PTT: Partielle Thromboplastinzeit

PTT und aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) werden häufig als Synonyme verwendet. Diese Gerinnungszeit gibt Aufschluss bei Fragen zu Störungen der Blutgerinnung

aktualisiert am 28.05.2014

Gerinnungshemmende Medikamente wie Heparin können die PTT beeinflussen

W&B/Frank Boxler

Kurz gesagt:

PTT ist ein Bluttest, der Veränderungen bei der Blutgerinnung aufzeigen kann. Die PTT ist verlängert bei Fehlen bestimmter Gerinnungsfaktoren (zum Beispiel bei der Bluterkrankheit), bei erworbenen Gerinnungsstörungen (zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Operation) oder bei Therapie mit Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen (Heparin).


Was ist die PTT?

Die partielle Thromboplastinzeit  (PTT) ist ein Suchtest für Störungen bei der Blutgerinnung, zum Beispiel bei Blutungen unklarer Ursache oder als Routineuntersuchung vor einer Operation, gemeinsam mit Quick-Wert und Thrombozyten.

Die PTT dient weiterhin zur Therapiekontrolle bei der Gabe von Heparin, das die Blutgerinnung hemmt, oder bei der Behandlung von Hämophilie (Bluterkrankheit).


Welcher Wert ist normal

Die Normalwerte sind abhängig von der eingesetzten Labormethode. Sie liegen bei Erwachsenen meist im Bereich zwischen 23 und 38 Sekunden. Bei Kleinkindern unter sechs Monaten kann die Zeit länger sein.

Wann steigt der Wert?

Bei Störungen der Blutgerinnung kann der Wert erhöht sein. Unter Behandlung mit Heparin steigt der Wert ebenfalls, hier wird er zwischen 50 und 80 Sekunden eingestellt.


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Michael Spannagl, Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München




Bildnachweis: W&B/Frank Boxler
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