Phobien: Diagnose

Wegweisend für die Diagnose Phobie sind die typischen Symptome. Eine körperliche Untersuchung hilft, organische Ursachen auszuschließen

aktualisiert am 26.02.2015
Patientin in der Sprechstunde

Termin beim Arzt: Bei Phobien können körperliche Symptome im Vordergrund stehen


Viele Patienten wenden sich zunächst an ihren Hausarzt. Er erkundigt sich nach den Beschwerden und den Umständen, unter denen die Symptome auftreten.

Manchmal erkennen die Betroffenen gar nicht, dass sie unter Angst leiden. Sie spüren vor allem körperliche Symptome der Angstattacke wie Herzrasen, Schwindel, Übelkeit.

In jedem Fall muss zunächst geklärt werden, ob eine körperliche Ursache hinter den Symptomen stecken könnte – zum Beispiel eine Herzerkrankung, eine Erkrankung der Atemwege oder eine Stoffwechselstörung wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes mellitus. Dazu können neben einer körperlichen Untersuchung beispielsweise eine Elektrokardiografie oder Bluttests zum Einsatz kommen.

Der Arzt wird außerdem prüfen, welche Medikamente der Patient einnimmt. Manchmal können sie Ängste auslösen oder verstärken.

Gespräch und Fragebögen

Beim Verdacht auf eine ausgeprägte, behandlungsbedürftige Angsterkrankung wird der Arzt üblicherweise an einen Spezialisten überweisen – einen Psychiater oder Psychotherapeuten.

Der Spezialist wird sich ausführlich mit dem Patienten unterhalten. Er fragt, in welchen Situationen die Ängste auftreten, ob der Patient diese Gelegenheiten bewusst vermeidet oder ob die Furcht "aus heiterem Himmel" entsteht. Mit Hilfe standardisierter Fragebögen kann der Psychiater oder Psychotherapeut genauer einschätzen, wie sehr die Ängste den Alltag des Patienten behindern.

Ängste können auch Symptom einer anderen psychischen Krankheit sein, beispielsweise einer Depression, einer Zwangsstörung, einer Alkoholsucht oder einer Drogenabhängigkeit. Nicht selten liegen auch mehrere Krankheiten gleichzeitig vor.