Monozyten: Vorläufer der Fresszellen

Monozyten sind die Vorläufer der Makrophagen, die als „Fresszellen“ eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen

aktualisiert am 27.05.2014

Ein Monozyt neben mehreren roten Blutkörperchen

Okapia/NAS/Biophoto Associates

Kurz gesagt:

Monozyten wandeln sich in Makrophagen um, die als „Fresszellen“ wichtig für die Immunabwehr sind. Eine erhöhte Monozytenzahl kommt häufig bei Infektionen und Entzündungen vor.


Was sind Monozyten?

Monozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und stellen von diesen die größten Zellen dar. Ihr Anteil an der Anzahl der weißen Blutkörperchen beträgt bei Erwachsenen vier bis 13 Prozent. Wie die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind sie ein zellulärer Bestandteil des Blutes.

Im Blutkreislauf halten sich Monozyten allerdings nur kurze Zeit auf. Rasch wandern sie in die Gewebe ein und wandeln sich dort vorwiegend in Makrophagen um. Diese Makrophagen, auch Fresszellen genannt, spielen bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle. Sie kommen im Gewebe früh mit Erregern in Kontakt, verleiben sich diese regelrecht ein und machen sie damit unschädlich (unspezifische Abwehr).

Daneben beteiligen sich die Monozyten aber auch an der spezifischen Abwehr, indem sie Teile der Erreger auf ihrer Zelloberfläche den anderen Abwehrzellen präsentieren und so zum Beispiel die Bildung speziell gegen den Krankheitskeim gerichteter Antikörper anregen. Außerdem nehmen Makrophagen auch Zelltrümmer und mit dem Blut transportierte Stoffe wie zum Beispiel das LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin“) in ihr Inneres auf.


Wann sind die Monozyten erhöht?

Eine erhöhte Monozytenzahl im Blut findet sich häufig bei Infektionen, wie beispielsweise Tuberkulose oder Malaria. Zudem können die Monozyten auch bei Autoimmunkrankheiten wie Morbus Crohn oder bestimmten Krebsarten (zum Beispiel Monozytenleukämie) vermehrt sein.

Wann sind die Monozyten erniedrigt?

Eine verminderte Monozytenzahl im Blut tritt sehr selten auf und ist bei der normalerweise sehr geringen Zahl auch schwer nachweisbar. Ursache sind vor allem Erkrankungen des blutbildenden Systems, wie zum Beispiel eine Haarzellleukämie, die die Bildung anderer zellulärer Kompartimente des Blutes verdrängen oder Verdrängung des Knochenmarks durch Metastasen (Tumorabsiedlungen).

Welche Monozytenzahl ist normal?

Erwachsene: 0,2 bis 0,8 Tausend/μl


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Michael Spannagl, Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München




Bildnachweis: Okapia/NAS/Biophoto Associates
Bildnachweis: Okapia/NAS/Biophoto Associates
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