Adipositas und Esssucht: Symptome, Begleit- und Folgeerkrankungen

Adipositas bedeutet nicht nur ein erhöhtes Körpergewicht, sondern auch ein gesteigertes Risiko für verschiedene andere Krankheiten

aktualisiert am 07.02.2014
Schwitzender Mann

Zu viel Gewicht? Da kann man leicht ins Schwitzen kommen


Zu den unmittelbar spürbaren körperlichen Beschwerden übergewichtiger oder adipöser Menschen zählen vor allem fehlende Ausdauer und schnelle Ermüdung, verbunden mit starkem Schwitzen und Kurzatmigkeit. Durch die Gewichtszunahme kommt es zu einer allgemein eingeschränkten Beweglichkeit und oft zu Schmerzen in Wirbelsäule, Hüfte und den Knien sowie durch die vermehrte Belastung zu einem erhöhten Risiko für Gelenkverschleiß (Arthrose).

Schwerwiegender sind jedoch häufig die durch die Fettleibigkeit verursachten oder begünstigten Begleit- und Folgeerkrankungen. Das Risiko, darunter zu leiden steigt mit zunehmendem Körpermasse-Index (BMI) (siehe Kapitel "Was ist Adipositas"). Zu den weit verbreiteten Folgeerkrankungen gehören Bluthochdruck, Verkalkung der Herzkranzgefäße (koronare Herzerkrankung), Zuckerkrankheit Typ 2, Krebs sowie orthopädische Leiden. Daneben machen psychische Probleme – vor allem ein vermindertes Selbstwertgefühl – übergewichtigen Menschen oft zu schaffen.

Bluthochdruck

Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) ist die häufigste Begleiterkrankung von Adipositas. Studien belegen einen klaren Zusammenhang zwischen steigendem BMI und vermehrtem Auftreten von Bluthochdruck. Erhöhter Blutdruck wiederum ist ein Risikofaktor für eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die auch die Herzkrankgefäße treffen kann (koronare Herzkrankheit).

Koronare Herzkrankheit

Mit zunehmendem Körpermasse-Index (BMI) (siehe Kapitel "Was ist Adipositas") steigt das Risiko für eine Verkalkung der Herzkranzgefäße (koronare Herzerkrankung) deutlich an. Ebenso das Herzinfarkt-Risiko. Natürlich spielen auch andere Risikofaktoren, wie erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Nikotinkonsum eine Rolle.

Typ-2-Diabetes (Zuckerkrankheit)

Auch hier gilt: Je höher der Körpermasse-Index (BMI) (siehe Kapitel "Was ist Adipositas"), desto höher das Erkrankungsrisiko für Diabetes mellitus Typ 2. Das gilt vor allem für BMI-Werte über 30.

Krebserkrankungen

Studien belegen einen Zusammenhang zwischen steigendem Körpergewicht und vermehrtem Auftreten von Krebs. Bei Frauen geht es dabei vor allem um Gebärmutter-, Gebärmutterhals-, Eierstockkrebs oder Brustkrebs nach den Wechseljahren. Bei Männern spielen hier vor allem Darm- und Prostatakrebs eine Rolle. Das höhere Krebsrisiko resultiert wahrscheinlich aus Veränderungen bestimmter Hormone infolge der Fettleibigkeit.

Psychosoziale Leiden

Folgen des Übergewichts können ein vermindertes Selbstwertgefühl, Ängstlichkeit und Depressionen sein. Der seelische Druck, den die Betroffene empfinden, kann wiederum zu neuen Essattacken führen. Essen soll dann entlastend und tröstend wirken, doch damit geraten adipöse Menschen in einen Teufelskreis.

Weitere Folgeerkrankungen

Zu den häufigsten und wichtigsten Folgeerkrankungen der Adipositas werden außerdem Fettstoffwechselstörungen (wie erhöhte Blutfettwerte), Schlaganfall, das mit nächtlichen Atemaussetzern verbundene Schlafapnoe-Syndrom, Gicht, Gallensteine, Gelenkverschleiß (Arthrose – vor allem in den Knien), gynäkologische Probleme bei Frauen (Harninkontinenz, Unfruchtbarkeit, Geburtskomplikationen) sowie Störungen der Potenz und des sexuellen Verlangens bei Männern gezählt.