Alzheimer Krankheit: Diagnose

Mit verschiedenen Tests und Untersuchungen lässt sich eine Alzheimer-Demenz relativ gut einkreisen beziehungsweise ausschließen
aktualisiert am 04.11.2013

Uhrzeit zeichnen: Mit dieser Übung lässt sich ein erster Eindruck über die Gedächtnisfunktion eines Menschen bekommen

W&B/Neurolog. Poliklinik München-Großhadern

Nach althergebrachter Lehrmeinung der Neuropathologen und Gerichtsmediziner kann die Diagnose Alzheimer erst durch eine mikroskopische Untersuchung des Gehirns nach dem Tod mit hundertprozentiger Sicherheit gestellt werden. Dennoch gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, um eine klinisch wahrscheinliche Alzheimer-Demenz bei Patienten diagnostisch einzukreisen oder auszuschließen.

Folgende Voraussetzungen machen das Vorliegen einer Alzheimer-Demenz äußerst wahrscheinlich, wenn andere Krankheiten ausgeschlossen wurden, die mit solchen oder ähnlichen Erscheinungen vergesellschaftet sein können:

  • Gedächtnisstörung und im weiteren Verlauf der Erkrankung meist mindestens eines der folgenden Symptome: Sprachstörungen (Aphasie), Apraxie (Patient hat eine Bewegungsstörung, obwohl er motorisch gesund ist, findet z.B. nicht mehr in die Jackenärmel), Agnosie (Patient hat Probleme, Gegenstände zu erkennen, obwohl die Sinnesorgane intakt sind), Schwierigkeiten, zu planen, Probleme zu lösen und zu Abstrahieren
  • erworbene, tief greifende Beeinträchtigung der alltagspraktischen Fähigkeiten (zum Beispiel die Unfähigkeit, sich selbst ein Butterbrot zu schmieren, selbst einkaufen zu gehen oder ähnliches)
  • schleichender Beginn der Symptome
  • anhaltendes Weiterbestehen der Störungen
  • fortschreitender Verlauf

Zwar etwas wackelig, aber noch recht brauchbar

W&B/Neurolog. Poliklinik München-Großhadern

Zur Basisdiagnostik gehören folgende Schritte:

  • Der Arzt erhebt eine genaue Krankengeschichte des Patienten.
  • Daran schließt sich eine körperliche Untersuchung an.
  • Standardisierte Tests geben Auskunft über die intellektuellen Leistungen und Fähigkeiten. Zusätzlich gilt es abzuschätzen, wie gut der Patient noch in der Lage ist, Tätigkeiten des alltäglichen Lebens auszuführen. Besonders bekannte Kurztestverfahren sind der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Uhrzeit-Zeichnen-Test oder der DemTect (Demenz-Detektion). Manchmal ist eine ausführliche neuropsychologische Testdiagnostik sinnvoll.

Fortgeschrittene Demenz: Die gezeichnete Uhr lässt sich kaum mehr erkennen

W&B/Neurolog. Poliklinik München-Großhadern
  • Untersuchungen des Gehirnwassers sind heute Routine in spezialisierten Gedächtnissprechstunden. Im Gehirnwasser können die spezifischen Marker (Biomarker), die typischerweise bei der Alzheimer-Erkrankung verändert sind (Beta-Amyloid, Tau-Protein), bestimmt werden.

Mit bildgebenden Verfahren wie Computer- oder Kernspintomografie (CT oder MRT), vorzugsweise MRT, lassen sich die Gehirnstrukturen beurteilen und Hinweise auf für Alzheimer oder andere Demenz-Erkrankungen typische Gehirnveränderungen finden. Außerdem können mit bildgebenden Methoden unter anderem Gefäßerkrankungen des Gehirnes erkannt oder Tumoren ausgeschlossen werden.


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