Traditionelle chinesische Medizin (3):
Das Qi durch Bewegung lenken

In der Ruhe liegt hier die Kraft

von Apotheken Umschau, 26.06.2010

Die Idee des Qi liegt auch den Meditations- und Bewegungstechniken Qigong und Tai-Chi zugrunde. Qigong, die "Arbeit am Qi", soll die Urkraft in den Körper lenken und durch ihn hindurchschleusen. Dies kann im Liegen, Sitzen oder Stehen geschehen. "Dabei wird die Atmung als Rhythmusgeber des Qi eingesetzt", erklärt Greten. Neben der Atmung spielen auch langsame, harmonische Bewegungsabläufe und das bewusste Lenken der Vorstellungen und Gedanken eine Rolle.

 
Dieser philosophische Ansatz mag uns "aufgeklärten" Menschen im Westen exotisch erscheinen, doch er wirkt. Studien belegen gute Erfolge bei Erkrankungen wie Asthma oder Bluthochdruck. In einer chinesischen Verlaufsbeobachtung an 244 Bluthochdruckpatienten senkte Entspannungstechnik das Schlaganfallrisiko. Einer Untersuchung der Universität Witten-Herdecke zufolge verbessert Qigong die Atemtiefe von Asthmatikern.

Auch das Schattenboxen Tai-Chi kommt zunehmend in Reha-Zentren und als vorbeugende Maßnahme zum Einsatz. Die Bewegungsübungen im Zeitlupentempo sollen körperlich und seelisch eine Bereitschaft zum Loslassen und Nachgeben einleiten. Neben der Beweglichkeit und Durchblutung stärkt dies ebenso das Immunsystem und die Infektabwehr, wie eine Studie amerikanischer Forscher zeigt.