Allergie: Ambrosia erkennen und beseitigen

Im Hochsommer beginnt die Ambrosia zu blühen, ein Kraut, das vielen Allergikern zu schaffen macht. Wie man die Pflanze erkennt und sicher entfernt

von Alexandra von Knobloch, Dr. Achim G. Schneider & Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 05.07.2016

Allergieauslöser: Ambrosia artemisiifolia vor der Blüte


Bis zu eine Milliarde Pollen kann eine einzige Ambrosia verbreiten. Für Allergiker ist das ein Problem, denn das Unkraut kann Heuschnupfen und allergisches Asthma hervorrufen. Professorin Franziska Ruëff vom Allergiezentrum der Ludwig-Maximilians-Universität in München hat in einer gemeinsamen Studie mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig ermittelt, dass vermutlich rund zwei Millionen Menschen in Deutschland empfindlich auf Ambrosia reagieren. Sollte die Pflanze sich weiter verbreiten, könnte die Zahl der Allergiker auf acht Millionen steigen. Je nach Szenario rechnen die Autoren mit zusätzlichen Gesundheitskosten von jährlich etwa 200 Millionen bis über eine Milliarde Euro.

Vorsicht, Allergie!

Im Juli beginnt das Kraut zu blühen und blüht bis in den Oktober hinein: vier Monate, in denen Pollenallergiker mit Beschwerden zu kämpfen haben. Mit jeder Bestäubung wächst die Wahrscheinlichkeit, dass sich die aus Nordamerika stammende Pflanze in Deutschland ausbreitet. Wer einzelne Ambrosien entdeckt, die noch nicht blühen, zieht deshalb am besten Gartenhandschuhe an und entfernt die Pflanzen mitsamt ihrer Wurzel. Blühen sie bereits, sollte man beim Entfernen eine Staubmaske tragen. Danach gehören sie – verpackt in eine Plastiktüte – in den Restmüll. Wichtig: Wer auf Pollen allergisch reagiert, sollte die Pflanze nicht selbst entsorgen, sondern andere Menschen danach fragen. Einige Wochen nach der Bekämpfung sollten Sie prüfen, ob an der bearbeiteten Stelle frische Pflänzchen nachkommen, weil noch Samen im Boden schlummerten. Auch im darauffolgenden Jahr ist eine Kontrolle sinnvoll.

Ausreißaktionen könnten Verbreitung eindämmen

Größere Bestände sollten den zuständigen Stellen gemeldet werden. So lauten die Empfehlungen des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen. In einigen Regionen Brandenburgs zum Beispiel gibt es vom Bundesland organisierte Mäh- und Ausreißaktionen, um die Ausbreitung der Ambrosia zu bekämpfen. Auch in Bayern gibt es ein Aktionsprogramm gegen Ambrosia. In der Schweiz wurde vor einigen Jahren eine Melde- und Bekämpfungspflicht gesetzlich verankert. Das hat dazu geführt, dass sich die Ambrosia nicht weiter verbreiten konnte. Ausgerottet wurde sie aber nicht.

Ambrosia sicher ausreißen

Der Korbblütler (botanischer Name: Ambrosia artemisiifolia) wird auch als "Aufrechtes Traubenkraut" oder "Beifußblättriges Traubenkraut" bezeichnet. Die Höhe einzelner Exemplare variiert stark und kann bis zu eineinhalb Meter erreichen. Wie der Name sagt, ähnelt die Beifuß-Ambrosie dem Gemeinen Beifuß. Bei genauer Betrachtung hat dieser aber ganz andere Blätter. Kennzeichnend für die fremde Pflanze sind die doppelt federteilig geschlitzten Blätter, der an Getreideähren erinnernde männliche Blütenstand und der rötliche Stängel, der mit kleinen abstehenden Härchen besetzt ist.

"Im Zweifel sollten Sie die Pflanze mit Abbildungen im Internet vergleichen oder sie beim städtischen Grünamt oder einer anderen für Umweltfragen zuständigen Behörde bestimmen lassen", rät Dr. Uwe Starfinger von der Abteilung für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit an der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA).