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PSA: Prostata-spezifisches Antigen

Den PSA-Wert messen Ärzte zum Beispiel im Rahmen der Diagnose oder bei der Nachsorge von Prostatakrebs. Was der PSA-Wert aussagt und wann er bestimmt wird

Was ist PSA?
Gebildet wird das Prostata-spezifische Antigen (PSA) von bestimmten Zellen der Prostata. Das Eiweiß befindet sich im dünnflüssigen, milchigen Prostatasekret, das beim Samenerguss dem Sperma beigemischt wird. Es soll die Bewegung der Spermien fördern.

Auch im Blut ist das Eiweiß PSA nachweisbar, allerdings nur in einer Konzentration, die circa eine Million Mal geringer ist als in der Samenflüssigkeit. Treten bösartige Zellen in der Prostata auf, bilden sie das Eiweiß oftmals vermehrt. Daher hat die PSA-Bestimmung bei der Früherkennung sowie der Nachsorge von Prostatakrebs große Bedeutung erlangt.


Wann steigt der Wert?
Eine Vielzahl von Umständen können dazu führen, dass die Konzentration von PSA im Blutserum ansteigt. Dazu gehören krankhafte Vorgänge wie Prostatakrebs oder eine Entzündung der Drüse. Doch auch die natürliche Vergrößerung der Vorsteherdrüse im Alter (benigne Prostatahyperplasie), bestimmte Untersuchungstechniken (z.B. die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Prostata) oder Sportarten wie Fahrradfahren oder Reiten erhöhen den PSA-Wert. Außerhalb der Drüse entsteht PSA dann, wenn ein Krebsgeschwür der Prostata Absiedlungen (Metastasen) geschaffen hat.

Welche Werte sind normal?
Normalwerte gibt es beim Prostata-spezifischen Antikörper (PSA) nicht, da dessen Werte im Blut nicht nur vom Alter, sondern von vielen anderen Faktoren (siehe oben) abhängen. Was es gibt, sind altersspezifische Referenzwerte: So sollte beispielsweise bei einem 40 bis 49 Jahre alten Mann der Wert nicht über 2,5 ng/ml liegen.

Als Schwellenwert, der eine weitere Abklärung nötig macht, gilt derzeit 4 ng/ml – wobei aber das Alter des Patienten eine wichtige Rolle spielt und in die Bewertung des Testergebnisses mit einfließen muss. Auch ist wichtig zu wissen, dass Werte darunter eine Krebserkrankung nicht grundsätzlich ausschließen. Neben dem Absolutwert ist auch die Anstieggeschwindigkeit zwischen verschiedenen PSA-Messungen wichtig.

Wichtig:

PSA-Werte sind nicht ohne Weiteres vergleichbar. Da verschiedene Testsystem zur Bestimmung zur Verfügung stehen, sollten nur Werte, die mit demselben System ermittelt wurden, verglichen werden.

In Kürze – die Diskussion:
Die Bestimmung des Eiweißes PSA im Blutserum dient der Früherkennung von Prostatakrebs. Bei Erkennung von frühen Tumorstadien kann eine komplette Heilung noch möglich sein. Der Nutzen der Untersuchung wird derzeit allerdings diskutiert, da viele ältere Männer (manche Studien gehen von 80 Prozent aus) zwar eine Krebserkrankung in der Prostata aufweisen, die ihnen jedoch keine Probleme bereitet und an der sie nicht sterben. Kritiker meinen daher, die PSA-Bestimmung gehe mit einer Vielzahl unnötiger Biopsien und Prostatabehandlungen einher.

Das Dilemma besteht derzeit darin, die Männer ausfindig zu machen, bei denen die Krebserkrankung eben nicht nur stumm in der Drüse verläuft, sondern sich auf den Körper ausdehnt. Verschiedene zusätzliche PSA-Parameter (PSA Dichte, altersspezifische Referenzwerte, PSA-Anstiegsgeschwindigkeit, PSA-Verdoppelungszeit oder PSA Unterformen) sollen helfen, die Diagnostik und Früherkennung mithilfe der PSA-Bestimmung präziser sowie aussagekräftiger zu gestalten.


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten individuell zu erklären.



Dr. Ralph Müller-Gesser / www.apotheken-umschau.de; 17.06.2008, aktualisiert am 23.01.2012

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