Progesteron: Zyklus- und Schwangerschaftshormon

Progesteron (Gelbkörperhormon) ist ein Hormon, das den Menstruationszyklus mitträgt und die Schwangerschaft aufrechterhält

von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 28.05.2014

Progesteron erhält die Schwangerschaft aufrecht

W&B/Fotolia

Kurz gesagt:

Progesteron ist das Hormon, das die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vorbereitet und der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft dient.


Was ist Progesteron?

Progesteron, auch Corpus-luteum-Hormon oder Gelbkörperhormon genannt, ist ein Hormon, das im Eierstock (Ovar) gebildet wird. Angeregt wird die Produktion durch das luteinisierende Hormon (LH), das aus dem Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenvorderlappen) stammt.

Nach dem Eisprung beginnt die verbliebene Eihülle des Follikels, der sogenannte Gelbkörper, damit, deutlich vermehrt Progesteron zu produzieren. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut sich entfaltet und stärker durchblutet wird. Damit ist sie gut auf die Einnistung eines befruchteten Eis vorbereitet. Die Körpertemperatur steigt in dieser Zyklusphase messbar an. Studien zufolge fördert Progesteron die Beweglichkeit der Spermien und ihre Fähigkeit, in die Eizelle einzudringen.

Ist die Frau schwanger geworden, produziert der Gelbkörper in den ersten Wochen weiterhin Progesteron. Nach einer Übergangsphase übernimmt die Plazenta diese Aufgabe um die zwölfte Schwangerschaftswoche vollständig.

Ist die Frau jedoch nicht schwanger geworden, bildet sich der Gelbkörper zurück, sodass immer weniger Progesteron produziert wird. Schließlich kommt es zur Menstruation.

Progesteron wird in geringem Maße zusätzlich in der Nebennierenrinde produziert.


Welcher Wert ist normal?

In der ersten Zyklushälfte liegt die Progesteronkonzentration im Blutserum bei bis zu 1,4 µg/l. Nach dem Eisprung, in der Lutealphase, beträgt die Konzentration zwischen 3,34 und 25,6 µg/l. Nach der Menopause ist nur noch bis zu 1,00 µg/l nachweisbar.

In der Schwangerschaft sind folgende Werte normal:
1. Drittel: 11,2 bis 90,0 µg/l
2. Drittel: 25,6 bis 89,4 µg/l
3. Drittel: 48,4 bis 422,5 µg/l.

Wann steigt der Wert?

Der Wert steigt nach dem Eisprung und in der Schwangerschaft an.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Bei einer sogenannten Corpus-luteum-Insuffizienz zum Beispiel produziert der Gelbkörper zu wenig Progesteron. Mögliche Folgen: Es kann zu Zyklusstörungen, etwa verkürzten Abständen zwischen den Monatsblutungen, kommen. Oder eine gewünschte Schwangerschaft bleibt aus. Es sind verschiedene Ursachen möglich. Manchmal liegen sie zum Beispiel im Gelbkörper selbst oder darin, dass der Hypophysenvorderlappen zu wenig luteinisierendes Hormon produziert.

Eine Gelbkörperschwäche lässt sich nach dem Eisprung durch zwei bis drei Blutentnahmen im Abstand von jeweils drei bis vier Tagen feststellen.


Blutproben: Beladen eines Geräts

Beladen eines Analysegerätes mit Blutproben

Labor Becker, Olgemöller & Kollegen / W&B, Bernhard Huber

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



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