Alzheimer Krankheit: Therapie

Neben Medikamenten, die das Voranschreiten der Demenz verlangsamen, können verschiedene nicht-medikamentöse Behandlungsansätze bei Alzheimer helfen
aktualisiert am 04.11.2013

Tabletteneinnahme: Gerade bei Alzheimer ist es wichtig, zu kontrollieren, ob die Medikamente auch wirklich regelmäßig eingenommen werden

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Heilen lässt sich eine Alzheimer-Erkrankung bisher nicht. Doch es gibt verschiedene Medikamente, die dazu beitragen können, dass die Demenz weniger rasch voranschreitet und sich das Gedächtnis wieder verbessert. Mit verschiedenen anderen Therapiemaßnahmen lassen sich die geistigen Fähigkeiten des Betroffenen fördern und die Symptome lindern. Vor allem in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien ist es wichtig, für eine gute pflegerische Betreuung der Betroffenen zu sorgen und die Angehörigen zu entlasten.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Nicht-medikamentöse Behandlungsmaßnahmen tragen entscheidend zur Verbesserung der Symptome, der Lebensqualität und der Selbständigkeit des Alzheimer-Patienten sowie zur Entlastung von betreuenden Angehörigen und Pflegekräften bei. Solche Maßnahmen beinhalten vor allem alltagsnahes Training und haben körperliche und geistige Anregung zum Ziel.

Um die Patienten optimal zu betreuen, sollten verschiedene Spezialisten  zusammenarbeiten. Dazu gehören der Hausarzt, der Geriater, der (Geronto-) Psychiater, der Neurologe oder Nervenarzt ebenso wie Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, häuslicher Pflegedienst und Sozialarbeiter. Wichtig ist zudem die Aufklärung und Schulung von Angehörigen und Pflegenden.

Als sinnvolle nicht-medikamentöse Maßnahmen haben sich bewährt: die Anpassung des Tagesablaufs und der Wohnverhältnisse (Milieutherapie), Arbeits- und Beschäftigungstherapie (Ergotherapie), Berücksichtigung der Lebensgeschichte des einzelnen Patienten (Biografie-Arbeit), besonderer Respekt und Akzeptanz des Patienten als ganzen Menschen (Validation), Behandlung der Sprachstörungen (Logopädie), Krankengymnastik (Physiotherapie) sowie Kunst- und Musiktherapie. Und schließlich benötigt der Patient im Verlauf der Erkrankung zunehmend pflegerische Hilfe. Es wurde gezeigt, dass der Einsatz von medizinischer Ernährung im Frühstadium zu eine verbesserten Gedächtnisleistung führt.

Medikamentöse Therapie

Die im Folgenden genannten Medikamente, sogenannte Antidementiva, werden bei der Therapie der Alzheimer-Demenz zur Verbesserung der Gedächtnisleistung und der Alltagsbewältigung mit individuell unterschiedlichem Erfolg eingesetzt. Ziel dieser Behandlung ist es, die Selbständigkeit und die Lebensqualität des Demenz-Kranken möglichst lange zu erhalten und den Pflegeaufwand zu reduzieren.

Cholinesterase-Hemmer

Im frühen und mittleren Stadium kommen Medikamente infrage, die das Enzym Cholinesterase hemmen, welches den Botenstoff Acetylcholin abbaut. Damit steht der Neurotransmitter Acetylcholin für die Signalverarbeitung im Gehirn wieder verstärkt zur Verfügung. Die derzeit gebräuchlichen Wirkstoffe dieser Gruppe sind: Donepezil, Galantamin, Rivastigmin.

Für alle drei Mittel gibt es aus zahlreichen Studienergebnissen Belege für eine Verbesserung der Hirnleistung und der Alltagsfähigkeiten. Die Tabletten können jedoch auch Nebenwirkungen haben. Es können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Solche unerwünschten Effekte sind geringer und seltener, wenn die Behandlung mit einer niedrigeren Medikamentendosis begonnen und diese dann langsam gesteigert wird. Es gibt Hinweise, dass Cholinesterase-Hemmer auch im fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Demenz wirksam sein können. Eine Weiterbehandlung kann sinnvoll sein.

Memantine

Der Wirkstoff Memantine beeinflusst den Rezeptor des Botenstoffes Glutamat im Gehirn. Mit Memantine lassen sich die Aufmerksamkeit und die alltäglichen Fähigkeiten verbessern – insbesondere bei fortgeschrittener Demenz. Die Tabletten sollten zu Beginn eher niedrig dosiert und die Dosis dann gesteigert werden. Nebenwirkungen von Memantine können unter anderem sein: Schwindel, innere und körperliche Unruhe und Übererregbarkeit. Allgemein zeigt Memantine weniger Nebenwirkungen als die Acetylcholinesterase-Hemmer. Memantine ist im mittleren und späten Stadium wirksam. Die Wirkung von Memantine ist im frühen Stadium der Alzheimer-Demenz nicht nachgewiesen.


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