Apfelbeere: Rarität im Hochsommer

Die Apfelbeere, auch Aronia genannt, enthält viel Vitamin C. Im Handel gibt es die Beeren meist nur getrocknet. Sie schmecken ähnlich wie Rosinen

aktualisiert am 30.07.2015

Apfelbeeren sind dunkelblau bis schwarz. Die frischen Früchte schmecken eher herb


Inhaltsstoffe der Apfelbeere: Vitamin C und Anthocyane

Apfelbeeren sind eine Quelle für Vitamin C. Vitamin C braucht der Körper unter anderem zum Aufbau des Bindegewebes. Für die Farbe der Apfelbeere sind Anthocyane verantwortlich. In der Volksmedizin gelten Apfelbeeren als Heilmittel.

Herkunft der Apfelbeere: Veredelt in Russland

Apfelbeeren stammen ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas. Im 19. Jahrhundert gelangten sie nach Russland, wo die Menschen sie in botanischen Gärten anpflanzten. Anfang des 20. Jahrhunderts veredelte ein russischer Züchter die Bäume. Daraufhin setzte die weitflächige Nutzung als Obstbaum ein. Anbaugebiete liegen heute in Russland, Osteuropa und vereinzelt in Deutschland.

Botanik: Erbsengroßes Kernobst

Unter die Bezeichnung Apfelbeere fallen alle Arten der Gattung Aronia aus der Familie der Rosengewächse. Am bekanntesten sind die Filzige Apfelbeere Aronia arbutifolia und die Aronia melanocarpa. An den Boden stellen die Pflanzen keine besonderen Ansprüche. Sie gedeihen am besten in der Sonne oder im Halbschatten. Der Apfelbeerstrauch, auch Aroniastrauch genannt, wird bis zu drei Meter hoch. Er ist sommergrün, wirft also sein Laub vor dem Winter ab. Die Blätter sind elliptisch bis verkehrt eiförmig und können bis zu acht Zentimeter lang werden. Auf ihrer Mittelrippe wachsen schwarzrote Härchen. Auffällig sind die dunkelroten Winterknospen. Anfang Mai erscheinen die ersten Blüten. Sie stehen in Ständen von zehn bis 20 zusammen. Jede Blüte hat fünf weiße oder blass rosa gefärbte Kronblätter. Die Staubblätter sind purpurfarben. Insekten und der Wind übernehmen die Bestäubung. Die Früchte reifen von August bis Oktober. Sie sind etwa erbsengroß und dunkelblau oder schwarz. Das Fruchtfleisch schmeckt süß-säuerlich und ein wenig herb. Es erinnert geschmacklich an unreife Heidelbeeren. Ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung tragen die Sträucher Frucht. Zehn bis 15 Kilogramm Ertrag kann ein großer Strauch pro Jahr liefern.

Saison: Ernte beginnt im Spätsommer

Im Spätsommer beginnt die Apfelbeerernte. Frisch sind die Früchte nur sehr selten erhältlich. Getrocknete Aronia-Beeren gibt es das ganze Jahr über.

Tipps zur Zubereitung der Aroniabeere

Apfelbeeren sind trotz ihres leicht herben Geschmacks roh genießbar. Man sollte allerdings keine größeren Mengen davon konsumieren, da Aroniabeeren Blausäure enthalten. Vor dem Verzehr gut unter fließendem Wasser reinigen. Getrocknet erinnern die Früchte an Rosinen. Sie sind eine leckere Ergänzung im Müsli oder Joghurt und lassen sich auch als Backzutat nutzen. Für Naschkatzen sind schokolierte Aroniabeeren empfehlenswert. Dazu getrocknete Früchte mit geschmolzener Schokolade überziehen. Den Saft der Beeren gibt es ebenfalls zu kaufen. Frische Früchte eignen sich auch zur Herstellung von Marmelade und Gelee.

 

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