Natrium (Na): Für den Körper unverzichtbar

Die Natrium-Konzentration darf nur wenig schwanken, da sonst die Übertragung von Nervenimpulsen gestört würde

von Dr. Ralph Müller-Gesser, aktualisiert am 26.05.2014

Starkes Schwitzen kann den Natriumwert verändern

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Kurz gesagt:

Natrium kommt im Körper als positiv geladenes Teilchen vor – vor allem außerhalb der Zellen. Es trägt zum Aufbau der elektrischen Spannung an den Zellmembranen bei und ist daher für die Weiterleitung von Nervenimpulsen, den Herzrhythmus, aber auch die Muskelarbeit wichtig. Von großer Bedeutung ist Natrium darüber hinaus für die Wasserverteilung im Körper.


Was ist Natrium?

Das Alkalimetall Natrium (Na) ist im Normalzustand wachsweich, silberglänzend und sehr reaktiv. Aufgrund seiner Reaktivität kommt es vor allem als Salzverbindung vor (zum Beispiel Kochsalz = Natriumchlorid). Natrium ist für den Körper unverzichtbar. Dort liegt es vor allem als Ion, als positiv geladenes Na+, vor.

Ein menschlicher Körper von 70 Kilogramm enthält etwa 100 Gramm Natrium. Zusammen mit anderen Ionen ist Natrium dafür verantwortlich, eine 
Spannungsdifferenz zwischen Zellinnerem und -äußerem zu schaffen. Dieses elektrische Potenzial kommt durch den aktiven Ionen-Transport zustande: Kalium-Ionen werden in die Zelle hinein-, Natrium-Ionen hinausgepumpt.


Ein Natriummangel oder -überschuss im Körper liegt in der Regel nicht an einer zu geringen oder zu großen Aufnahme. Vielmehr hängt die Konzentration im Blutserum eng mit dem Wasserhaushalt zusammen.

Wann fällt der Wert?

Hat der Körper zu viel Wasser aufgenommen oder zu wenig ausgeschieden, wird die vorhandene Menge Natrium im Körper verdünnt – die Werte fallen. Verminderte Natriumwerte können zum Beispiel durch Wasseransammlungen im Gewebe, Schilddrüsenunterfunktion, Medikamente, Natriumverluste über die Nieren oder Nierenversagen bedingt sein.

Auch Sportler, die durch den Schweiß viel Natrium ausscheiden und gleichzeitig große Mengen an natriumarmer Flüssigkeit zu sich nehmen, können niedrige Natriumspiegel aufweisen.

Wann steigt der Wert?

Wurde zu wenig Wasser aufgenommen oder zu viel ausgeschieden, ist das vorhandene Natrium konzentrierter – die Spiegel steigen. Starkes Schwitzen, Durchfall oder auch künstliche Beatmung können die Werte dann erhöhen.

Reguliert wird der Natriumspiegel zusammen mit dem Wasserhaushalt. Entscheidende Rolle spielen dabei unter anderem die Hormone ADH, Aldosteron und Angiotensin II.

Welcher Wert ist normal?

Der Natriumspiegel im Blutserum schwankt normalerweise nur innerhalb enger Grenzen. So beträgt die Konzentration im Serum in der Regel zwischen 135 bis 145 mmol/l.

Der innerhalb von 24 Stunden gesammelte Urin enthält normalerweise 120 bis 220 mmol Natrium.

Folgen bei Abweichungen des Natriumspiegels
Liegt die Serumkonzentration von Natrium außerhalb dieses Bereichs, kann es zu Komplikationen kommen:

  • Bei zu hohen Werten sind Verwirrtheit, Krämpfe und Koma möglich.
  • Bei zu niedrigen Werten können Persönlichkeitsveränderungen, Verwirrtheit, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit auftreten.

Der Natriumgehalt kann von Mineralwasser zu Mineralwasser erheblich variieren

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Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



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