Magnesium (Mg): Lebenswichtiges Mineral

Magnesium befindet sich zum größten Teil in den Knochen und in der Skelettmuskulatur. Es beeinflusst nicht nur sie, sondern auch den Herzmuskel und die autonome Muskulatur vieler Organe, etwa der Blut­gefäße oder Bronchien. Außerdem unterstützt Magnesium viele Enzymsysteme

aktualisiert am 26.05.2014

Feht Magnesium, verkrampfen die Muskeln leichter. Dehnen hilft bei einem Wadenkrampf

W&B/Martin Ley

Kurz gesagt:

Das lebenswichtige Mineral Magnesium kann unser Körper nicht selbst herstellen. Also muss es, um seine vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, über die Nahrung aufgenommen werden. Ein Mangel kann auf eine Krankheit des Magen-Darm-Traktes hinweisen, aber auch durch hormonelle Störungen, ständiges starkes Schwitzen oder Medikamentenwirkungen ausgelöst werden. Eine Überladung des Körpers kommt sehr selten und fast nur bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion vor.


Was ist Magnesium?

Neben Kalium ist es das wichtigste Kation (also ein positiv geladenes Teilchen, Mg2+) in allen lebenden Zellen. Magnesium beeinflusst etliche Enzyme und nimmt auf diesem Wege Einfluss auf die Zellregeneration, Sauerstoffnutzung und Energiegewinnung. Außerdem stabilisiert Magnesium biologische Membranen. Es wird auch als Medikament genutzt.


Warum wird die Magnesium-Konzentration gemessen?

Das bekannteste Anzeichen eines Magnesium-Mangels sind Krämpfe der Gliedmaßenmuskulatur, zum Beispiel Wadenkrämpfe. Ausgeprägter Mangel kann zu Störungen der Bewegungskoordination führen. Auch Herzrasen, Müdigkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall können auf einen zu niedrigen Bestand hinweisen.

Da der Körper das Magnesium nicht selbst produzieren kann, ist eine zu geringe Aufnahme des Minerals ein Auslöser für den Mangel. Gründe können sein: schwerer Alkoholismus, lang andauernde Unterernährung und ausgeprägte Aufnahmestörungen im Magen-Darm-Trakt.

Auch durch Verluste über den Verdauungsapparat – im Zuge chronischen Erbrechens oder schwerer Durchfälle – kann es zu einer zu niedrigen Konzentration kommen. Bei Einnahme bestimmter Diuretika (Medikamente zur Entwässerung) kann Magnesium zudem über die Nieren verloren gehen. Auch über den Schweiß gibt der Körper Magnesium ab. Das spielt zum Beispiel im Leistungssport eine Rolle.
Weitere Ursachen eines Magnesium-Mangels können hormonelle Störungen sein, beispielsweise Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Störungen der Nebenschilddrüsen sowie eine Aldosteronüberproduktion (Aldosteron ist ein Hormon aus den Nebennieren, das maßgeblich den Wasser- und Mineralhaushalt regelt).

Anzeichen einer Magnesium-Überbelastung können Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Verminderung und Ausfall der Muskelreflexe, Blasenfunktionsstörungen und Verstopfung, Dämpfung der Atmung und der Herz-Kreislauf-Tätigkeit auftreten. Dies kommt allerdings fast ausschließlich als Komplikation bei Patienten mit schwerem Nierenversagen vor.

Wie hoch sind die Normalwerte?

Serum: 0,7 bis 1,1 mmol/l

Urin: 3 bis 5 mmol/24 h


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



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