicht genügend Halt. Eine Hüftdysplasie kann zu einer Fehlbelastung des Gelenkknorpels führen und damit Knorpelschäden und eine Arthrose der Hüfte begünstigen.
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen: Chronische Entzündungen der Gelenke, zum Beispiel im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen oder der Gicht, können den Knorpel schädigen und so das Risiko für eine Arthrose erhöhen.
  • Vererbung: Studien haben bestätigt, dass erbliche Veranlagung für den Verschleiß der Hüftgelenke mit verantwortlich ist.
  • Hüftkopfnekrose: Das Absterben des Hüftkopfknochens unterhalb des Knorpels kann manchmal auch bei jungen Menschen auftreten. Gehäuft kommt es bei Patienten, die Kortison einnehmen, zu viel Alkohol konsumieren oder unter Nierenerkrankungen leiden vor. Bricht der Knorpel über dem absterbenden Knochen ein, läuft das Gelenk nicht mehr rund, weshalb es bereits in jungen Jahren zu einer Arthrose kommt.
  • Fehlstellungen: Heilen Hüfterkrankungen wie Morbus Perthes oder Hüftkopfabrutschen in einer Fehlstellung aus, kann bereits in jungen Jahren eine Arthrose entstehen.
  • Impingement der Hüfte (femoro-acetabuläres Impingement): Bei dieser Erkrankung haben Hüftkopf- und/oder -pfanne eine ungünstige Form. Dadurch ist der Raum zwischen den Gelenkflächen verengt. Eine Folge kann sein, dass bei Bewegung des Gelenkes Knorpel oder andere Strukturen eingeklemmt werden. Betroffen sind oft Männer ab 25 Jahren. Im Frühstadium der Erkrankung, wenn noch keine Arthrose entstanden ist, kann eine Umformung des Gelenks mittels therapeutischer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) helfen, weitere Gelenkveränderungen zu verhindern. Dabei werden die Gelenkflächen aneinander angepasst.
  • Anhaltende Überlastungen: Werden bestimmte Bewegungen Tag für Tag und über Jahre hinweg ausgeführt, kann dies zur Überlastung der betreffenden Gelenke führen. Auch Sport kann zum vorzeitigen Verschleiß des Hüftgelenks führen, vor allem wenn er sehr intensiv und monoton ausgeübt wird. Gerade bei Jugendlichen scheint exzessiver Sport eine spätere Arthrose durch verschiedene Veränderungen zu begünstigen.
  • Übergewicht: Überflüssige Pfunde sind Gift für die Gelenke. Besonders für jene, die am schwersten an der Leibesfülle zu tragen haben – die Hüft- und Kniegelenke.

Wichtig: Gelegentlich findet sich auch keine Ursache für die Arthrose.