Achillessehnenverletzungen: Therapie

Schonung ist bei Achillessehnen-Verletzungen in jedem Fall angebracht. Bei einer Reizung kann das sogar schon genügen
aktualisiert am 16.03.2017

Ist die Achillessehne gerissen, wird meistens operiert

Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

Was hilft bei einer Achillessehnen-Reizung?

Bei einer Achillessehnen-Reizung empfiehlt der Arzt üblicherweise, das Sprunggelenk in leichter Spitzfußstellung zu schonen – also Fußspitze nach "unten" gestreckt, Ferse angezogen. Dieser Rat sollte auch beherzigt werden. Denn eine Reizung neigt dazu, chronisch zu werden und erhöht das Risiko für einen Riss. Die Spritzfußstellung nimmt Spannung von der strapazierten Sehne und der Wadenmuskulatur. Bis die Schmerzen abklingen, sollten Erkrankte auf Sportarten verzichten, die die Achillessehne und die Wadenmuskulatur stark belasten.

Gelegentlich rät der Arzt zu Bandagen oder erhöhten Schuhabsätzen. Unterstützend kann die schmerzende Stelle in den ersten Tagen gekühlt oder mit durchblutungsfördernden Salben eingerieben werden. Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen können deutliche Linderung verschaffen. Es muss dabei aber streng auf mögliche Nebenwirkungen im Magen-Darm – und Herz-Kreislaufbereich geachtet werden.

Der Arzt kann in den Bereich um die entzündete Stelle ein Gemisch aus entzündungshemmendem Kortison und einem örtlich wirksamen Betäubungsmittel spritzen und damit in der Regel schnell und wirksam helfen. Diese Infiltration muss aber fachgerecht erfolgen. Zu häufige Gaben können das Risiko für einen Riss erhöhen.

Therapie bei einem Achillessehnenriss

Bei Verdacht auf einen Achillessehnenriss sollte möglichst rasch ein Arzt, üblicherweise ein Orthopäde, aufgesucht werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird das Bein entlastet und hoch gelagert. Die schmerzende Stelle kann vorsichtig gekühlt werden. Achtung: Eis nicht direkt auf die Haut legen, sonst drohen Erfrierungen!

Ein Riss erfordert in der Regel eine Operation (Achillessehnen-Rekonstruktion). Die Sehne und die Funktion des Fußgelenks können nur durch eine möglichst schnelle Versorgung  wieder vollständig hergestellt werden. Ohne rechtzeitige Therapie kann es unter Umständen zu einer Rückbildung (Atrophie) der Wadenmuskulatur kommen. Bei der Achillessehnen-Rekonstruktion näht der Arzt die gerissene Sehne wieder zusammen. Gegebenenfalls verstärkt er sie mit einer kleinen benachbarten Sehne, die elastischer ist als die Achillessehne und nicht so leicht einreißt. Liegt die Verletzung bereits längere Zeit zurück, und hat sich inzwischen die Wadenmuskulatur verkürzt, wird die Achillessehne durch operationstechnische "Tricks" verlängert.

Während der Wundheilung tragen die Verletzten 10 bis 14 Tage lang einen sogenannten Oberschenkel-Liegegips oder eine Oberschenkel-Gipslongette – das ist ein fester Gipsverband, der bis übers Kniegelenk reicht. Darauf folgt für die Dauer von mindestens vier Wochen ein Gehgips oder eine Unterschenkel-Stiefel-Orthese in entlastender Spitzfußstellung. Im Anschluss hilft eine Physiotherapie, den verkürzten Wadenmuskel und die eingesteiften Gelenke des Beines wieder in Gang zu bekommen.

Behandlung ohne Operation

Bei einer sogenannten konservativen Therapie des Achillessehnenrisses wird auf eine Operation verzichtet. Das kann zum Beispiel erforderlich sein, wenn Vorerkrankungen bestehen, die einen chirurgischen Eingriff sehr risikoreich machen würden. Der Patient muss dann für eine bedeutend längere Zeit Gipsverbände oder gegebenenfalls spezielles orthopädisches Schuhwerk oder Orthesen (Schienenapparate) tragen. Denn die Sehne braucht Zeit und Ruhe, um heilen zu können. Physiotherapie und Wärmetherapien können den Prozess eventuell unterstützen.

Die konservative Behandlung bei einem Achillessehnenriss wird hierzulande seltener gewählt als die operative Achillessehnen-Rekonstruktion. Bei älteren Menschen wird eher auf einen Eingriff verzichtet, weil die Belastung der Sehne und damit die Gefahr eines weiteren Achillessehnenrisses im Alter meistens sinkt. Wenngleich die konservative Therapie etwas langwieriger ist, werden auch hier befriedigende Heilungsergebnisse erzielt.

Welches Therapieverfahren im Einzelfall das geeignetere ist, und welche Komplikationen und Nachteile die jeweilige Behandlungsmethode mit sich bringen kann, sollte individuell mit dem Orthopäden besprochen werden. Er kann auch eine Empfehlung abgeben, ab wann der Fuß wieder voll belastbar ist. Spätestens nach einem halben Jahr kann der Patient nach einer Achillessehnen-Operation üblicherweise wieder Sport treiben.

Achillessehnenriss: Wie kann man das Risiko senken?

Den normalen Verschleiß- und Abnutzungsprozessen der Achillessehne lässt sich nicht vorbeugen. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, das allgemeine Verletzungsrisiko zu senken:

  • Nicht überlasten, nach Sport oder Anstrengungen für Erholungsphasen sorgen
  • Regelmäßiger, moderater Sport ist günstiger als seltene Spitzenleistungen
  • Vor dem Training immer die Muskeln gut aufwärmen
  • Beim Sport die Belastung nur allmählich steigern
  • Auf gute, individuell passende Schuhe achten.

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